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Wie lange stinkt´s noch in Mücka?

Übler Geruch aus Gullis ärgert die Anwohner seit Wochen. Jetzt verspricht eine Firma Hilfe – der Zeitpunkt ist offen.

Von Doreen Hotzan

Der permanente Gestank hat bei ihr bereits Spuren hinterlassen. „Ich bekomme davon Kopfschmerzen“, klagt Helma Zindler aus Mücka. So könne das doch nicht weitergehen. Daher plädiert sie als Mitglied einer eigens gegründeten Bürgerinitiative dafür, dass etwas gegen diesen Gestank unternommen werden sollte. Dem Abwasserzweckverband „Schwarzer Schöps“ (AZV) ist das Problem bekannt. Es wird durch Schwefelwasserstoff verursacht. Dieses farblose und übelriechende Gas entsteht in den Abwasserkanälen und bahnt sich seinen Weg über die Kanaldeckel an die Oberfläche.

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Wer kümmert sich um den Gestank

und warum ist es in Mücka so schlimm?

Um die Ursache zu bekämpfen, hat sich der AZV Unterstützung geholt. Die Schweriner Firma Unitechnics gilt als Spezialist auf diesem Gebiet. Um herauszufinden, wie hoch die tatsächliche Konzentration des Gases ist, sind zunächst Messungen durchgeführt worden. Und zwar genau dort, wo der Gestank am intensivsten auftritt. Dafür ist das Verbandsgebiet in drei Bereiche eingeteilt worden: Weigersdorf-Mücka, Kollm-Sproitz-Mücka sowie Mücka-Tschernske-Reichwalde-Klärwerk. Mücka hat am häufigsten unter dem Gestank zu leiden, weil hier aus allen drei Bereichen das Abwasser ankommt. Drei Hauptpumpwerke befördern es in Richtung Kläranlage nach Kreba-Neudorf. Bei den Untersuchungen ist Unitechnics zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen. „Die Messungen zeigen teilweise sehr hohe Belastungen an den Pumpwerken und Schächten“, sagt Klaus Jilg von der Schweriner Spezialfirma.

Welche Lösungen gibt es

und wie funktionieren sie?

Dank der gewonnenen Ergebnisse aus den Messungen kommen verschiedene Lösungen für das Problem in Betracht. „Es gibt mehrere Maßnahmen zur Vermeidung von Geruch und Korrosion“, erläutert Klaus Jilg. Dazu gehört die Abluftbehandlung. Da wird zwischen mehreren Varianten unterschieden: Kamin, Absaugen mit Filter sowie Absaugen mit Biofilter. Durch diese Methode können Gerüche verringert werden, weil hier die schadstoffbelastete Luft gezielt abgesaugt und behandelt wird. Eine weitere Möglichkeit zur Bekämpfung der Gerüche wäre der Schachtfilter. Der wird im Schacht so eingehängt, dass er den Eingang vollständig bedeckt. Dadurch wird verhindert, dass Gerüche an die Oberfläche dringen können. Der Einsatz von Chemikalien kann das Problem ebenfalls eindämmen. „Man gibt entweder Eisen oder Nitrate in das Abwasser“, erläutert Klaus Jilg von Unitechnics. Durch Zugabe von Eisen reagiert das entstehende Sulfid im Abwasser zu Eisensulfid. Dadurch kann es nicht mehr ausgasen. Die Folge: Es gibt keine Gerüche mehr. Ähnlich ist die Wirkung bei Nitraten. Auch durch deren Zugabe in das Abwasser wird das Sulfid gebunden.

Welche Methode verspricht

an welcher Stelle Erfolg?

Katrin Kuhnert, Geschäftsführerin des AZV, ist dankbar für die Unterstützung durch Unitechnics. „Bei uns werden wohl mehrere Maßnahmen greifen“, sagt sie. So könnte sich die Geschäftsführerin durchaus vorstellen, dass gerade am Schwerpunkt Ober Prauske, wo das Abwasser in den Kanälen steht, Chemikalien zum Einsatz kommen. „An einigen Stellen werden wir wohl auch die Filter einsetzen“, so Katrin Kuhnert. Überlegt werde auch, die Pumpwerke zu verlängern. „Wir werden auf jeden Fall die Ursachen bekämpfen“, versichert die Geschäftsführerin. Dass das nicht ganz billig wird, ist Katrin Kuhnert bewusst. Wie viel genau investiert wird, kann sie noch nicht sagen.

Wann geht es los und

wann stinkt es nicht mehr?

Bei dieser Frage hält sich Katrin Kuhnert zurück. Nur so viel: „Wir haben einige Maßnahmen, die Unitechnics vorgestellt hat, in den Haushalt für nächstes Jahr eingestellt“, sagt die Geschäftsführerin. Bei der nächsten Verbandsversammlung sollen die einzelnen Maßnahmen vorgestellt und beschlossen werden. Einen Termin für diese Sitzung gibt es jedoch noch nicht. „Aber vermutlich wird es im Januar soweit sein“, sagt Katrin Kuhnert. Bis dahin heißt es abwarten – und den Gestank ertragen.