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Wo Wilsdruff investiert

Nicht nur ins Gymnasium fließen Millionen Euro. Sieben Fakten zum Stadthaushalt für 2019/20.

Das alte Grumbacher Rathaus soll nach der Kommunalwahl eine Frischekur und einen barrierefreien Zugang bekommen.
Das alte Grumbacher Rathaus soll nach der Kommunalwahl eine Frischekur und einen barrierefreien Zugang bekommen. © Karl-Ludwig Oberthür

Der Wilsdruffer Stadtrat hat sich auf die Finanzpläne für 2019 und 2020 verständigt. Die Abgeordneten verabschiedeten den Doppelhaushalt 2019/2020 einstimmig. Dieser sieht für 2019 Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 30,5 Millionen Euro vor, erklärt Kämmerin Karla Horn. Der Etat für 2020 sei um eine halbe Million Euro höher. Dabei verzichtet die Stadt auf Steuererhöhungen. Demnach bleibt es bei den bisherigen Hebesätzen (Gewerbesteuer: 420 von Hundert, Grundsteuer A 350 von Hundert und Grundsteuer B 450 von Hundert). Wilsdruff halte weiter am Kurs fest, Investitionen nach Prioritäten abzuarbeiten und – wo es geht – auch Fördermittel einzusetzen, sagt Bürgermeister Ralf Rother (CDU).

Die Einnahmen bleiben konstant

Wilsdruff hat sich für 2019 und 2020 viel vorgenommen. Um das finanzieren zu können, baut die Stadt wieder auf verschiedene Einnahmen. Das meiste Geld soll über die Grund- und Gewerbesteuern eingenommen werden, in diesem Jahr werden es 9,9, im kommenden 9,7 Million Euro sein, wobei die Gewerbesteuer rund sieben Millionen ausmachen wird. „Sie ist stabil und sogar leicht steigend“, sagt Bürgermeister Ralf Rother (CDU). Erfreulich entwickelt sich auch die Einkommensteuer, die bei 5,3 beziehungsweise 5,5 Millionen Euro liegen wird. Auch diese Steuereinnahme ist im Vergleich zu den Vorjahren etwas höher. Ein Indiz, dass die Löhne gestiegen sind. „Die Wilsdruffer sind besonders fleißig“, so Rother. Je zwei Millionen fließen als Finanzspritze des Landes, sogenannte Schlüsselzuweisungen, in die Stadt. Rund 3,5 Millionen gibt es 2019 und 2020 vom Land als Zuschuss für die Kinderbetreuung in den Kitas und Horten.

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Bauprojekte in Grumbach und woanders

900000 Euro sind für das Grumbacher Windrad eingeplant.
900000 Euro sind für das Grumbacher Windrad eingeplant. © Andreas Weihs;

Wilsdruff steckt Millionen Euro in Bauvorhaben. Genauer gesagt: „In diesem Jahr werden 17 Millionen, im nächsten Jahr 3,2 Millionen Euro investieren“, so Kämmerin Karla Horn. Grund für den großen Unterschied ist das Gymnasium, dessen Neubau in diesem Sommer nach zwei Jahren Bauzeit abgeschlossen werden soll. Insgesamt wird es 24 Millionen Euro kosten, erklärt Bürgermeister Ralf Rother. Neben dieser Großinvestition sollen in diesem Jahr auch der Anbau der Stadtverwaltung und die Rettungswache fertig werden. Auch der Ausbau der Steinsgasse in Mohorn, der Verbindungsstraße zwischen Herzogswalde und Pohrsdorf sowie des Grünen Tals in Braunsdorf sollen beendet werden. Zudem will Wilsdruff neue Projekte beginnen. So soll das Dorfgemeinschaftshaus in Grumbach umgestaltet werden . Hier sollen für 100 000 Euro unter anderem die Akustik verbessert und die sanitären Anlagen erneuert werden. Zudem soll es barrierefrei werden. Wilsdruff möchte auch den alten Kalkofen in Blankenstein als Denkmal erhalten. 153 000 Euro sind dafür vorgesehen. Auch für das Windrad in Grumbach sind 90 000 Euro im Doppelhaushalt eingeplant. Eine der größten Investitionen steht in Grumbach an. Hier soll für zwei Millionen Euro der Hochwasserschutz verbessert werden – vorausgesetzt, die Landesbehörden erteilen die dazu notwendigen Genehmigungen, so Rother. Rund 180 000 Euro sind für weitere Arbeiten an der früheren Schweinemastanlage in Grumbach vorgesehen. Und für 45 000 Euro soll eine neue Brandmeldeanlage in der Dreifeldhalle installiert werden. Mehr als eine Million Euro werden für den Kauf neuer Feuerwehrfahrzeuge bereitgestellt.

