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Woher das „weiße Gold“ Sachsens kommt

Die mittelsächsische Region gehört zum nationalen Geopark Porphyrland. In Mügeln eröffnet nun ein Erlebniszentrum.

Im Mügelner Geoportal (Besucherzentrum) erfahren Besucher alles über den historischen, aber auch den aktuellen Kaolinabbau. Hier zeigt Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke ein riesiges Panoramabild vom heutigen Tagebaugelände.
Im Mügelner Geoportal (Besucherzentrum) erfahren Besucher alles über den historischen, aber auch den aktuellen Kaolinabbau. Hier zeigt Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke ein riesiges Panoramabild vom heutigen Tagebaugelände. ©  Klaus-Dieter Brühl

Mügeln. Die sächsische Region ist steinreich. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht nur das Erzgebirge hat mit seiner jahrhundertelangen Erzbergbau-Geschichte viel zu bieten. Auch im mittelsächsischen Raum verstecken sich in der Erdschicht wertvolle Gesteine, deren Entstehung 300 Millionen Jahre zurückreicht. Gemeint ist das Kaolin, auch als „weißes Gold“ Sachsens bezeichnet, welches ein wichtiger Rohstoff für Keramik ist.

Dieses Gebiet ist in einem landkreisübergreifenden Nationalpark zusammengefasst, im „Geopark Porphyrland. Steinreich in Sachsen“. Zum Geopark Porphyrland gehören mit dem Steinbruch in Großweitzschen, der Burg Mildenstein in Leisnig, dem vesteinerten See in Bockelwitz und dem nationalen Geotop Rochlitzer Berg auch Orte im Landkreis Mittelsachsen.

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In Deutschland gibt es 16 „Nationale GeoParks“. Sie bilden ein Fenster in die Erdgeschichte und machen mit Informationstafeln, Museen, Veranstaltungen, Sehenswürdigkeiten und speziellen Besucherzentren (auch genannt Geoportale) die geologische und landschaftliche Entwicklung erlebbar. Sie sollen die Identifikation mit der Region, Tourismus und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung fördern. Der Geopark Porphyrland ist seit Ende 2014 als Nationaler GeoPark zertifiziert.

©  SZ-Grafik

Vom Bahnhof zum Geoportal

Mit dem Bahnhof Mügeln, der aktuell zu einem hochmodernen Besucherzentrum umgebaut wird, soll nun ein sogenanntes Geoportal hinzukommen. Für insgesamt rund 2,8 Millionen Euro wurde das Bahnhofsgebäude von der Stadt Mügeln in den vergangenen zwei Jahren aufwendig saniert und nun zu einem modernen multimedialen Museum umgestaltet. 

In der Erlebniswelt können Neugierige ab kommender Woche alles zur Geschichte und zur Bedeutung des Kaolinabbaus in der Region, aber auch zur Schmalspurbahn erfahren. In der Ausstellung wird es für alle Alters- und Wissensgruppen von Kindern bis zu Experten nicht nur Infotafeln, sondern auch interaktive Module, Kino, ein Labyrinth, Spielmodule, Exponate, Expertenterminals und ein Riesenteleskop geben. Ein Panoramabild kann mit einer 360-Grad-Brille betrachtet werden.

Kaolin, das „weiße Gold“ Sachsens, ist ein wertvoller Rohstoff für Keramik.
Kaolin, das „weiße Gold“ Sachsens, ist ein wertvoller Rohstoff für Keramik. ©  Klaus-Dieter Brühl

Auf schmaler Spur seit 200 Jahren

Untrennbar verbunden mit der Geschichte des Kaolinabbaus in der Region ist die Schmalspurbahn und damit auch der ehemals größte deutsche Kleinbahn-Bahnhof in Mügeln. Zu den Hochzeiten des Kaolinabbaus diente der Bahnhof als zentraler Umschlagplatz für den wertvollen Ton-Rohstoff. Auch für die Landwirtschaft und den täglichen Personenverkehr wurde die Kleinbahn genutzt. 

Seit 1884 bis in die 60er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts fuhr die Schmalspurbahn bis nach Döbeln. Der überwiegende Teil der Strecken ist längst stillgelegt und existiert nicht mehr. Doch die Döllnitzbahn, der „Wilde Robert“, verkehrt zwischen Oschatz-Mügeln-Kemmlitz und Glossen und konnte nach der Wende mit viel Mühe erhalten werden.

In der Erlebniswelt taucht der Besucher in die Abbau-Geschichte ein.
In der Erlebniswelt taucht der Besucher in die Abbau-Geschichte ein. ©  Klaus-Dieter Brühl

Die Erlebniswelt Kaolin

Das Geoportal „Erlebniswelt Kaolin“ im Bahnhof Mügeln wird am 23. August mit einem Fest eröffnet. Zu finden ist das Multi-Media-Museum in der Bahnhofstr. 2 in Mügeln. Die Anreise ist mit der Döllnitzbahn und mit dem Auto möglich, es gibt einen Parkplatz am Bahnhof Mügeln.

Geöffnet hat die Erlebniswelt ab

26. August Mittwoch bis Sonntag in der Sommerzeit (1.4.- 31.10.): von

10 bis 17 Uhr und in der Winterzeit (1.11.-31.3.) von 10 bis 16 Uhr.

www.geopark-porphyrland.de 

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