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Weniger verdeckte Arbeitslosigkeit

Landkreis. Die verdeckte Arbeitslosigkeit im Landkreis Löbau-Zittau beträgt nur noch fünf Prozent. 1996 ergaben vom Wirtschaftsförderungsamt bestätigte SZ-Berechnungen eine verdeckte Arbeitslosigkeit von fast 40 Prozent.

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Landkreis. Die verdeckte Arbeitslosigkeit im Landkreis Löbau-Zittau beträgt nur noch fünf Prozent. 1996 ergaben vom Wirtschaftsförderungsamt bestätigte SZ-Berechnungen eine verdeckte Arbeitslosigkeit von fast 40 Prozent. Zuzüglich der noch heute gültigen offiziellen Arbeitslosenzahl verdienten damals 60 Prozent der Einwohner ihr Geld nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt.
An diesem positiven Trend ist vor allem die Abwanderung der Bevölkerung und nicht der wirtschaftliche Aufschwung schuld. Die ausgewanderten Einwohner zogen vor allem in die alten Bundesländer zu neuen Arbeits- oder Ausbildungsstellen. Damit fielen sie im heimischen Landkreis aus der Statistik. Die negativen Auswirkungen der geburtenstarken Jahrgänge sind ebenfalls vorbei. Zusätzlich wurden Angebote des zweiten Arbeitsmarktes, wie zum Beispiel Umschulungen, abgeschafft.
Unter verdeckter Arbeitslosigkeit gehören bei den SZ-Berechnungen vor allem Sozialhilfeempfänger und Frührentner, die aus der Bautzner Statistik herausfallen, aber sicher gern arbeiten würden. Zusätzlich abgezogen wurden Arbeitnehmer in Strukturmaßnahmen wie Arbeitsbeschaffung, Lohnkostenzuschuss Ost und überbetriebliche Ausbildung.
Diese sind zwar nicht im wörtlichen Sinne arbeitslos. Doch durch staatliche Unterstützung sind sie auf einem "zweiten" Arbeitsmarkt untergebracht. Dort fallen sie nicht mehr in der offiziellen Arbeitslosenstatistik auf.
Zurzeit leben 106 000 Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 65 Jahren im Landkreis. Davon sind über die Hälfte in Lohn und Brot beziehungsweise selbstständig.
Zählt man die Schüler über 15 Jahre, Studenten, Erwerbsunfähige, Pendler, Rentnerinnen zwischen 60 und 65 Jahren und andere kleine Gruppen hinzu, erhält man die von der SZ und dem Wirtschaftsförderungsamt des Landkreises berechnete Arbeitslosigkeit von 25 Prozent. Und genau die lag 1996 bei 60 Prozent. (tm)

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