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Wo die Auerhähne balzten

Die Wanderung führt zu dem Ort, wo früher nach Trophäen gejagt wurde. Heute sind die Balzhütten ein Touristenmagnet.

Von Heinz Strohbach

Die Wanderung beginnt in Hinterhermsdorf an der Buchenparkhalle. Mit grünem Punkt geht es ein kurzes Stück in Richtung Kirnitzschtal. Bald biegt links ein Waldweg nach unten ab, die Höll- oder Zollstraße. Nach einigen Kehren stoßen wird auf den Hollweg, in den wir rechts einbiegen. Kurz danach ist die Talsohle des Kirnitzschtals erreicht, und wir passieren unterhalb des Felsmassivs der Rabensteine den Grenzübergang über den Fluss. Bis 1945 bestand hier die kleine Enklave Hinterdittersbach mit zwei Gasthäusern und zwei Forsthäusern. Am Ende des Krieges wurden die Einwohner vertrieben und die Häuser dem Erdboden gleichgemacht.

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Jetzt vertrauen wir uns dem grünen Strich nach Mezni Louka (Rainwiese) an. Bald erreichen wir die links einmündende Ceske silnice (Böhmerstraße), die als Radweg Nr. 3030 ausgewiesen ist. Darauf geht es allmählich bergan. Dann biegen wir mit der Radwegnummer 3029 in den Velke Mokry (Großer Nasser Grund) ein, der in den Taborovy dul (Lagergrund) mündet. Im Juni können wir an den Ost-Nordseiten der Felsen das Edelweiß der Sächsischen Schweiz, den Sumpfporst, in Blüte finden.

Auf der Höhe erreichen wir die Straße mit dem blauen Strich nach Tokani (Balzhütte). Die Häuser entstanden 1756 aus einem Jägerstützpunkt. 1855 entstand ein Herrenhaus, zu dem sich weitere Gebäude gesellten. Im April beobachtete man in der Umgebung die Auerhahnbalz. Im Herbst nutzte man die Siedlung als Jagdsitz zur Pirsch auf Auerhähne, Hirsche, ausgesetzte Gemsen und Mufflons. Die Wälder der Umgebung dienten auch zur Herstellung von Holzkohle und Pech. 1905 brannten die Häuser ab und wurden danach durch die jetzt stehenden Bauten im Schweizer Stil ersetzt. Fürst Kinsky, dem das Territorium gehörte, organisierte hier im Jahre 1938 ein Treffen deutscher Adliger aus Böhmen mit Abgesandten der britischen Regierung, um über die Lösung der Spannungen zwischen der böhmischen und deutschen Bevölkerungsgruppe zu beraten.

Heute sind die Balzhütten bei Wanderern beliebt, da die Umgebung eine ganze Reihe touristischer Ziele bietet. Zwei Gasthäuser erwarten Besucher. Auch Übernachtungen sind möglich.

Nach der Rast treten wir den Rückweg an. Wir nutzen die Markierung blauer Strich nach Panenska jedla (Jungferntanne). Der Waldweg führt um den Wespenberg herum. An der Weggablung der Jungferntanne finden wir in einer Umzäunung jedoch nur einen Buchenstumpf. Von der Tanne ist keine Spur mehr vorhanden.

An dieser Stelle wechseln wir auf den grünen Strich nach Zadni Jedrichovice (Hinterdittersbach). Fast eben geht es über den Hohen Hübel. Erst danach senkt sich unser Weg ins Tal hinunter, welches wir am Grenzübergang erreichen und damit unsere Runde geschlossen haben. Über Hollweg und Höll- oder Zollstraße geht es wieder zur Buchenparkhalle nach oben.