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Weniger Verkehrsunfälle in Meißen

Auf den Straßen der Stadt kracht es seltener. Auch deshalb, weil eine besonders gefährliche Kreuzung entschärft wurde.

© hübschmann

Von Christoph Scharf

Großes Glück kann so klein sein

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In dichter Folge kommen die Autos aus Richtung Zaschendorf. Entsteht endlich eine Lücke, rollt garantiert der Gegenverkehr vom Beyerleinplatz. Und sind auf der Fabrikstraße doch mal beide Seiten frei, biegen Autofahrer vom Netto-Parkplatz oder von der Brauhausstraße auf die Fahrbahn ein. Von Fußgängern und Radfahrern auf der Hauptstraße ganz zu schweigen.

Wer schon mal vom Parkplatz des Obi-Baumarkts in Cölln runterfahren wollte, kennt die Kreuzung. Nicht ohne Grund wurde sie zum Sorgenkind der Meißner Unfallkommission. Knallt es an einer Stelle aus ähnlichen Ursachen mehr als fünf Mal, gilt die Stelle als Unfallschwerpunkt – und wird damit zum Fall für Spezialisten von Polizei, Straßenbau- und Verkehrsbehörde, die gemeinsam solche Punkte behandeln.

Im Fall der Obi-Ausfahrt war das Problem Ende 2013 schnell erkannt, sagt Kerstin Zschoche, die für die Stadt Meißen mit in der Unfallkommission des Landkreises sitzt. Einerseits galt damals wegen Bauarbeiten der Deutschen Bahn eine Umleitung über die Brauhausstraße. Dadurch fuhren viel mehr Autos als üblich über die Kreuzung. Zum anderen störte die Zierhecke des Baumarktes die Sicht bei der Ausfahrt aus dem Parkplatz. Auf Anweisung der Unfallkommission hin wurde die Hecke um die Ausfahrt des Baumarktes vom Eigentümer beseitigt. „Seit dem Entfernen des Sichthindernisses und dem Rückbau der Umleitung ist die Kreuzung nicht mehr auffällig“, sagt Kerstin Zschoche.

Das war nicht der einzige Punkt, an dem die Unfallkommission vergangenes Jahr eingriff. Neben den Sitzungen der Kommission gibt es in Meißen alle vier Jahre Verkehrsschauen nicht nur mit Polizei und Behördenvertretern, sondern auch dem ADAC. Dabei werden etwa einzelne Stadtgebiete betrachtet und Lösungen für Unfallhäufungen gesucht. „Vorrangig kommt es uns darauf an, den Schilderwald zu lichten“, sagt Kerstin Zschoche. „Es sollen so viele Verkehrszeichen wie nötig, aber so wenige wie möglich stehen.“

157 Fälle von Unfallflucht

Die Bemühungen scheinen sich auszuzahlen. Denn die Zahl der Verkehrsunfälle in Meißen sinkt – auch wenn die Ämter noch keine aktuellen Zahlen für das Jahr 2014 herausgeben. „Die Tendenz stimmt aber zufrieden.“ So sei nicht nur die Gesamtzahl der Unfälle gesunken, sondern auch die Zahl derer mit Schwerverletzten. Auch die Unfälle mit Radfahrern und unter Alkohol gingen zurück. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 gab es im Meißner Stadtgebiet 754 Unfälle insgesamt. Beim größten Teil – in 646 Fällen – blieb es zum Glück bei reinen Blechschäden. 85-mal mussten Leichtverletzte, 23-mal Schwerverletzte registriert werden. Anders als im vergangenen Jahr war 2013 kein einziger tödlicher Unfall in Meißen zu verzeichnen.

Weniger schön: In 17 Fällen waren Kinder und Jugendliche an Unfällen beteiligt, bei 37 Fällen Radfahrer. Alkohol war 17-mal im Spiel. Besonders ärgerlich für die Betroffenen sind Fälle von Unfallflucht. So etwas wurde 2013 in Meißen fast jeden zweiten Tag angezeigt – genau 157-mal.

Eine weitere Herausforderung für Meißner Autofahrer sind die ständigen Straßenbaustellen. Dort versuchen die Ämter, mit einem neuen Informationssystem zu helfen. Seit vergangenem Jahr betreibt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) ein Online-Angebot, bei dem sich Bürger über aktuelle Baustellen informieren können. Die gesperrten Bereiche werden in einer Karte angezeigt, genauso wie die dazugehörigen Umleitungen.

Der Link zum Baustellen-Informationssystem findet sich im Internet unter: www.stadt-meissen.de

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