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Döbeln

Wie geht es mit der Umweltwerkstatt weiter?

Das Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel kann dank einer Vereinbarung enger mit dem Kreis zusammenarbeiten. Dafür gibt es Geld vom Freistaat.

Carin Lau ist die Leiterin und Dietmar Klein der Mann für alles im Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel.
Carin Lau ist die Leiterin und Dietmar Klein der Mann für alles im Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel. © Dietmar Thomas

Döbeln. Die Türen der Döbelner Umweltwerkstatt sind seit Anfang des Jahres geschlossen. Wie, wann und ob in der Einrichtung des Landkreises weitergehen wird, ist derzeit völlig unklar. Die Stelle des Werkstattleiters konnte nach der Kündigung des bisherigen Mitarbeiters noch nicht wieder besetzt werden.

Zahlreiche, vor allem handwerkliche Aufgaben für den Natur- und Umweltschutz im gesamten Landkreis konnten dort auch mithilfe von Ehrenamtlichen sowie jungen Leuten im Freiwilligen Ökologischen Jahr erledigt werden. „Zum Beispiel müssen allein über 1.000 Schilder mit der schwarzen Eule im flächenmäßig großen Landkreis Mittelsachsen gepflegt und regelmäßig erneuert werden. Dafür müssen wir teilweise bis an die tschechische Grenze fahren“, erläutert Carin Lau, seit 1997 Leiterin des Natur- und Freizeitzentrums Töpelwinkel. „Das sind Dinge, die zwar auch die ehrenamtlichen Naturschutzhelfer im Kreis mit übernehmen. Doch mit der Umweltwerkstatt in Döbeln hatten wir einen optimalen Standort und in der Werkstatt, die dafür nötigen Maschinen und Werkzeuge. Die fehlt uns nun in unserer Arbeit“, so Carin Lau.

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Sie bedauert den momentanen Stillstand sehr. „Wir könnten dringend die Unterstützung und Mitarbeit der Umweltwerkstatt gebrauchen“, sagt sie. Auch deshalb, weil mit der gerade erst unterzeichneten Kooperationsvereinbarung zwischen sechs mittelsächsischen Naturschutzstationen und dem Landratsamt Mittelsachsen noch mehr Arbeit auf die Carin Lau, ihre insgesamt sechs Mitarbeiter sowie die etwa 26 Mitglieder im Verein zukommen werden.

17 000 Euro hat der Verein Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel für dieses Jahr vom Freistaat erhalten, die gleiche Summe steht auch im nächsten Jahr zur Verfügung. Der Landkreis verteilt die Gesamtsumme von 122 415 Euro auf sechs Vereine. „Netzwerkarbeit, Umweltbildung, die Ausbildung der Jungen Naturwächter aber vor allem auch reine Naturschutzpflege, wie beispielsweise am Naturlehrpfad Hölllochweg in Hartha oder der Streuobstwiese auf dem Gelände im Töpelwinkel sollen davon finanziert werden“, berichtet Carin Lau.

Für die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung schickte Carin Lau einen ihrer langjährigen Mitarbeiter und Unterstützer nach Freiberg. Dietmar Klein hat die Umweltwerkstatt in Döbeln 25 Jahre lang geleitet und ist im Töpelwinkel mittlerweile als Rentner und Minijobber der unverzichtbare Mann für alles.

Landrat Matthias Damm (CDU) hob die Bedeutung der Naturschutzstationen im Kreis hervor, da sie wesentliche Träger der Naturschutzarbeit und Umweltbildung seien. „Die Mitwirkenden arbeiten überwiegend ehrenamtlich und bringen ihr Fachwissen ein“, so Damm. Das sei insbesondere durch wissenschaftliche und Monitoringtätigkeiten in den Naturräumen, praktische Naturschutzarbeit und Landschaftspflegetätigkeiten sowie die Kompetenz zur Umweltbildung und Betreuung des Ehrenamtes gekennzeichnet. Der Kreistag Mittelsachsen hatte in der Dezember-Sitzung 2018 beschlossen, sich dieser Freiwilligkeitsaufgabe zu stellen. Im vergangenen Jahr konnten sich Vereine bewerben, im März 2019 erfolgte die Auswahl.