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Hoyerswerda

Wo Freizeitkapitäne zum Patent kommen

Der Inhaber der Sportbootschule in Hoyerswerda hat sehnsüchtig darauf gewartet, wieder öffnen zu dürfen.

Jens Schuster möchte bald wieder angehende Freizeitkapitäne unterrichten.
Jens Schuster möchte bald wieder angehende Freizeitkapitäne unterrichten. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Mit einem Motor- oder Segelboot die Seen des Lausitzer Seenlandes, Flüsse oder Meere zu erkunden und dabei die Freiheit auf dem Wasser zu erleben – davon träumt so mancher. Doch wer Freizeitkapitän werden möchte, muss vorher einen Sportbootführerschein (SBF) erwerben. „Dieser hat dieselbe Bedeutung wie ein Führerschein im Straßenverkehr“, erklärte Jens Schuster, Besitzer der Sportbootschule Ostsachsen in Hoyerswerda.

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Wenn er nicht von Corona ausgebremst wird, unterweist er im Schulungsraum in der Friedrichsstraße 15 zum Beispiel Jugendliche ab 14 Jahren, die den „SBF Binnen Segeln“ erwerben wollen. Diese dürfen dann ein Boot mit einer Rumpflänge von maximal 15 Metern segeln. Ab dem 16. Geburtstag darf sich bei ihm jeder Interessent theoretische, praktische und rechtliche Grundlagen zum Führen eines Motorbootes ab 15 PS aneignen, erklärte Jens Schuster. Mit dem „SBF Binnen Motor“ ist dann das Fahren auf deutschen und internationalen Binnengewässern erlaubt und mit dem „SBF See“ das Kreuzen in nationalen und internationalen Küstengewässern. Die praktischen Ausbildungsteile und Prüfungen finden auf Seen im Lausitzer Seenland statt. Boote dafür stellt die Schule.

Die Besitzer des „SBF Binnen Motor“ sollten und die des „SBF See“ müssen auch das/den amtlichen, weltweit gültigen Short Range Certificate (SRC/ meint: Funkschein) oder das UKW-Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk (UBI) erwerben. Ohne diese Nachweise beziehungsweise die damit dokumentierten Kenntnisse ist es ihnen nämlich nicht möglich, am Sprechfunk- und Sicherheitsfunkverkehr teilzunehmen, sagte Jens Schuster. Wer den „SBF See“ will , muss zwingend den Fachkundenachweis Seenotsignalmittel erbringen. Sonst darf er auf See vorgeschriebene pyrotechnische Rettungsmittel weder erwerben noch benutzen.

Durch die Corona-Pandemie konnte die Bootsschule zuletzt keine Ausbildungen durchführen, erzählte Jens Schuster. Die Teilnehmer des im März begonnenen „SBF See“ müssen auf ihre praktische Prüfung am Schwielochsee warten, weil die Prüfer jetzt einfach nicht arbeiten dürfen. Auch die schon ausgebuchten Segeltörns der Hoyerswerdaer Sportbootschule im Mai auf der Ostsee und im Oktober auf dem Mittelmeer werden wohl entfallen, weil Häfen und Grenzen noch geschlossen sind. Außerdem gilt die von der Bundesregierung ausgesprochene weltweite Reisewarnung nach wie vor. 

Alle relevanten Veränderungen werden im Internet unter www.bootsschule-ostsachsen.de eingestellt, so dass jedermann erfahren kann, wann die Ausbildungen weitergehen dürfen. Laut der aktuellen Corona-Schutz-Verordnung von Sachsen ist der Besuch von Fahr-, Flug- und Bootsschulen  ab dem 15. Mai wieder möglich.