merken
PLUS

Wie die Radiowelt einmal aussah

Die private Rundfunkausstellung ist derzeit im Winterschlaf. Doch der Fundus bekam mehr Mitstreiter als vor fünf Jahren.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Es war am 13. Dezember 2008. Damals öffneten Kurt Kralik und Jürgen Herzog ihr neues Radiomuseum in der Großenhainer Herrmannstraße. Die privaten Sammler aus Strießen und Großenhain zeigten 60 Altgeräte – Radios, Fernseher, Tonbänder und Plattenspieler – auf 160 Quadratmetern im ehemaligen Bäckergroßlager.

Anzeige
Sie suchen den perfekten Arbeitgeber?
Sie suchen den perfekten Arbeitgeber?

Das therapeutische Gesundheitszentrum von PPS Medical Fitness in Dresden bietet modernste Möglichkeiten. Hier bringt Arbeiten Spaß und Erfüllung.

Das ist nun fünf Jahre her. Und die Sammlung ist auf mehrere Hundert Geräte angewachsen, ausgestellt auf jetzt 40 Quadratmetern Fläche mehr. Die Tische, auf denen die historischen Geräte Made in Sachsen stehen, sind immer noch die alten Schulmöbel aus der Kupferbergschule. Die Infoschilder und eine Pinnwand mit Erläuterungen über die Veteranen der Unterhaltungselektronik haben Kurt Kralik und Jürgen Herzog selbst gemacht.

Doch die beiden Bastler sind längst nicht mehr unter sich. Acht Mitstreiter zählt die Interessengemeinschaft mittlerweile. Zwei weitere haben sich schon angekündigt. Jürgen Sonntag kam beispielsweise dazu, ein Großenhainer, ehemals Techniker einer Musikband, der vor allem die Schau über 50 Jahre Beatles 2012 mitgestaltete. Berthold Klug aus Zottewitz bringt seine Erfahrungen als langjähriger Sammler historischer Unterhaltungselektronik ein. Ebenso Volker Pinkert aus Skassa. Bei ihm wird auch der fünfte Museumsgeburtstag gefeiert. Gemeinsam stemmte man vor Kurzem eine beachtliche Schau zu 90 Jahren Rundfunkgeschichte.

„Im Radiomuseum selbst ist es derzeit zu kalt, denn wir haben keine Heizung“, sagt Kurt Kralik. Erst im Frühjahr kann die einzigartige Reise ins Zeitalter des analogen Rundfunks wieder fortgesetzt werden. Besonders für junge Menschen kann das eine Überraschung sein. Denn hier ist nichts in digitaler Technik und funktioniert trotzdem noch – dank des Basteleifers der Radiosammler. Fachlichen Beistand erhalten die Enthusiasten als Mitglied in der Gesellschaft der Freunde der Geschichte des Funkwesens.

Eine Besucherstatistik gibt es fürs Rundfunkmuseum leider nicht. Denn Eintritt wird nicht verlangt. Doch wenige interessierte Besucher sind den Radiosammlern wichtiger als viele Desinteressierte.

Kontakt: 015229137929