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Wiedersehen mit Kasper, Struppi und Co.

Hohnstein hat das Max-Jacob-Museum umgestaltet. Dort gibt es ein Wiedersehen mit ganz alten Bekannten.

Von Anja Weber

Hereinspaziert, hereinspaziert, werden die Besucher in der Traditionsstätte Hohnsteiner Kasper aufgefordert. Nicht vom Kasper persönlich, sondern von einem Plakat, so wie es bei den früheren Aufführungen von Max Jacob die Besucher angelockt hat. Das Plakat ist aber nur der Anfang der Ausstellung in der Traditionsstätte in der Rathausstraße.

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Die Hohnsteiner Schulkasper haben die kleine Bühne im Museum bereits ausprobiert. Foto: Dirk Zschiedrich
Die Hohnsteiner Schulkasper haben die kleine Bühne im Museum bereits ausprobiert. Foto: Dirk Zschiedrich
Was macht denn Struppi hier? Susann Gramm, Manfred Schober und Heike Krause, die Chefin des Traditionsvereins Hohnsteiner Kasper (v.l.), wissen um die Geschichte. Im Museum kann man sie erfahren. Foto: Dirk Zschiedrich
Was macht denn Struppi hier? Susann Gramm, Manfred Schober und Heike Krause, die Chefin des Traditionsvereins Hohnsteiner Kasper (v.l.), wissen um die Geschichte. Im Museum kann man sie erfahren. Foto: Dirk Zschiedrich

In den vergangenen Wochen wurde das Museum komplett neu gestaltet und mit weiteren Exponaten bestückt. Konzipiert wurde die Ausstellung von der Chemnitzer Kunst-und Kulturwissenschaftlerin Susann Gramm und dem ehemaligen Sebnitzer Museumsleiter Manfred Schober. Er verwaltet zum Beispiel den Nachlass von Marie Jacob, der Frau von Max Jacob.

Die Besucher werden im Museum auf einen kleinen Rundweg geschickt, um mehr über die Geschichte der Hohnsteiner Puppenspiele und das Wirken von Max Jacob zu erfahren. An den Wänden sind Informationstafeln angebracht, auf denen die insgesamt sechs Stationen beschrieben sind. Da die Exponate noch Generationen überdauern sollen, werden sie hinter Glas präsentiert. Für Kinder gibt es einige Handpuppen zum Anfassen. Die Vitrinen in der Ausstellung gliedern sich in verschiedene Themenbereiche. So erfahren die Besucher etwas über die Hohnsteiner Handpuppenbühne, über die Zeit der Familie Jacob in Hartenstein und Hohnstein sowie auch über diejenigen, die vor und hinter den Kulissen der Handpuppenbühne gewirkt haben. So erhalten die Gäste Informationen über Elisabeth Grünwald und Friedel Kos-
tor. Beide haben zum Beispiel die Kostüme für die Handpuppen genäht. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit dem Hund Struppi, bekannt aus Kindersendungen im DDR-Fernsehen. Die Hunde-Puppe stammt ebenfalls aus den Händen der zwei Frauen. Ein weiterer Bereich der Ausstellung beschäftigt sich mit den Auftrittsorten der Handpuppenbühne. Und zum Schluss können die Besucher einen Ausflug in die Neuzeit unternehmen und einiges über die Bemühungen Hohnsteins erfahren, den Kasper wieder in den Mittelpunkt zu rücken.

Zentraler Ort ist eine kleine Handpuppenbühne. Sie kann auch genutzt werden, wie die Hohnsteiner Schulkasper kürzlich demonstrierten. Eine weitere Vitrine ist komplett dem Wirken der Familie Berger aus Hohnstein gewidmet. Das Unternehmen stellt noch heute die berühmten Kasperpuppen her.

Das kleine Museum kann auch einige ganz alte Ausstellungstücke präsentieren. So bekam es zwei originale Kasperpuppen geschenkt. Sie wurden von Theo Eggink hergestellt. Er ist der Erste, der Puppen für Max Jacob geschnitzt hat. Außerdem haben die Städtischen Sammlungen Sebnitz eine besondere Leihgabe aus dem Nachlass von Marie Jacob zur Verfügung gestellt: die erste Schreibmaschine, auf der Max Jacob seine Stücke geschrieben hat. Dazu gibt es noch eine größere Sammlung von Schallplatten mit Max-Jacob-Stücken, gespielt von der Puppenbühne Friedrich Arndt.

Die Neugestaltung des Museums wurde von der Kulturstiftung Sachsen und aus dem Preisgeld des Wettbewerbes „Ab in die Mitte“ finanziell unterstützt. Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD) bedankte sich anlässlich der Eröffnung bei dem Hohnsteiner Einwohner Eberhard Oberst. Er hatte die allererste Ausstellung über Max Jacob im Jahr 2005 konzipiert und umgesetzt. Und der Bürgermeister dankte auch dem Ehepaar Hellwig aus der Partnerstadt Meersburg, das der Stadt Hohnstein damals eine Puppensammlung geschenkt hatte und damit den Grundstock für das heutige Museum legte.

Öffnungszeiten (wie Gästeamt): Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr, Sonnabend 9 bis 12 Uhr und Sonntag von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr.