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Zinserhöhung begrüßt

Die Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank hat in der deutschen Wirtschaft und bei Verbänden ein positives Echo gefunden.Frankfurt/Main/Mainz. Übereinstimmend wurde die gestrige Entscheidung der EZB-Spitze, den Leitzins von 3,5 auf 3,75 Prozent anzuheben, als richtiger Schritt gewertet.

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Die Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank hat in der deutschen Wirtschaft und bei Verbänden ein positives Echo gefunden.Frankfurt/Main/Mainz. Übereinstimmend wurde die gestrige Entscheidung der EZB-Spitze, den Leitzins von 3,5 auf 3,75 Prozent anzuheben, als richtiger Schritt gewertet. Zugleich mahnten aber ihre Vertreter, dass der schwache Euro mit geldpolitischen Maßnahmen allein nicht zu stärken sei. Strukturreformen in den elf Ländern der europäischen Währungsunion müssten daher schnellstmöglich angepackt werden. Die Zinserhöhung war laut Bundesbank-Präsident Ernst Welteke notwendig, um später nicht noch heftiger reagieren zu müssen. In einem Interview der ZDF-Sendung "Heute-Journal" sagte Welteke, durch den niedrigen Außenwert des Euro seien die Importgüter teurer geworden, das schlage sich auch nieder auf die Produzenten- und Konsumentenpreise. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, sprach von einem Schritt in die richtige Richtung. "Die Entscheidung ist absolut richtig, vom Zeitpunkt her in Ordnung und auch sehr gut begründet", sagte er in Frankfurt. Der Dresdner-Chef-Ökonom Klaus Friedrich urteilte: "Mit einem Zinsniveau von rund vier Prozent und zwei Prozent Inflation können wir in Europa ohnehin sehr gut leben." Wichtig für den Euro sei, dass besonders von Seiten der Politik die Währung nicht schwach geredet werde. Nach Einschätzung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) kann der Euro nur gestärkt werden, wenn die europäischen Staaten Reformbereitschaft beweisen. Der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) stieß ins gleiche Horn und warnte davor, die Zinserhöhung als Stützaktion für den Euro zu verstehen. Wegen des anhaltenden Wirtschaftsaufschwungs in der Euro-Zone wird die Europäische Zentralbank nach Einschätzung von Analysten noch in diesem Sommer ein weiteres Mal die Zinsen erhöhen, um den Inflationsgefahren rechtzeitig zu begegnen. (dpa/Reuters)

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