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Wie Pirnas Marktplatz einmal aussehen soll

Die Arbeitsgruppe zur Zukunft von Pirnas Zentrum hat ihre Vorschläge veröffentlicht. Die Stadträte haben das letzte Wort.

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© Marko Förster

Von Alexander Müller

Wie wird Pirnas Herz, der Marktplatz, künftig aussehen? Darüber hat in den vergangenen Wochen eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe beraten. Sie brauchte sich keinen Vorgaben zu unterwerfen, das Ergebnis ist dennoch keine Revolution. Die Mitglieder haben sich grundsätzlich darauf verständigt, den Marktplatz bestandsorientiert zu sanieren und nicht etwas komplett Neues zu schaffen. Und doch kommen aus der Arbeitsgruppe interessante Vorschläge:

Der Belag soll fußgänger- und behindertenfreundlicher werden

Für den Belag des Marktplatzes wünscht sich die Arbeitsgruppe eine glattere Oberfläche als jetzt. Damit ist nicht gemeint, dass man künftig schneller ausrutschen soll, sondern dass es keine tiefen Fugen mehr zwischen den einzelnen Pflasterelementen geben soll. Dennoch soll möglichst das vorhandene historische Pflaster genutzt werden, sofern das baulich möglich ist. Insgesamt soll darauf geachtet werden, dass Übergänge weitgehend barrierefrei gestaltet werden und dass das natürliche Gefälle zwischen Ober- und Untermarkt so angepasst wird, dass es für Rollstuhlfahrer kein Problem darstellt.

Auf Poller soll weitgehend

verzichtet werden

Einigkeit bestand in der Arbeitsgruppe dazu, auf Poller, Schilder, Kübel und Ähnliches so weit wie möglich zu verzichten. Bänke soll es aber weiterhin geben. Das gilt auch für Fahrradständer. Deren Optik soll aber verändert werden, sodass sie das Gesamtbild des Marktes nicht stören. Bei der Beleuchtung sollen die großen Mastleuchten verschwinden. Man würde gern einen Lichtplaner zu Hilfe nehmen.

Die Gestaltung der Außengastronomie soll einheitlicher werden

Die Außengastronomie soll sich optisch ebenfalls verändern. Die Lokalitäten sollen zueinanderpassen, nicht im krassen Widerspruch stehen. Damit das funktioniert, wird eine eigenständige Vorschrift für die Möblierung als erforderlich erachtet. Dabei soll es keine Einfriedungen, also Zäune, Geländer oder Ähnliches, geben, es sei denn, die sind zur Verkehrssicherung unbedingt notwendig. Auch auf zusätzliche Elemente wie Bodenbeläge, Podeste und Barrieren solle verzichtet werden.

Der Platz wird komplett vom Durchgangsverkehr befreit

Dürfen weiterhin Autos über den Markt fahren? Die Frage erhitzt schon lange die Gemüter, wurde im jüngsten Verkehrsentwicklungsplan im Prinzip aber schon mit „Nein“ beantwortet. Diesem Votum folgt die Arbeitsgruppe. Ver- und Entsorgungsfahrzeuge sollen aber weiter durchkommen, auch bei Festlichkeiten und Veranstaltungen soll ein problemloses Zu- und Abfahren möglich sein. Das gilt auch für Fahrzeuge, die während der Markttage entweder auf dem Platz selbst stehen oder für die Belieferung und Abholung nötig sind.

Die Marktsanierung soll nicht

während der Biergartenzeit passieren

Die Vorschläge der Arbeitsgruppe, die aus Stadträten, Vertretern der Stadtverwaltung, Experten und betroffenen Gastronomen und Anwohnern bestand, sind erst einmal nur Ideen. Definitives kann nur der Stadtrat durch offizielle Beschlüsse bestimmen. Im Bauausschuss wurden die Anregungen bereits vorgestellt.

Das Rathaus weist darauf hin, dass ein Umbau des Platzes frühestens 2016 beginnen kann. Die Gastronomen äußerten dabei mit Nachdruck den Wunsch, nicht während der Saison zu sanieren. Die ist innerhalb der sogenannten Biergartenzeit, also von April bis September.