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Wie weiter mit der Putzkauer Sauna?

Ein Betreiberverein könnte es richten. Doch es gibt ein ernsthaftes Hindernis – das Alter der meisten Gäste.

Von Ingolf Reinsch
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Der Schmöllner Hartmut Jörns kämpft für den Erhalt der Putzkauer Sauna. Er betont vor allem deren Bedeutung für die Gesundheitsvorsorge.
Der Schmöllner Hartmut Jörns kämpft für den Erhalt der Putzkauer Sauna. Er betont vor allem deren Bedeutung für die Gesundheitsvorsorge. © Steffen Unger

Putzkau. Noch anderthalb Monate läuft die Frist. Für den Fall, dass bis Ende März kein neues Betreibermodell für die Sauna im Putzkauer Freizeit-Center gefunden sein sollte, kündigte die Gemeinde die Schließung der Einrichtung an. Dr. Hartmut Jörns, der seit seinem 18. Lebensjahr in die Sauna geht, würde das wehtun. Seit Monaten kämpft der jetzt 80-Jährige für den Erhalt der Einrichtung. Sein wichtigstes Argument: Sauna ist Gesundheitsvorsorge im besten Sinn. Daran sollte auch der Gemeinde im Interesse der Bürger gelegen sein.

Jüngste Weichenstellungen stimmen zuversichtlich. In Bürgermeister Achim Wünsche fand Hartmut Jörns einen Partner, der zuhört und mit nach Lösungen sucht. So war es möglich, die Sauna nach sechsmonatiger Schließung zu Beginn dieses Jahres wieder zu eröffnen – zunächst befristet für drei Monate. Zehn bis zwölf Besucher kommen an jedem der drei Öffnungstage in der Woche, vor allem Neukircher, Bischofswerdaer und Neustädter. Eine gute Resonanz, auf der man aufbauen kann, wie Hartmut Jörns findet. Nun möchte man einen Schritt weiter gehen. Bei einem Gespräch mit dem Bürgermeister am Donnerstag verständigten sich die Saunafreunde, die Einrichtung ab März an fünf Wochentagen – von Montag bis Freitag jeweils von 16 bis 20 Uhr – zu öffnen.

Saunafeunde durchschnittlich 70 Jahre alt

Um die Sauna dauerhaft zu retten, soll sich nun bis Ende März ein Betreiberverein gründen. Zunächst schien es, das Alter – viele Saunagänger sind über 70 – könnte dafür ein Hindernis sein. Inzwischen gebe es einen Mann um die 60, der das Vorhaben weiter vorantreiben möchte, sagte Hartmut Jörns. Ob am Ende ein eingetragener Verein, eine Interessensgemeinschaft oder ein Freundeskreis steht, sei da für ihn zweitrangig, sagt der Schmöllner.

Bei all dem verhehlt Hartmut Jörns nicht, dass es auch Dinge gibt, die er anders sieht, als der Bürgermeister und die meisten Gemeinderäte. „Die Gemeinde tut viel fürs Schmöllner Bad“, sagt der promovierte Ingenieur. Beides, Bad und Sauna, dienen der Gesundheit. Und er denkt über Synergieeffekte nach, wenn man beides zusammenführen würde. Die ausgeschriebene befristete Stelle für die Kassierung im Bad ließe sich aufs ganze Jahr erweitern, wenn der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin in den anderen Monaten sich um die Sauna kümmern würde. Die technische Betriebsführung der Sauna könnte der Schwimmmeister mit seiner Qualifizierung übernehmen. 

Entscheidung des Gemeinderats gibt den Ausschlag

Bislang unterstützt die bisherige Pächterin den Saunabetrieb ehrenamtlich. Den Vorschlag von Saunafreunden, sie bei der Gemeinde anzustellen, lehnte die Verwaltung ab. Bürgermeister Achim Wünsche betont, die Sauna müsse ohne gemeindliche Zuschüsse – und damit auch ohne deren Personal – auskommen. Er begründet es mit den anderen freiwilligen Leistungen der Gemeinde – und mit der Gleichbehandlung gegenüber Anderen. „Wir fordern vom Schmöllner Sportverein, die Betriebskosten fürs Sportlerheim zu tragen. Da dürfen wir bei allem Verständnis die Saunafreunde nicht bevorzugen“, sagt er. Außerdem werden die dauerhaft angestellten Mitarbeiter des Bades nach ihrem Jahresurlaub und dem Abbummeln der Überstunden vom Sommer auch für den Winterdienst gebraucht.

Die Sauna entstand vor etwa 25 Jahren, als das Freizeit-Center gebaut wurde. Ein Alleinstellungsmerkmal im Schiebocker Land ist das Tauchbecken, sagt Hartmut Jörns. Es ist gesperrt, weil es saniert werden muss. Geschätzt 15 000 Euro würde das kosten. Eingeplant im Haushalt der Gemeinde ist das nicht. Erst will sie den Saunabetrieb sichergestellt wissen. Hartmut Jörns hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es eine Lösung gibt.