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Werft: keine Hilfe vom Freistaat

Eine Beteiligung schließt die Regierung aus. Nur Fördermittel könnten fließen. Wenn es einen neuen Investor gibt.

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Von Tobias Wolf

Die Sterne für die Laubegaster Werft stehen nicht gut. Morgen schließt das Unternehmen für immer seine Tore – wenn nicht noch ein Wunder geschieht. Laut Insolvenzverwalter Franz Ludwig Danko sieht es nicht danach aus. Ein Investor konnte bis jetzt nicht gefunden werden. „An dem Stand hat sich leider nichts geändert, am Donnerstag wird deshalb der letzte Arbeitstag vor Ort sein“, sagt Dankos Sprecher Tim Wallentin.

Hatten die insolventen Schiffbauer noch gehofft, dass der Freistaat ihnen helfen würde, so ist auch dieser Strohhalm inzwischen zerbrochen. Die Staatsregierung ist zwar an der Sächsischen Dampfschifffahrt beteiligt, die mit Aufträgen bis zu einer halben Million Euro pro Jahr bislang ein Hauptkunde der Laubegaster Werft war. Direkte Hilfen lehnt der Freistaat jedoch ab. „Wir bedauern, dass eine Fortführung des Unternehmens nicht möglich ist“, sagt Florian Schaefer, Sprecher des Wirtschaftsministeriums. „Für den Fall, dass sich doch noch ein Interessent findet, stehen aber alle Fördermöglichkeiten des Freistaats zur Verfügung.“ So zum Beispiel Investitionshilfen oder Bürgschaften.

Eine Bürgschaft hatte der Freistaat nach SZ-Information bereits zuvor für die Werft übernommen. Sie galt anscheinend der Absicherung des Fährengeschäfts mit Kenia im Jahr 2011. Dieser Auftrag gilt als eine der Ursachen für die hohen Verluste des Unternehmens. Eine Bürgschaft käme vor allem der Hauptgläubigerin zugute. Denn die meisten Schulden hat die Werft bei der Ostsächsischen Sparkasse. Allerdings wollte das Wirtschaftsministerium die Bürgschaft nicht bestätigen, mit dem Verweis auf das laufende Insolvenzverfahren und das Bankgeheimnis. Auch Sparkassensprecher Andreas Rieger lehnt eine Stellungnahme zu einer Landesbürgschaft ab.

Grund dafür könnte sein, dass die Sparkasse von einer solchen Bürgschaft am meisten profitiert. Unter Insidern wird deshalb derzeit die Frage gestellt, warum sich das Finanzinstitut beim Kaufpreis bislang so unnachgiebig zeigt, wenn ein Teil der Forderungen bereits über den Freistaat abgesichert ist. Denn mögliche Investoren schreckt nur der Kaufpreis von rund 1,5 Millionen Euro ab. Als Preistreiber gilt das in Teilen hochwassersichere Grundstück, für das es bereits Interessenten gibt.

Mehrere Unternehmer, die das Traditionsunternehmen weiterführen wollen, hatten jeweils bis zuletzt nur etwa eine Million für die Werft geboten, auch weil der Maschinenpark als veraltet gilt. Ob es nach der Schließung noch zu einer Einigung zwischen Gläubigern und potenziellen Investoren kommt, ist unklar. Eine Schonfrist gibt es noch. Der Verkauf der Maschinen soll erst ab Mai stattfinden.