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Wie es jetzt am Schwimmkomplex aussieht

Im Herbst soll die Neueröffnung an der  Freiberger Straße gefeiert werden. Schon jetzt ist klar: Es wird ein sehr funktionaler Bau. 

Wie früher wird der Haupteingang am Freiberger Platz sein, nur deutlich größer. Auf der Betonfläche ist Großgrün in Pflanzkübeln vorgesehen.
Wie früher wird der Haupteingang am Freiberger Platz sein, nur deutlich größer. Auf der Betonfläche ist Großgrün in Pflanzkübeln vorgesehen. © Christian Juppe

Den größten Aufwand machen jetzt noch die Fliesen. Hunderte Quadratmeter Boden und Wände müssen die Fliesenleger im Foyer, in der Halle und auch im Saunabereich des erweiterten Schwimmsportkomplexes an der Freiberger Straße noch bearbeiten.

Während die angebaute, neue Halle schon seit 2016 in Betrieb ist, haben sich die Sanierungsarbeiten an der alten Halle aus den 60er-Jahren gezogen. So lange, dass der geplante Eröffnungstermin nach den Sommerferien doch nicht gehalten werden kann. Nun ist vom Herbst die Rede – Genaueres wird noch bekannt gegeben.

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Die positive Nachricht von Projektleiter Karl-Heinz Anger ist: Das Herzstück, nämlich das Schwimmbecken mit den acht 50-Meter-Bahnen und die nötige Wassertechnik, sind eingebaut. Noch steht in der alten Halle ein Gerüst, weil bald die Wandverkleidungen montiert werden. Sie sind ein Bestandteil von vielen, die denkmalgerecht wieder aufgearbeitet wurden.

Die geschwungene Decke, die bei den Arbeiten statische Probleme gemacht hat, sieht quasi aus wie vorher. Genauso wie die Glasfassade zur Freiberger Straße hin. Auf der Zuschauertribüne werden bald die alten, aufbewahrten Sitze eingebaut.

Mit großem Andrang ist auf der Tribüne künftig aber nicht mehr zu rechnen, weil die Wettkämpfe eigentlich allesamt in der neugebauten, modernen Halle stattfinden. Beide Hallen sind durch eine breite Tür direkt verbunden, damit die Wettkämpfer problemlos wechseln und sich in der alten Halle einschwimmen können. Über zwei große Bildschirme an der Stirnwand bekommen sie dann das Geschehen in der neuen Halle angezeigt und wissen, wann sie dort an der Reihe sind.

Die beiden Bildschirme werden vermutlich das modernste Element im Altbau sein. Neu sind an der Seitenwand zum Gebäudeinneren noch die vielen kleinen Glaswürfel, die zu halbtransparenten Glassteinwänden zusammengesetzt sind. Dahinter sollen sich künftig Teile der Duschen befinden. Nur Umrisse seien durch das dicke Glas erkennbar, sagt Anger.

© Christian Juppe
© Christian Juppe
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© Christian Juppe
© Christian Juppe
© Christian Juppe
© Christian Juppe

Im Vergleich zum Erdgeschoss sieht das Obergeschoss mit dem neuen Saunabereich noch aus wie im Rohbau. Die Außensaunakabine wird derzeit installiert, die drei im Inneren folgen bald. „Das dauert pro Kabine nur eine Woche. Das ist dann ganz schnell fertig“, sagt Anger.

Klar ist aber, dass die Sauna gestaltungsmäßig nicht mit der neugebauten im Georg-Arnhold-Bad konkurrieren kann. „Es wird sehr funktional sein“, meint der Projektsteuerer. Das trifft insgesamt auf den gesamten Sportkomplex am Freiberger Platz zu. 

Wer den Neubau mit den nüchternen Umkleidebereichen und dem dominanten Sichtbeton kennt, hat schon jetzt einen Eindruck davon, wie es künftig auch in Teilen des Altbaus aussehen wird. Für die meiste, farbliche Abwechslung wird ein historisches, rund fünf Meter langes Mosaik sorgen, das seinen neuen Platz nahe des Haupteinganges gefunden hat.

Karl-Heinz Anger hat die Sanierung der alten Schwimmhalle am Freiberger Platz als Projektsteuerer betreut. 
Karl-Heinz Anger hat die Sanierung der alten Schwimmhalle am Freiberger Platz als Projektsteuerer betreut.  © Christian Juppe

Dahinter schließt sich ein fast 100 Meter langes Foyer an, das Alt- und Neubau verbindet. Überdimensioniert sei das laut Anger nicht, weil der Platz gebraucht werde, wenn zeitgleich mehrere Schulklassen oder Gruppen eintreffen. Doch auch hier dominiert eine nüchterne Gestaltung.

„Wir sind an den damaligen Architektenwettbewerb gebunden. Deshalb können wir keine Umplanungen vornehmen“, erklärt Lars Kühl, Sprecher der Bäder GmbH. Gleiches gelte auch für den neuen Eingangsbereich zum Komplex. Der befindet sich wie früher zum Freiberger Platz hin. Dort soll es künftig eine große Rampe für Rollstuhlfahrer und einen breiten Treppenaufgang geben. In Kreisen der Bäder GmbH wird er scherzhaft als „Dresdens zweite Brühlsche Terrasse“ bezeichnet. Rund 1000 Quadratmeter versiegelte Fläche entstehen laut Anger.

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SZ-Redakteurin Juliane Richter über versiegelte Fläche am Schwimmkomplex. 

Den Architektur-Wettbewerb hatte 2009 das Dresdner Büro Code Unique Architekten gewonnen. Mitarbeiter Henrik Wiedemann bestätigt, dass grundsätzlich die Gestaltungshoheit beim Gewinner liegt. „Den Entwurf kann man an sich nicht einfach ändern. Manchmal treten aber Zwänge auf. Wenn der Bauherr etwas anderes wünscht, reagiert man als Architekt“, sagt er. Je nachdem, wie weit das Verfahren fortgeschritten sei, koste es entsprechend mehr Zeit und Geld.

Die Bäder GmbH hatte nach der Übernahme der fertigen Planungen vom damaligen Sportstättenbetrieb die Sauna nachträglich aus dem Keller auf das Dach planen lassen, die jetzige Freiflächengestaltung aber nicht moniert.

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