Die Werterhaltung wird in den nächsten Jahren viel kosten

Weil Wilsdruff in den letzten Jahren viel in Gebäude und Straßen investiert hat, gibt es jetzt hohe Instandhaltungskosten. Um das Geschaffene zu bewahren, werden in diesem Jahr 1,4 Millionen Euro in die Werterhaltung fließen. Rund 200 000 Euro werden für die Gemeindestraßen gebraucht, 50 000 Euro für Reparaturen der Straßenbeleuchtung, 30 000 Euro für die Instandhaltung der Dorfgemeinschaftshäuser. Außerdem werden 230 000 Euro benötigt, um den Strom für die Straßenbeleuchtung zu bezahlen. Dieser Wert fällt im Vergleich zu den Vorjahren etwas geringer aus, so Rother. Hier mache sich die Umrüstung auf energiesparende LED-Technik bemerkbar.

Die Schulden sind gewachsen

Seit Jahren baut Wilsdruff seine Schulden ab. 2004 war statistisch gesehen jeder Bürger der Stadt mit 1 700 Euro verschuldet. Bis 2018 konnte Wilsdruff diesen Wert auf 880 Euro drücken. Hätte Wilsdruff auf den Bau des Gymnasiums und die Errichtung der Rettungswache verzichtet, würde dieser nach geplantem Schuldenabbau bis 2020 auf 802 Euro sinken. Wegen der Maßnahmen hat die Stadt Kredite aufgenommen. Durch diese erhöht sich die Pro-Kopf-Verschuldung in diesem Jahr auf 2 167 Euro. Ähnlich hoch wird sie im kommenden Jahr sein.

Für die Bildung werden rund mehr als zehn Million Euro ausgegeben.

Knapp 18 Millionen Euro werden im Doppelhaushalt für Kitas eingeplant.
Knapp 18 Millionen Euro werden im Doppelhaushalt für Kitas eingeplant. © Symbolbild/dpa

Bildung und Kinderbetreuung werden auch in Zukunft ein Schwerpunkt der Stadtpolitik bleiben. Sie werden 40 Prozent der Ausgaben ausmachen, sagt Rother. Gut 1,5 Millionen Euro wird Wilsdruff in diesem Jahr für die Schulen ausgeben, um Schulbücher und Möbel zu kaufen sowie die Ganztagsangebote zu finanzieren. 2020 wird dieser Wert auf 1,7 Million Euro steigen. Noch mehr Geld fließt als Zuschuss in die Kitas und Horte. Diese werden 2019 mit 8,7 Millionen Euro und 2020 mit 9,6 Millionen Euro unterstützt. Unter anderem ist geplant, die Kita am Landbergweg für 720 000 Euro um 40 Plätze zu erweitern. Das ist notwendig, weil in Wilsdruff die Zahl der Kinder zunimmt. Zurzeit gibt es 1 710 Betreuungsplätze in Kitas und Horten. Das sind mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2002, so Rother.

Die Personalkosten werden leicht steigen.

Ein großer Posten im Haushalt ist und bleibt das Personal. 2018 wurden dafür rund 3,1 Millionen Euro ausgegeben, 2019 und 2020 werden es rund 3,1 beziehungsweise 3,2 Millionen Euro sein. Für die Steigerung gibt es einen wichtigen Grund: „Wir haben die neuen Tarifabschlüsse berücksichtigt“, so Rother.

Die Musikschule wird weiter gefördert.

Die Stadt unterstützt 2019 und auch 2020 Einrichtungen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, aber als wichtig eingestuft werden. So erhält der Musikschulverein in diesem Jahr 37 000 Euro (2020: 49 000 Euro), das Heimatmuseum jeweils 143 950 Euro, die Bibliothek jeweils 110 400 Euro und das Waldbad Grund jeweils 116 400 Euro. „Das sind jährlich rund 400 000 Euro gut angelegte Zuschüsse“, so Rother. Denn der Stadt sei es wichtig, dass die musische Bildung gefördert werde. Der Musikschulverein unterrichte derzeit 279 Musikschüler. Erfreulich sei auch, dass sich die Investitionen in die Bibliothek bemerkbar machen. Es gibt 1 649 aktive Nutzer, Tendenz steigend.

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