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Wie eine Krippen-Ausstellung lebendig wird

Das Rödertal feiert am Wochenende in Bretnig-Hauswalde und Großröhrsdorf in den Advent. Mit einigen Überraschungen.

Von Reiner Hanke

Vor dem Altar in der Bretniger Kirche wimmelt es von Kindern. Alle schnattern durcheinander. Die Mädchen und Jungen streifen sich ihre Kostüme für das Krippenspiel am Heiligen Abend über. Gebraucht werden die bunten Kleider aber schon am kommenden Sonntag das erste Mal. Und noch sitzt nicht alles perfekt.

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Dorothea Rummel aus der Bretniger Kirchgemeinde kämpft gerade mit Lindas Turban. Das Mädchen wird einen der drei Weisen aus dem Morgenland spielen. Gemeindemitglied Carmen Petraschke heftet unterdessen Annas Turban provisorisch zusammen. Aber bis zum Sonntag ist ja noch etwas Zeit. Alle Kostüme sind selbst genäht. Anna kuschelt sich in ihren blauen Samtumhang. Es ist frisch in der Kirche. Da haben es die Hirten in ihren strubbeligen Fellmänteln besser. Auch die kleinen Engel haben sich jetzt in Schale geworfen. Judith Frenzel zupft Tochter Maxi noch das weiße Gewand zurecht, dann drängen sich alle um die Krippe mit Stroh und einem Lichtlein. Dem symbolischen Jesuskind. Über ihnen leuchtet der Weihnachtsstern in der Kuppel mit einem Himmel voller goldener Sterne auf tiefblauem Grund.

Am Sonntag wird die Krippe im Gemeindeamt neben der Hofescheune stehen. Die Kinder werden sich wieder um sie scharen. In der weihnachtlich geschmückten Scheune lädt zugleich der Revueclub zum Nikolausfest ein. Die Kirchgemeinde will ihren Beitrag dazu mit einer Krippenausstellung leisten. Den Aufruf starteten Carmen und Gunter Petraschke. Sie sind überwältigt von dem großen Interesse. „Fast 80 Krippen sind mittlerweile für die Ausstellung angemeldet“, freut sie sich. Die lebendige Krippenszene mit den Kindern wird der Schau noch etwas ganz Besonderes geben. Die Mädchen und Jungen, die Hirten, Joseph, Maria, die Engel und der römische Kaiser freuen sich schon auf ihre Rolle bei der Schau. Von 14 Uhr bis 15.30 Uhr werden sie abwechselnd immer mal wieder Leben in die Krippenausstellung bringen.

Heute ist auch ihre erste gemeinsame Hauptprobe für das Krippenspiel. Das wird dieses Jahr anders sein als gewohnt. Gerade die Mädchen und Jungen aus der Kurrende seien sehr sangesfreudig, sagt Gemeindepädagogin Edeltraut Zschau. So sei das Krippenspiel dieses Jahr als Musical zu erleben, erklärt Dorothea Rummel. Da wird sogar gerappt in der Kirche, verspricht sie. Ihr Sohn Carl Ludwig legt gleich mal zur Demonstration mit dem Sprechgesang los und steppt mit dem Fuß den Takt dazu. Natürlich wird er heute auch mit unter den Akteuren sein, wenn die Sprecher, Solisten, Instrumentalisten und der Chor gemeinsam für das Weihnachtsmusical proben. Pfarrerin Jutta Gildehaus steht schon jetzt die Freude ins Gesicht geschrieben: „Es ist einfach Klasse, wie das alles klappt.“ Wie sich die Gemeindemitglieder und die Kinder ins Zeug legen. Und die Pfarrerin ist auch schon genauso gespannt wie Carmen Petraschke auf die Krippenausstellung. Denn die meisten Stücke kommen erst kurz vor Ausstellungsbeginn. Ein paar Raritäten sind schon bekannt. Zum Beispiel eine Krippe in einer Nussschale, Krippen aus Papier und aus Filz. Manche verstaubten lange auf dem Dachboden. Andere sind selbst geschnitzt, wie die von Frau Gärtner aus Hauswalde.

Ab 13 Uhr ist die Schau am Sonntag zu sehen. Dann beginnt auch das vorweihnachtliche Treiben in der Hofescheune. Der Posaunenchor der Landeskirchlichen Gemeinschaft wird bei Stollen und Kaffee aufspielen und der Revueclub für die Kinder den Froschkönig auf die Bühne bringen. Ja, das ganze Rödertal (siehe Kasten) feiert am kommenden Wochenende in den Advent. Während in Bretnig-Hauswalde Sonntag gegen 16 Uhr der Nikolaus mit anrückt, gastiert er auf dem Großröhrsdorfer Weihnachtsmarkt von 15 bis 17 Uhr im Zelt des Einigkeitsvereines. Er nimmt Wunschzettel entgegen, freut sich über Lieder oder Gedichte und verteilt kleine Geschenke. Alle Kinder trägt er in sein dickes Buch ein. In Bretnig erwartet die Kinder das Postamt des Weihnachtsmanns. Die Wunschzettel können gleich vor Ort gemalt werden. Und natürlich werden die Darsteller vom Krippenspiel genug Zeit haben, ihre Wünsche im Postamt auf die Reise zu schicken.