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Mehr als drei Leute dürfen nicht in den Bauernladen

Ungewöhnliche städtische Auflagen, logistische Herausforderungen und mehr - was nun auf Gerd Richters Verkaufsstelle in Reichenbach zukommt.

Gerd Richter steht in seinem Bauern-Laden in Reichenbach.
Gerd Richter steht in seinem Bauern-Laden in Reichenbach. © Constanze Junghanß

Gerd Richter (58) ist Inhaber des Bauern-Ladens in Reichenbach. Am Anfang der Krise war seine Unsicherheit groß. Hier erzählt er, was jetzt in seinem Betrieb anders ist und wie er die Schwierigkeiten meistert:

Zu Beginn fragten wir uns: Dürfen wir unseren Bauern-Laden nun öffnen oder nicht? Die Regelungen sind ja von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, was es nicht unbedingt einfacher macht. Verkauft werden hier im Geschäft unter anderem Säfte von Kekila, da wir zu den Obstannahmestellen für den regionalen Saftproduzenten zählen. 

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Bei uns gibt es auch Futtermittel für Haus- und Nutztiere sowie einige Produkte, die keine Lebensmittel sind. Vonseiten der Stadt Reichenbach bekamen wir zwischenzeitlich die Auflage, alles außer den Lebensmitteln aus dem Sortiment zu nehmen und diese nicht mehr zu verkaufen. Doch wie sollte das umgesetzt werden? Wir haben uns dann über unser Steuerbüro erkundigt, was machbar ist und was nicht. Letztendlich darf der Bauern-Laden weiter öffnen.

Ich bin froh, dass das so klappt. Das ist aber auch nur deshalb möglich, weil unsere drei Verkäuferinnen so engagiert und flexibel sind. Eine der Mitarbeiterinnen hat zwei kleine Kinder. Sie wechselt sich mit ihrem Mann in der Kinderbetreuung ab und legt die Schichten entsprechend. Das tragen die anderen Verkäuferinnen mit und ich freue mich sehr über diesen Zusammenhalt in meinem kleinen Unternehmen. Wir haben einiges umdisponiert in der Corona-Krise. Mehr als drei Leute dürfen nicht in den Laden und es geht durch den Vordereingang hinein und die Hintertür wieder raus.

Bezahlt wird im Briefumschlag

Für Senioren und Menschen mit gesundheitlichem Risiko habe ich kurzerhand einen Lieferservice eingerichtet und fahre da selbst die Waren aus. Bestellt wird über das Telefon und bezahlt im Briefumschlag, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Das wird auch angenommen, beschränkt sich allerdings auf Reichenbach und das nahe Umfeld. Mehr ist mit unserem Betrieb nicht zu schaffen und auch wirtschaftlich nicht machbar. Wir sind eine kleine Verkaufsstelle für die Landbevölkerung und haben vor allem Stammkunden, von denen wir hoffen, dass sie gesund bleiben und uns weiter die Treue halten.

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