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Wo Kinder ernst genommen werden

Seit 30 Jahren gibt es die Kita in der Emil-Überall-Straße schon. Hier bestimmen die Kleinen, was auf den Tisch kommt.

Von Johanna Braun

Die letzten Kinder löffeln noch ihren Grießbrei, andere liegen schon für den Mittagsschlaf bereit. In den bunten Räumen der „Löbtauer Schmetterlinge“ wird diesen Monat gefeiert, denn die Kita wird 30. Die Leiterin Viola Dietzschold gehört mit ihrer Stellvertreterin Elke Frenzel und Erzieherin Steffie Rothmann zu den drei „alten Hasen“. Schon seit 1986 arbeitet das Trio in der Kindertagesstätte.

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Seitdem hat sich viel verändert. Zu DDR-Zeiten hatte jede Erzieherin eine feste Gruppe und folgte einem starren Tagesablauf. Was die Kinder interessierte, spielte keine Rolle. „Beim Thema Berufe zum Beispiel musste jedes Kind unsere Reinigungskraft malen. Einfach weil sie vor Ort war“, erzählt Viola Dietzschold lachend. Der große Umbruch kam 2003. Damals machte sich die Kita selbstständig. Sie änderte ihre Arbeitsweise und renovierte mithilfe der Eltern das graue Gebäude. „Diese Veränderungen merkt man auch den Kindern an. Sie sind viel selbstbewusster“, erzählt Steffie Rothmann. Wenn es um Berufe gehe, würden sie bei der Polizei um die Ecke nach einem Besuch fragen oder die Feuerwehr anrufen. „Außerdem können sich die Kinder nun frei zwischen den Räumen bewegen. Sie entscheiden, was sie spielen und lernen wollen“, sagt Elke Frenzel.

Eine andere Betreuung als früher ist auch möglich, weil die Bedingungen heute besser sind. 14 Erwachsene kommen zurzeit auf 112 Kinder. Sechs von ihnen haben eine Behinderung und werden deshalb intensiver betreut. Am Ende gibt es trotzdem doppelt so viele Erzieher pro Kind, denn früher musste sich ein Betreuer noch um rund 20 Kinder kümmern.

Kinderrechte sind zurzeit ein großes Thema. An einer Wand erklären Fotos, worum es dabei geht. „Wenn ein Kind von jemandem nicht gewickelt werden möchte, respektieren wir das“, nennt Elke Frenzel ein Beispiel. 1986 wäre das undenkbar gewesen. Und auch über den nach Zimt duftenden Grießbrei stimmen die Kinder ab. Hat er geschmeckt, wird eine Murmel zu einem lachenden Gesicht gelegt.

Den dreien macht ihr Beruf Spaß. „Es wird hier nie langweilig“, fasst Viola Dietzschold zusammen. Das hat sich zum Glück auch nach 30 Jahren nicht geändert.