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Will niemand das Fahrgastschiff fahren?

Nach dem Rückzug eines Investors am Bärwalder See sucht die Gemeinde Boxberg einen neuen. Ein ernsthaftes Angebot gibt es noch nicht.

Die Boot, die derzeit im Hafen der Marina Klitten am Bärwalder See zu Wasser gelassen werden können, sind deutlich kleiner. .
Die Boot, die derzeit im Hafen der Marina Klitten am Bärwalder See zu Wasser gelassen werden können, sind deutlich kleiner. . © Joachim Rehle

Boxberg. Ein Fahrgastschiff auf dem Bärwalder See – diese Idee stand schon, da war noch kein Tropfen Wasser in dem Kohleloch. Heute ist das Gewässer der größte Binnensee in Sachsen und längst touristischer Anziehungspunkt. Doch ein Fahrgastschiff verkehrt noch immer nicht. Unbedingt an der Idee festzuhalten, das wurde auch zur Einweihung der schwimmenden Häuser in der Marina Klitten wieder angemahnt.

Einen ersten Anlauf zur Fahrgastschifffahrt gab es am Pfingstmontag 2011, als die Barkasse „Jasua“ mit zwölf Fahrgästen an Bord in See stach. Zwei Jahre später war der Traum ausgeträumt. Das Schiff wurde zur Reparatur an Land gebracht, aber nie wieder zu Wasser gelassen. Sein Besitzer – einer der ersten, der am Bärwalder See in Wassersport und Tourismus investierte – zog sich 2019 ganz vom See zurück.Da war nicht zu ahnen, dass auch ein zweiter Investor die Segel streichen würde.

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Es geht um mehr als das Schiff

Im Juli 2016 leitete die Gemeinde Boxberg ein Interessenbekundungsverfahren ein, um einen Betreiber für ein Ausflugsschiff mit 130 Plätzen zu finden. Die Erlebnisschifffahrt Oberlausitz GmbH schien dafür der richtige Partner. Ein, sogar viel größeres, Schiff ward gefunden. Der Termin für die Jungfernfahrt auf dem See für März 2018 anberaumt. Aber die Anlanderampen für ein Fahrgastschiff in Boxberg und Klitten wurden erst im Februar 2020 fertig. Die Helling, um ein so großes Schiff überhaupt ins Wasser rein- und gegebenenfalls wieder rauszuheben, soll wohl erst im Frühjahr 2023 gebaut werden, die Anlanderampe in Uhyst erst 2024. Inzwischen hat die Erlebnisschifffahrt Oberlausitz GmbH ihr Engagement in Boxberg beendet. Damit ist nicht nur das Fahrgastschiff in die Ferne gerückt, sondern auch der Neubau von Hotel und Ferienpark am Bärwalder See vorerst vom Tisch. Ein großer Dämpfer für die touristische Entwicklung am See.

Der Ministerpräsident will noch einmal prüfen

Im Frühjahr hat die Gemeinde Boxberg ein zweites Interessenbekundungsverfahren eingeleitet. Gesucht wird ein gewerblicher Dienstleister für Rundfahrten und Linienverkehr mit einem umweltfreundlichen und barrierefreien Fahrgastschiff. Bis 31. Oktober 2020 läuft die Bewerbungsfrist. „Es haben sich Interessenten gemeldet. Es ist aber noch alles sehr unverbindlich“, sagte Bürgermeister Achim Junker (CDU) auf Nachfrage von Tageblatt. Dennoch wolle man die Hoffnung nicht aufgeben. Zumal Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Montag in der Marina Klitten versprach, dass er bereit sei, das Thema noch mal aufzugreifen.

Wegen Corona war die Saison am Bärwalder See verspätet gestartet. „Die Saison läuft gut“, so Achim Junker. Wie die Mitarbeiter des Ordnungsamtes bei ihren Kontrollen feststellen, halten sich die meisten Gäste an die Corona-Auflagen. Und auch beim Sommer Open Air am Klittener Ufer seien der Verwaltung keine diesbezüglichen Verstöße bekannt geworden.

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