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Wunsch frei für Reichenbacher Blumenfee

Der Blumenladen ist von der Ecke des Marktes ist in die Mitte umgezogen.Das neue Geschäft ist viel heller und gemütlicher

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Von Anja Hecking

Eine Fee ist Annett Maiwald nicht. Wünsche erfüllen kann sie dennoch. Mit dem Umzug ihres Blumengeschäftes von der Marktecke in die Mitte hat sich die 41-Jährige gleich zum Jahresbeginn selbst einen Wunsch erfüllt. „Ich wollte das Geschäft moderner gestalten“, sagt sie. „Am neuen Standort habe ich dafür mehr Möglichkeiten.“

Für die Reichenbacher und Auswärtigen, die hier einkaufen, bedeutet das, dass sie ihr Blumengeschäft am Markt nicht verlieren. Danach sah es beim flüchtigen Vorbeigehen erst aus. Denn vor dem alten Geschäft gegenüber vom Marktstübe’l fehlt der gewohnte Anblick mit Pflanzen und Sträußen. Die Schaufenster sind dunkel und leer. Aber ein Zettel an der Ladentür verrät, dass es wenige Schritte entfernt ein neues Blumengeschäft gibt.

Die ehemaligen Räume einer Versicherung sind zwar etwas kleiner. Dafür wirken sie heller und gemütlicher, und der Blumenladen verändert sich von Tag zu Tag. Das liegt nicht nur an den wechselnden Blumen. Einer Fee gleich lässt Annett Maiwald ihre Verwandlungskünste walten. Die Ideen dazu kommen ihr während der Arbeit.

Der neue Name steht für ein neues Konzept. „Ich will das Individuelle aufgreifen, den Kunden Wünsche erfüllen.“ Manche bringen Vasen oder andere Gefäße von zu Hause mit oder beschreiben Annett Maiwald ihre Wohnstube, damit der gebundene Strauß auch gut dazu passt.

Diese Abwechslung und den Freiraum beim Gestalten liebt die Ladeninhaberin besonders. Ein Feingefühl für Farben und Formen und ihre Kontaktfreude zu anderen Menschen – all das ist schon in Kindheitstagen in der Gärtnerei ihrer Eltern gewachsen.

Dass sie einmal ihr eigenes Geschäft haben wird, daran hat sie damals aber nicht gedacht. Annett Maiwald ist keine Reichenbacherin. Sie mag die unverwechselbare Nähe in so einer Kleinstadt – das Familiäre, den Plausch miteinander. Auch das kennt sie von kleinauf. Sie ist ein Landmensch und lebt mit ihrer Familie bei Weißenberg. Ihr geschäftlicher Umzug in Reichenbach hat sich schon herum gesprochen. Und auch wenn bei dem Wetter jetzt keine Pflanzen draußen stehen und der Name „Blumenfee“ noch über der Ladentür fehlt, kommen Kunden einfach mal so vorbei. Sie wollen sich das neue Geschäft ansehen und erkundigen sich, wie alles so läuft.

Annett Maiwald ist froh, dass sie sich für den Umzug entschieden hat. Rund um den Markt hatte sie schon länger nach einem neuen Standort Ausschau gehalten. Trotz vieler leer stehender Läden in Reichenbach war das aber nicht so einfach. Blumen brauchen Licht und Luft, also auch Räume mit Fenstern im Lagerbereich zum Belüften.

Die Grünpflanzen, Blumen, Gräser und weiteres Zubehör werden über den Großhandel angeliefert. Vieles davon stammt aus regionalen Gärtnereien. Kann man einer Blumenhändlerin, die täglich von so vielen Pflanzen umgeben ist, mit einem Strauß eine Freude bereiten? Annett Maiwald sagt eindeutig ja. Zu Hause stehen immer frische Blumen auf dem Tisch. Tulpen mag sie besonders und als Farbe weiß – weil es so edel wirkt.

Wenn sie wie eine Fee Wünsche erfüllen könnte, dann würden es vor allem mehr volle Läden rund um den Reichenbacher Marktplatz sein. Doch das steht nicht in ihrer Macht. Ausgefallene Ideen hingegen versucht sie hinzubekommen. So wollte ein männlicher Kunde schon mal „ein wenig Gestrüpp“ mit in einen Blumenstrauß gebunden haben. Für wen der Strauß bestimmt war, blieb ein Geheimnis.

Und eine Firma bestellte für eine Mitarbeiterin zur Verabschiedung einen Strauß – so groß, wie es noch nie einen gab. Annett Maiwald gab sich alle Mühe. Ob es am Ende der größte Strauß aller Zeiten war, kann sie nicht sagen. Doch er erreichte Ausmaße eines Wagenrads.