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Westflügel macht sich nackig

Zittau. Der Blick vom Ring aus täuscht: Am historischen Stadtbad am Töpferberg laufen die Bauarbeiten inzwischen auf vollen Touren.

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Von Matthias Klaus

Die Bauarbeiten am Stadtbad wirbeln in Zittau derzeit Staub auf. Vor allem, wenn die Laster über die trockene Poststraße rollen. Dann verschwindet das historische Gemäuer hinter einer Wolke. Nur die Geräusche der Presslufthämmer erinnern in diesen Momenten daran, dass hier geschuftet wird. Hart und schweißtreibend. Denn im Westflügel des Bades ist derzeit Handarbeit gefragt. Die mächtigen Gewölbe verschwinden Stück für Stück.

Bodenplatte zuerst

Inzwischen steht vom Westflügel eigentlich nur noch die Nordfassade. „Diese Außenwand muss stehen bleiben – aus denkmalpflegerischen Gründen“, erläutert Klaus Scheibe. Das bedeutet: Die Wand muss von innen mit einer aufwendigen Konstruktion gestützt werden. Die ist zudem mit dem äußeren Gerüst verbunden. „Da kann und darf nichts kippen“, sagt der Verantwortliche für Hochbau in Zittau. Klaus Scheibe ist von der Stadt stundenweise für die Stadtbad-Sanierung „abkommandiert“. Federführend, weil Eigentümer und späterer Betreiber, ist die Städtische Beteiligungs-GmbH.

Die gegenüberliegende Wand ist verschwunden, abgerissen. „Ihre Festigkeit war für das Vorhaben nicht ausreichend“, schildert Klaus Scheibe. Mittlerweile ist zumindest zu erahnen, wie weit sich der Stahl-Glas-Anbau für das Wettkampfbecken erstrecken wird. Auf der Fläche heben derzeit Bagger eine Grube aus. „Dort hinein kommen Behälter für Schwall- und Abwasser“, sagt der Hochbau-Experte. In der kommenden Woche wird sich im Westflügel einiges verändern. Denn dann soll die Bodenplatte gegossen werden, die dem Ganzen die notwendige Stabilität verleiht. „Ich denke, der Zeitplan dafür ist zu schaffen“, sagt Fred Milke. Er ist einer der beiden Geschäftsführer des Architektur- und Ingenieurbüros für Hoch- und Tiefbau (AIZ) Zittau, dem Planer des Vorhabens. Die neue Außenwand, die entsteht, werde in etwa wie die alte gegliedert, sagt er. Im September soll das Erdgeschoss im Westflügel stehen, noch 2006 ein Dach aufgezogen werden – Schutz vor dem Winter.

Edelstahl zuletzt

Das 25-Meter-Becken wird eine Stahlbeton-Konstruktion, ausgekleidet mit Edelstahl. „Der kommt aber zuletzt rein, damit er während der Bauarbeiten keinen Schaden nimmt“, schildert Fred Milke.

Auch wenn sich derzeit die Arbeiten vor allem auf den Westflügel konzentrieren: Auch im Ostflügel geht es rund. Zwischendecken verschwinden. Wo früher die kleinen Umkleidekabinen standen, kommt alles raus. Hier wird Platz gebraucht für die elektrische Anlage für das gesamte Haus. „Das Stadtbad ist eine echte Herausforderung für uns“, sagt Fred Milke. Schon allein deswegen, weil es unter Denkmalschutz steht.