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Wenn der Hort zum Raumschiff wird

Um Raumfahrt und Planeten ging es in der ARD-Radionacht für Kinder. Die Kita „Am Weinberg“ reiste mit ins All.

Von Helene Krause

Ganz kribbelig sind Julian Maxim Lansch, Titzia Mileen Biehle, Robert Pätzold und ihre Schulkameraden. Lautstark drängen sie aus der Tür der Kindertagesstätte „Am Weinberg“ in Roßwein hinaus auf den Hof. Trotz des Regens, der aus einem nachtschwarzen Himmel fällt, ist ihre Stimmung ungetrübt. Im Halbkreis nehmen sie und ihre Erzieher im Schulhof Aufstellung. Stimmengewirr und Lachen verstummen. Stattdessen zählen Kinder und Erwachsene im Chor: „Fünf, vier, drei, zwei, eins...“ Rote, gelbe, blaue und grüne Lichtsterne sprühen in den Himmel. Das Feuerwerk ist gestartet. In der Kindertagesstätte am Weinberg geht es bei der traditionellen Radionacht der ARD diesmal mit „Überschall ins All“. Seit 2007 beteiligen sich die Kinder der Kita am Weinberg an der Radionacht.

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„Die Nacht ist für die Kinder mit einer der Höhepunkte des Schuljahres“, sagt Birgit Schwitzky. Sie ist die Leiterin des Hortes. „Das ganze Jahr freuen sie sich darauf.“ Schon Wochen vorher haben die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern, den Erziehern und dem technischen Personal der Kindertagesstätte mit den Vorbereitungen begonnen.

Für die Veranstaltung wurden alle Zimmer und Flure der Kita mit selbst gebastelten Raketen, Sternen, Robotern und anderen Dingen geschmückt, die an Raumfahrt und Kosmos erinnern. Die Erzieherinnen tragen weiße Overalls aus Vlies, wie sie sonst bei Renovierungsarbeiten getragen werden.

Das Fest beginnt schon am Nachmittag mit Raketenschüssen. Dann gibt es verschiedene Spiele, bei denen die Kinder ihre Raumfahrttauglichkeit erproben können und viel über das All und die Planeten lernen. An einer Leine hängen Süßigkeiten. Im Knien und mit ausgebreiteten Händen müssen die Kinder mit dem Mund die Süßigkeiten von der Leine pflücken. Bei einem Lungentest werden Wattebällchen hin- und hergepustet und Raketen, die auf eine Leine gefädelt sind, müssen weitergepustet werden. Beim Test „Schwindelfrei durchs All“ halten sich die Kinder an einem Stab fest und drehen sich. Anschließend müssen sie auf einer Linie langlaufen. Nur wenigen gelingt es, nach dem Drehen die Balance zu halten. Und zum Abendbrot gibt es natürlich Essen, das man mit ein bisschen Fantasie für Astronautennahrung halten könnte: Essen aus Büchsen und Tuben und einen „Marspudding“.

Nach dem Feuerwerk geht es um 20 Uhr ins Bett. Doch geschlafen wird noch lange nicht. Bis 1 Uhr werden bundesweit Lieder und Geschichten im Radio gesendet. Die hören sich alle an. Die Schulen können sogar beim Radiosender anrufen. Auch die Roßweiner beteiligen sich daran. Bis Samstagfrüh geht die Radionacht. Die Ersten schlafen bereits um 22 Uhr. Aber ein paar halten bis zum Ende durch.