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Weihnachtsdeko aus dem Wald

Die Wichtelwerkstatt des Sylvaticon ist gut besucht. Jedes Jahr werden die Gäste zahlreicher – nicht nur die kleinen.

Von Susanne Sodan

Basteln ist nur was für Kinder. Sich als Teenager oder gar Erwachsener an einen Basteltisch zu setzen, Styroporkugeln mit Perlen, Glitzer, und Naturmaterialien zu bekleben, das kann doch nur ein seltsames, peinliches Bild abgeben. Der Tag der offenen Tür im Sylvaticon, Tharandts Erlebniswerkstatt, hat das Gegenteil bewiesen. „Seit Jahren verzeichnen wir steigende Besucherzahlen“, erzählt Annette Frenzel, Mitarbeiterin des Sylvaticons. Die Gäste kommen aus Dresden, Radebeul, Meißen, Coswig, Freital und natürlich aus Tharandt. Seit einigen Jahren ist es nicht mehr nur ein Tag, an dem die Wichtelwerkstatt im Forstbotanischen Garten geöffnet ist, sondern vier. „Irgendwann war der Punkt erreicht, dass unsere Gäste auf der Schwelle wieder kehrt machen mussten, weil an den Tischen kein Platz mehr frei war“, erzählt Frenzel. „Da haben wir uns entschieden, mehrere Tage anzubieten“.

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Das Obergeschoss des Schweizerhauses ist schon weihnachtlich geschmückt. Überall Tannenzweige, von der Decke hängen Mobile mit weihnachtlichen Holzanhängern, auf den Regalen ringsum stehen kleine Weihnachtsbäume, gemacht aus Tannenzapfen, Weihnachts- und Schneemänner in unterschiedlichsten Varianten. Auf den Tischen liegen die Materialien. Die stammen zu einem großen Teil aus dem Forstbotanischen Garten: große und kleine Zapfen, Kastanien, Eicheln, Tannenschuppen, Blütenstände – vor Kurzem noch am Baum, jetzt Deko.

Die Walderlebniswerkstatt des Forstbotanischen Gartens bietet Kurse für Kinder und Jugendliche rund um das Thema Umwelt und Natur an. Dreimal im Jahr finden offene Angebote statt. Dazu zählt auch der Tag der offenen Tür mit der Wichtelwerkstatt. Zum einen sind es natürlich Kinder, die hier ihre Weihnachtsgeschenke basteln. Viele von ihnen kennt Annette Frenzel inzwischen. Zu den Stammgästen gehört auch Josefine. Die 16-Jährige sitzt an einem der Tische, feilt penibel an einem Herz aus Holz. Ein bisschen schief ist es geworden, findet sie. Und Farbe muss noch drauf, dann ist er fertig, ein Anhänger für ihren Reißigstrauß Zuhause. Schon seit Kindertagen ist der Besuch in der Wichtelwerkstatt für sie Tradition. Und damit ist sie nicht alleine.

Raus aus dem Kindesalter und trotzdem Weihnachtsgeschenke basteln statt kaufen – eine Ausnahme? Auf keinen Fall, meint Annette Frenzel. An den vier Tagen waren mehr als 150 Kinder zu Gast und 90 Erwachsene. Letztere kamen sicher nur als Begleitung. Bei den wenigsten blieb es dabei. „Viele lassen ihre Kinder und Enkel in Ruhe basteln und machen dann ihr Ding“. Die Lieblingsbastelei der Großen in diesem Jahr: ein Windlicht, gemacht aus einem Marmeladenglas, Tapetenleim und buntem Seidenpapier. Jedes Jahr kommen mit den FÖJ’lern des Sylvaticums neue Ideen dazu: Schneekugeln, bedruckte Beutel, Puzzle aus Sperrholz, Kerzenständer. Basteln für Erwachsene nennt sich inzwischen do it yourself, kurz DIY – und man liegt im Trend damit. Das zeigen Online-Anbieter, deren Fangemeinde von Jahr zu Jahr wächst und deren Angebote von Jahr zu Jahr professioneller werden.

Das letzte Mal öffnete sich am Dienstag die Tür der Wichtelwerkstatt. Einer der Gäste: Pia Schneider und ihre Töchter. Zunächst werden den Besuchern alle Bastelstationen vorgestellt. Bei den Kleinsten stehen immer noch Papierarbeiten hoch im Kurs – und alles, was glitzert. Und Pia Schneider, ob sie auch basteln wird? Logisch, meint sie.

Bereits in den vergangenen zwei Jahren war sie mit ihren Mädels zu Gast im Sylvaticon. Am Dienstag stand bei ihr einer der Klassiker auf dem Programm – Laubsägearbeiten. Die Wichtelwerkstatt zu den Tagen der offenen Tür ist kostenlos. Lediglich eine Spende wird erbeten, um die Materialkosten zu decken.