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World Award für Dresdner Carbonbeton

Das von der TU Dresden geleitete Projekt mit seinem neuen Baustoff bekommt einen internationalen Preis für nachhaltige Ideen. 

Stefan Minar (l.) vom C³-Projekt nahm die Auszeichnung entgegen.
Stefan Minar (l.) vom C³-Projekt nahm die Auszeichnung entgegen. © PR

Das weltweit am häufigsten verwendete Material nach Wasser ist der Beton. Schon immer ist für seine Herstellung ein hoher Verbrauch an Rohstoffen notwendig. Allein die Produktion von Zement ist für fast sieben Prozent des gesamten Kohlendioxidausstoßes verantwortlich. Für massive Bauwerke wird der Beton mit Stahl verbunden und zum Stahlbeton. Doch der ist mit 40 bis 80 Jahren alles andere als langlebig. An der TU Dresden wurde die Lösung für das Problem entwickelt: Carbonbeton. Der Stahl im Beton wird durch Carbon ersetzt. Da Carbon nicht rostet, wird all der Beton gespart, der lediglich den Stahl vor der Korrosion schützen soll. Dadurch wird bis zu 80 Prozent weniger an Material verwendet. Diese Idee erhielt jetzt den Energy Globe World Award.

Mehr als 2 300 Projekte aus 182 Ländern hatten sich diesmal für den Preis beworben, der seit 1999 jährlich von der österreichischen Energy Globe Foundation ausgelobt wird. Er zeichnet Projekte aus, die nachhaltig sind und damit die Zukunft des Planeten schützen. Vergeben wird er in fünf Kategorien: Erde, Feuer, Wasser, Luft und Jugend. Das von der TU Dresden geleitete Carbonbeton-Projekt „C³ – Carbon Concrete Composite“ war in der Kategorie Erde nominiert und hat dort den Preis gewonnen.

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Das C³-Projekt ist mit einem Forschungsvolumen von circa 70 Millionen Euro das derzeit größte Forschungsprojekt im Bauwesen. Im Rahmen der Innovationsinitiative „Unternehmen Region“ des Bundesforschungsministeriums ist es eines von zehn geförderten Projekten innerhalb des Programms „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“. Das Netzwerk von über 160 Partnern aus Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Verbänden hat das Ziel, den neuen Baustoff Carbonbeton zu erforschen und in die Praxis zu bringen. Bis 2021 sollen in dem Projekt Voraussetzungen geschaffen werden, die C³-Bauweise mit Carbonbeton in der Bauwirtschaft zu etablieren. (jam)