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Wie aus einem Kiefernstamm Brennholz wird

Der Umgang mit der Kettensäge will gelernt sein. Der Nieskyer OBI-Baumarkt bietet als Erster in Ostsachsen Lehrgänge an.

Von Rolf Ullmann

Alexander Waschetzko wirft die kleine Kettensäge an. Gekonnt führt er das Schwert der Säge durch den Kiefernstamm, den er vor dem Eingang des OBI-Baumarktes im Nieskyer Gewerbegebiet Süd aufgestellt hat. Die elf Männer sowie die einzige Frau verfolgen aufmerksam, wie sich die Zähne der Säge scheinbar mühelos in den Stamm fressen. Das nasskalte Wetter stört die Teilnehmer am ersten Lehrgang zum Erwerb des Kettensägescheins nicht. Die Bemerkung eines Vorüberkommenden „hier wird wohl trainiert, wie man sich selbst am schnellsten einen Weihnachtsbaum mit der Motorsäge organisieren kann“, ignorieren sie. Denn die zwölf Debütanten wollen so viel wie möglich von den Tipps und Ratschlägen des erfahrenen Diplomforstingenieurs für sich mitnehmen.

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Seit 2007 führt Alexander Waschetzko als Kreisausbilder für den Umgang mit der Kettensäge nicht nur in seinem Heimatkreis Teltow-Fläming derartige Schulungen durch. Zu seinem Klientel gehören nicht nur Forstleute und Waldarbeiter sowie Feuerwehrleute, sondern auch seit einigen Jahren Privatpersonen, die den Erlaubnisschein erwerben wollen.

Dieser Berechtigungsnachweis ist seit dem 1. Januar 2008 Pflicht, wenn jemand in einem Privat- oder Kommunalwald Brennholz schlagen und aufarbeiten will. „Bevor ein Revierförster oder ein privater Waldbesitzer jemanden die Erlaubnis gibt, bei ihm im Wald zu arbeiten, lässt er sich den Berechtigungsschein zeigen. Denn es ist auch für ihn eine Absicherung, wenn er weiß, dass der Säger mit seinem Arbeitsinstrument richtig umgehen kann“, sagt der Fachmann.

Im Übrigen lobt er ausdrücklich die Wissbegier und die Aufmerksamkeit der Teilnehmer an dieser Premiere. „Ich habe hin und wieder Leute dabei, die lassen schnell durchblicken, dass sie eigentlich nur den Berechtigungsschein wollen und alles andere ist ihnen ziemlich gleichgültig. Doch das ist hier nicht der Fall.“

Karsten Heinicke, der Leiter des Nieskyer Fachmarktes, hört natürlich solch ein Urteil gern. Er hat diesen ersten Lehrgang, sozusagen als einen Versuchsballon organisiert. „Ich bin sehr positiv von der großen Resonanz überrascht worden“, sagt er. Der erste Lehrgang war mit Teilnehmern aus Orten rund um Niesky ruckzuck ausgebucht. Jetzt stehen bereits vier weitere Kettensägespezialisten in spe auf der Warteliste. OBI reagiert bereits seit einiger Zeit auf das steigende Interesse, sich das Brennholz selbst im Wald zu schlagen. „Gerade in unserer waldreichen Gegend wollen viele unserer Kunden selbst die Kettensäge in die Hand nehmen und sich so das Material für einen warmen Ofen beschaffen“, sagt der Marktleiter.

Trotz des Wetters halten die Lehrgangsteilnehmer fast drei Stunden vor dem OBI-Markt aus, nehmen die Ratschläge entgegen und stellen ihre Fragen auch zur Wartung und Pflege der Motorkettensäge. In den nächsten Tagen werden sie alle Post von Alexander Waschetzko bekommen. Mit dem begehrten Dokument ausgerüstet, steht dann der Arbeit im Forst nichts mehr im Wege.

Der nächste Lehrgang ist für 13. und 14. Dezember geplant. Die Teilnahme kostet 129 Euro. Am Freitagnachmittag findet die theoretische Ausbildung und am Sonnabendvormittag der praktische Teil bei OBI in Niesky statt. Die Anmeldung ist telefonisch unter 03588-430 möglich.