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Wie aus Basalt Fasern werden

Fachleute diskutieren über die Nutzung des Gesteins. Und sie werden Erstaunliches erleben.

In Stolpen wird Anfang Mai die erste Tagung des Basalt-Faser-Forums mit 150 Fachleuten aus Wirtschaft und Forschung aus ganz Europa stattfinden. Organisiert und betreut wird die Veranstaltung vom Stolpener Geologen Thomas Scholle.

Den Stolpener Basalt kennt man bislang nur aus dem Steinbruch, aus Kellern und von Mauern. Doch er kann auch anders genutzt werden, sagt Thomas Scholle. Auch wenn das bisher wenig bekannt sei, tatsächlich werde der Basalt als das häufigste Gestein der Erdkruste nicht nur als Bau- und Dekorationsgestein oder Schotter genutzt. In den letzten Jahren habe Basalt in anderen Branchen Einzug gehalten, da er besondere Eigenschaften aufweist. Beispiele hierfür sind die Nutzung als Filtermaterial, bei der Herstellung von feuerfesten Materialien, als Geotextil oder in der Auto- und Flugzeugindustrie. Die tatsächliche Spannbreite ist aber wesentlich größer, weitere Bereiche werden erprobt.

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Besonders interessant ist die Nutzung für spezielle Textilien. Wenn man Basaltfasern herstellen will, geht es aber richtig heiß her, denn Basalt schmilzt erst bei sehr hohen Temperaturen.

Ungeahnte Einsatz-Möglichkeiten

Das Prinzip ist seit Mitte des 18. Jahrhunderts bekannt. Aus dieser Zeit gibt es Literatur, wonach der Basalt von Stolpen auch auf seine Eignung zur Herstellung von Gläsern geprüft – und als ungeeignet verworfen wurde. „Es gibt sogar Vermutungen, dass aufgeschmolzener Basalt von Stolpen als Glasur für das Böttger-Porzellan genutzt wurde. Hierfür existieren jedoch keine Belege, es handelt sich vermutlich um Legenden“, sagt Thomas Scholle.

Heute wird der Basalt für technische Nutzungen bei diesen hohen Temperaturen aufgeschmolzen, und mittels spezieller Düsen werden Fasern aus der Schmelze hergestellt. Thomas Scholle sieht viele Möglichkeiten für die Nutzung von Basaltfasern, denn mit natürlichen Rohstoffen aus ihrer Umgebung experimentieren die Menschen mehr oder weniger erfolgreich seit vielen Jahrtausenden. Zahlreiche Rohstoffe wurden oder werden genutzt; aus Raseneisenerz und anderen Rohstoffen wurde und wird Eisen hergestellt, aus speziellen Sanden Glas, aus Erdöl verschiedene Kunststoffe – die Liste ließe sich fortführen.

Basalt wurde da sicher hinsichtlich seiner Möglichkeiten bisher noch nicht erschöpfend erforscht, aber nun gibt es Firmen und Forschungseinrichtungen, die den Basalt nicht nur unter die Lupe nehmen, sondern auch aufschmelzen und seine technischen Eigenschaften erforschen. Ein neues Sonderheft des Veranstalters zu diesem Thema mit Erläuterungen auch zum Stolpener Basalt ist bereits verfügbar.

Im Rahmen der Tagung wird der Geologe auch einen Vortrag zum Thema Basalt von Stolpen halten und eventuell auch Führungen anbieten. Damit Basaltfasern nicht nur abstrakt sind, kann man den „versponnenen“ Basalt im Rahmenprogramm anfassen, denn im Burghotel wird es eine kleine Fachausstellung zum Thema geben. In Kooperation mit dem Gewerbeverein, der Stadtverwaltung, dem Burghotel und der Stolpen-Info wird zudem ein Informationsstand aufgebaut.

Thomas Scholle gibt übrigens Entwarnung zum Thema Stolpener Basalt. „Dieser Basalt ist ein nationales Geotop und damit geschützt. Bei einer weiteren Nutzung des alten Steinbruches würden zudem Teile der Burg herunterfallen“, sagt er. Aber: Basalte gibt es ja nicht nur in Stolpen. (SZ)

Informationen und Anmeldung unter www.bafanet.com