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Wo ist die Löbauer Bismarck-Statue?

Heute vor 200 Jahren ist Bismarck geboren worden. Sein Löbauer Denkmal ist weiter verschollen.

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Von D. Rößler und G. Wandt

Löbau. Auch rund um Löbau war er ein Held: Türme, Gedenksteine, Büsten – mehr als 600 Mal würdigten Bürger den „Eisernen Kanzler“ Otto von Bismarck (1. April 1815 - 30. Juli 1898). 1904 entstand das größte und letzte noch bestehende Bismarck-Ehrenmal in der südlichen Oberlausitz. Der 19,5 Meter hohe Bismarckturm in Neugersdorf. Die Weltkriege hat er überlebt. Das gilt eingeschränkt auch für die Statue, die in Löbau am Wettiner Platz gestanden hat. Der Sockel dort ist heute ein Denkmal für die Opfer des Faschismus. Doch über das Schicksal der Statue ist nach wie vor nicht viel bekannt. So weiß man noch nicht einmal mehr, wann genau die Bismarck-Statue eigentlich entfernt worden ist, sagt Stadtarchivar Jürgen Görner. Zwar hat es auch in den vergangenen Jahren immer wieder Forscher gegeben, die sich nach neuen Erkenntnissen erkundigt haben. Doch etwas Neues ist nicht bekannt geworden. Damit weiß man nur, dass das Denkmal kurz nach dem Krieg auf dem städtischen Bauhof gelagert gewesen sein soll. „Es ist aber nichts dokumentiert“, sagt Görner. Und so kann man nur spekulieren, ob jemand das Denkmal vor der Zerstörung retten oder lediglich das Material sichern wollte. „Möglich ist alles“, meint der Leiter des Stadtarchivs.

Fakt ist lediglich, dass die 1,90 Meter hohe Bronzestatue abgebaut und abtransportiert worden ist. Aber Zeitzeugen sind sich einig, dass sie nicht eingeschmolzen wurde. Eine immer wieder zitierte Quelle sagt: „Sie wurde „nordwestlich von Löbau vergraben“. Bei der größten Ausgrabung der vergangenen Jahrzehnte in dieser Gegend, dem Bau der neuen B 178, wurde sie aber offensichtlich nicht gefunden.

Ruht Bismarck also tatsächlich immer noch in der Erde? Zeitzeugen dürften immer rarer werden. Vielleicht ist jetzt die letzte Gelegenheit. Und wäre der 200. Geburtstag nicht ein wunderbarer Anlass für eine „Wiedergeburt“?