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Winterzeit ist Läusezeit

Die Mützen der Kinder liegen auch im Kottmarsdorfer „Koboldhäusel“ eng an eng. Doch noch ist es im Landkreis ruhig um die winzigen Parasiten.

© André Wirsig

Von Romy Kühr

Landkreis. In der Kottmarsdorfer Kita „Koboldhäusel“ liegen in der Garderobe die Mützen der Kinder jetzt wieder dicht beieinander. Das ist eine hervorragende Voraussetzung für Kopfläuse, von einer Kopfbedeckung zu anderen zu wandern. „Wir haben aber schon seit Längerem keine Probleme mehr damit“, sagt Kornelia Grohmann, die Leiterin des „Koboldhäusels“.

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Das Gesundheitsamt des Landkreises bestätigt ihre Erfahrung. Zurzeit sind dem Amt keine besonderen Auffälligkeiten bekannt, teilt die Pressesprecherin des Landratsamtes, Gerlind Walter, auf Nachfrage der SZ mit. Einzelne Meldungen gebe es jedoch das ganze Jahr über immer wieder. Die Kindergärten schätzen aber schon den Winter als typische Läusezeit ein. Elke Mittasch leitet den Kindergarten „Bielebohknirpse“ in Beiersdorf. Sie hat in den vielen Jahren in ihrem Job die Erfahrung gemacht, dass Kopfläuse vor allem im zeitigen Winter auftreten, wenn die Eltern noch arglos sind und noch nicht so genau die Köpfe ihrer Kinder kontrollieren. „Dann können sich die Läuse erst mal gut verbreiten.“ Bisher war das in diesem Winter in Beiersdorf nicht der Fall.

Auch in anderen Kitas im Altkreis bestätigen die Erzieherinnen, dass die Parasiten trotz Mützenzeit nicht mehr aufgetreten sind. Woran das liegt, dafür hat allerdings niemand eine schlüssige Erklärung. „Wir hoffen jedenfalls, dass es so bleibt“, sagt Annegret Olbrich vom Cunnersdorfer Knirpsenhäus’l in Niedercunnersdorf. Denn wenn eine Laus auftaucht, beginnt für die ganze Kita eine aufwendige Prozedur. Die Eltern aller Kinder, die die Einrichtung besuchen, müssen informiert werden, in wiederholten Fällen auch das Gesundheitsamt. Das betroffene Kind muss außerdem erst mal zu Hause bleiben. „Das ist eine ansteckende Infektionskrankheit“, erklärt Annegret Olbrich. Die Kitas sind deshalb darauf angewiesen, dass Eltern es melden, wenn ihr Kind Läuse hat. Treten Läuse bei einem Kind mehrmals innerhalb kurzer Zeit auf, kann die Kita oder Schule verlangen, dass die Eltern eine Bescheinigung vom Hausarzt vorlegen, bevor der Nachwuchs wieder in die Einrichtung kommen darf. Der Arzt soll bestätigen, dass das Kind ordnungsgemäß gegen die Läuse behandelt wurde.

Dazu muss man ein spezielles Läusemittel aus der Apotheke verwenden. Auch alle Nisse, aus denen sich Läuse entwickeln, müssen aus den Haaren entfernt werden. Das ist oft schwierig, weil sie fest haften. Beim Entfernen hilft laut Amtsarzt ein altes Hausmittel: eine Spülung aus drei Esslöffeln Essig auf einen Liter Wasser.

Obwohl die Parasiten sich diesen Winter rarmachen, empfiehlt es sich gerade jetzt in der typischen Läusezeit – also wenn Mützen getragen werden – besonders zu beobachten, was sich auf den Köpfen der Kleinen so tummelt. Je schneller der Kopflausbefall erkannt wird, umso früher kann er bekämpft werden und sich nicht erst weiter übertragen. „Wir merken es in der Kita meistens erst, wenn die Kinder sich jucken oder rötliche Entzündungen am Kopf entstehen“, so Elke Mittasch vom Beiersdorfer Kindergarten. Aber dann ist es schon zu spät. „Wenn ein Kind Läuse hat, trifft es meist andere mit“, so Frau Mittasch.

Vorbeugen kann man nicht. „Eine Impfung wie bei anderen Krankheiten gibt es nicht“, so Gerlind Walter vom Landratsamt. Regelmäßige Kontrolle und sofortige Behandlung könnten aber dagegen helfen, dass sich die Parasiten stark vermehren.