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Hoyerswerda

Wiedersehen nach der Zwangspause

Das Bürgerbündnis „Hoyerswerda hilft mit Herz“ nimmt die Arbeit mit Flüchtlingen wieder auf.

Ute Hempel (links hinten) zeigt mit Familie Miri und einigen Kindern den bemalten Stoff.
Ute Hempel (links hinten) zeigt mit Familie Miri und einigen Kindern den bemalten Stoff. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. „Endlich wieder zusammen!“ Das war nach der staatlich verordneten siebenwöchigen Corona-Zwangspause das Motto des ersten Wiedersehens der Kinder des Awo-Flüchtlingsheimes Haus II mit Ute Hempel vom Bürgerbündnis „Hoyerswerda hilft mit Herz“. – „Hallo, Frau Ute“ begrüßten Hanna, Ismail und die anderen fröhlich die ehemalige Kita-Erzieherin, die jetzt wieder mit ihnen malen, basteln und singen darf. „Wie es meine Zeit erlaubt, gehe ich zu den Kindern, um ihre Kreativität zu fördern und ihnen deutsche Lebensart sowie Kultur nahe zu bringen“, sagte die Seniorin. Dazu darf sie jetzt auch wieder das Spielzimmer nutzen, allerdings nur mit wenigen Kindern gleichzeitig.

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Wegen des schönen Wetters fand das erste Treffen im Freien statt, wobei die Mädchen und Jungen aus Syrien, Tschetschenien und von anderswo gemeinsam ein altes Bettlaken bemalten und den Bürgersteig mit bunten Kreidebildern verschönerten. Viele Blumen, Herzen und ein Regenbogen kündeten von der Freude, die alle an dieser Aktion hatten. Die Libanesin Maryada Miri sagte: „Den Kindern war langweilig im Heim ohne Ute und das Spielzimmer.“ Die Corona-Pandemie habe aber auch die Kontakte der jüngsten Flüchtlinge zu ihren deutschen Freunden unterbrochen, weil Kitas nur im Notbetrieb arbeiten und alle Schulen geschlossen waren. 

Mittlerweile darf Ibrahim Miri als Viertklässler wieder die Grundschule „An der Elster“ besuchen, und er ist froh, jetzt wenigstens in den Hauptfächern Deutsch, Mathe, Englisch und Sachkunde wieder Unterricht zu bekommen. Die vielen Hausaufgaben während der Corona-Pause waren für ihn eine große Herausforderung, die er teilweise nur mit Hilfe einer deutschen Freundin seiner Mutter meistern konnte. Ältere Schüler hatten Unterstützung von einer Lehrerin der Oberschule „Am Planetarium“, die regelmäßig ins Flüchtlingsheim gekommen ist, erzählte Maryada Miri.

Zoo-Besuch zum Geburtstag

Ute Hempel will mit den Kindern nun auch wieder Radtouren und Waldspaziergänge machen, damit sie die Umgebung von Hoyerswerda kennen lernen. Der fünfte Geburtstag von Maryada Miris Tochter könnte ein Höhepunkt für alle Kinder des Flüchtlingsheims werden, weil sich das Mädchen einen Zoobesuch wünscht. Zusammen mit den anderen macht ihr dieses Erlebnis bestimmt noch mehr Spaß, entwickelte Ute Hempel eine Idee, die sie mit der libanesischen Mutter umsetzen wird.