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Wo die dritten Zähne entstehen

Das Dentallabor von der Mättigstraße ist zur Flinzstraße in Bautzen umgezogen. Das war dringend nötig und bietet neue Chancen.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Görlitz – Immer eine Reise wert

Die Stadt Görlitz wird von vielen als „Perle an der Neiße“ oder „schönste Stadt Deutschlands“ bezeichnet. Warum? Das erfahren Sie hier.

Bautzen. Das Geräusch kennt man vom Zahnarzt. Doch auch im zahntechnischen Labor surren und kreischen die Fräsen und Bohrer. Unter geschickten Händen entstehen die sogenannten „Dritten“. Brücken, Kronen oder Zahnprothesen füllen die Lücken in den Zahnreihen. Christine Hupel und ihren Mitarbeiterinnen vom Dentallabor „Neue Zähne Görlitz“ macht ihre Arbeit seit dem 15. Januar noch mehr Freude. Denn an dem Tag bezogen sie ihre neuen Räume in der Flinzstraße 2. „Die Handwerker haben ganz toll gearbeitet und in nur anderthalb Wochen unser neues Labor hergerichtet“, freut sich Christine Hupel.

Das Unternehmen wurde in den 90er-Jahren in Görlitz gegründet und gehört zur Hothorn Dental Group. Seit 2014 gibt es eine Filiale in Bautzen. Die befand sich bis zum Ende vergangenen Jahres an der Mättigstraße 27. Nachdem Christine Hupel dort zunächst alleine gearbeitet hatte, war die Mitarbeiterzahl über die Jahre auf vier angewachsen. Auf einer Fläche von nur 50 Quadratmetern wurde es ziemlich eng. Deshalb begab man sich auf die Suche nach größeren Räumlichkeiten. Auf der Flinzstraße 2, wo sich zuletzt ein Geschäft mit orientalischen Spezialitäten und davor ein Bistro befunden hatte, erwiesen sich die Bedingungen als ideal. „Wir haben hier rund 130 Quadratmeter zur Verfügung“, sagt Christine Hupel. In dem Raum, der für das Bistro als Küche gedient hatte, richtete sie nun den sogenannten Gips- und Gussraum ein, wo die Modelle des Mundraumes gegossen werden, in die dann der Zahnersatz eingepasst wird.

Freitag wird Einzug gefeiert

Im Hauptraum befinden sich sechs Arbeitsplätze, an denen die Mitarbeiterinnen den Feinschliff vornehmen. Außerdem gibt es noch zwei Reinst-Arbeitsplätze, die mittels einer Trennwand von Stäuben frei gehalten werden. Diese Trennwand wurde von den Handwerkern beim Umbau mit eingebaut. Außerdem wurden die Räume frisch gemalert und mit einer Druckluft- und Gas-Anlage ausgestattet. Erneuert wurde auch die Elektroinstallation. Die gesamte Beleuchtung wurde mit energiesparenden LED-Lampen versehen. Ein Teil der Möbel wurde aus dem alten Labor mitgenommen, musste aber an die neuen Bedingungen angepasst werden. Einige Möbel wurden auch neu angeschafft.

Am Freitag wird der Umzug mit den beteiligten Handwerksbetrieben, aber auch den Zahnärzten, mit denen das Dentallabor Neue Zähne Görlitz zusammenarbeitet, gefeiert. Zu den Auftraggebern gehören rund 90 Zahnarztpraxen aus der gesamten Region zwischen Görlitz und Bautzen. „Bestimmte spezialisierte Geräte wie 3-D-Drucker oder Fräsen befinden sich nur in unserer Zentralstelle in Görlitz, die uns die Rohlinge liefert, die wir dann hier bearbeiten“, sagt Christine Hupel. Verwendet wird ausschließlich Material aus der deutschen Dentalindustrie.

Der Umzug bietet nun auch die Möglichkeit, Lehrlinge auszubilden. Der dafür nötige Arbeitsplatz wurde bereits eingerichtet. Mitte Februar startet hier ein 29-jähriger Syrer ein 14-tägiges Praktikum. Sollte dies erfolgreich verlaufen, könnte er anschließend eine Einstiegsqualifizierung durchlaufen. „Wir bieten aber auch Schülerpraktika an“, sagt Christine Hupel. Denn der Beruf des Zahntechnikers sei sehr spannend und abwechslungsreich. Schüler mit mindestens Realschulabschluss sollten gute Noten in den Naturwissenschaften und geschickte Hände haben.