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Zittau bekommt nicht nur einen Rotblitzer 

Acht Unfallschwerpunkte haben die Behörden in Zittau ausgemacht. Die meisten werden entschärft.

Ab Mitte 2019 könnte es an zwei Kreuzungen in Zittau Rotblitzer geben.
Ab Mitte 2019 könnte es an zwei Kreuzungen in Zittau Rotblitzer geben. © Archivfoto: dpa

An diesen Zittauer Kreuzungen kracht es am häufigsten oder mit den schwersten Schäden: Dresdner Straße (B 96)/Freudenhöhe, Dresdner/Rathenau-, Dresdner Straße/Tongasse, Görlitzer (B 99)/Leipziger, Schramm-/Äußere Oybiner, Schlieben-/Hochwald-, Äußere Weberstraße (B 96)/Töpferberg, Stadtring (B96)/Klienebergerplatz. Diese acht Schwerpunkte hat die Verkehrsunfallkommission aus Vertretern verschiedener Behörden wie der Polizei und der Stadtverwaltung bei ihrem jüngsten Treffen vor wenigen Tagen besprochen. Als Unfallschwerpunkte gelten Orte - im Zittauer Fall sind das ausschließlich Kreuzungen -, an denen in drei Jahren mindestens fünf Unfälle mit Verletzten oder innerhalb eines Jahres fünf Unfälle des gleichen Typs passiert sind. 

Darum sind die acht Kreuzungen Unfallschwerpunkte und das soll dagegen unternommen werden:: 

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Freudenhöhe: Rot-Blitzer kommt und Grünphasen werden verändert

Die fünfarmige Kreuzung an der Freundenhöhe ist schon länger ein Unfallschwerpunkt. Allein von 2015 bis 2017 hat die Polizei laut Heike Kubiak, Verkehrsexpertin der Stadtverwaltung, zwölf Unfälle mit Verletzten gezählt. Die Untersuchung der Kommission hat nun auch zwei Hauptursachen ergeben: Zum einen donnern einige Autofahrer auch noch bei "dunkelgelb" von der Dresdner Straße über die Kreuzung in Richtung Kaufland. In drei Fällen kam es dadurch zu Unfällen mit Verletzten. Den Rot-Sündern soll nun Einhalt geboten werden. Wie das Landratsamt auf SZ-Anfrage bestätigt, soll nicht nur an der Kreuzung Dresdner/Rathenaustraße, sondern auch an der Freudenhöhe ein Rotblitzer installiert werden. "Die Errichtung ist für 2019 geplant", teilte Sprecherin Julia Bjar auf Anfrage mit. 

Zum anderen sind vor reichlich zwei Jahren die Grünphasen der Ampeln an der Freudenhöhe verändert worden, weil ein Steuergerät ausgetauscht wurde. Das führt offenbar zusätzlich dazu, dass einige Fahrer noch auf der Kreuzung unterwegs sind, während andere schon starten. Kurzfristig - voraussichtlich bis zum Jahresende - sollen die Grünphasen nun wieder verändert werden. Außerdem wird längerfristig über eine Umgestaltung der Kreuzung nachgedacht. 


Weil zu einige noch bei "kirschgrün" fahren, soll an der Freudenhöhe ein Rotblitzer installiert werden.
Weil zu einige noch bei "kirschgrün" fahren, soll an der Freudenhöhe ein Rotblitzer installiert werden. © Foto: Matthias Weber

Dresdner/Rathenaustraße: Rotblitzer wird installiert

Acht Unfälle mit Verletzten hat die Polizei zwischen 2015 und 2017 auf der Kreuzung Dresdner/Rathenaustraße registriert - sechs davon sind nachweislich von Fahrern verursacht worden, die auf der Bundesstraße stadtauswärts unterwegs waren und das Rot der Ampel ignoriert haben. Alle am hellerlichten Tag. Schon früher haben die Behörden versucht, den Unfallschwerpunkt zu entschärfen. Sie waren noch vom Guten im Menschen ausgegangen, haben gedacht, dass die Ampel nachmittags bei untergehender Sonne schlecht zu sehen ist und für deutlich sichtbare Farben gesorgt. Doch es hat nichts genützt. Nun soll der Unfallschwerpunkt ebenfalls mit einem Rotblitzer entschärft werden. Im kommenden Jahr wird er laut Landratsamt installiert, wenn nichts dazwischen kommt. 

Auch an der Kreuzung Dresdner/Rathenaustraße soll ein Rotblitzer installiert werden.
Auch an der Kreuzung Dresdner/Rathenaustraße soll ein Rotblitzer installiert werden. © Archivfoto: Matthias Weber

Görlitzer/Leipziger Straße: Ursachen weiter erforschen

Gleich mehrere schwere Unfälle, auch mit einem Fußgänger und einem Radfahrer, sind auf der Krankenhauskreuzung passiert. Genaue Ursachen lassen sich bislang aber nicht erkennen. "Es ist kein Schema erkenntlich", sagt Heike Kubiak, Leiterin der städtischen Verkehrsbehörde. "Man weiß nicht, wo man hier ansetzen soll." Deshalb wird die Verkehrsunfallkommission die Kreuzung vorerst nur weiter im Auge behalten.

An der Krankenhauskreuzung nicht klar, warum es so häufig kracht.
An der Krankenhauskreuzung nicht klar, warum es so häufig kracht. © Foto: Matthias Weber

Schramm-/Äußere Oybiner Straße: Kreisel kommt spätestens 2021

Die Kreuzung in Zittaus Südwesten ist schon eine alte Bekannte der Verkehrsunfallkommission. Immer wieder gab die Zahl der Unfälle Anlass zur Sorge, immer wieder wurden Maßnahmen wie das Stutzen von Sträuchern für die bessere Sicht oder das Anbringen eines Verkehrsspiegels angeordnet. Doch sie bleibt ein Ort, an dem es häufig kracht. Sechs Mal musste der Krankenwagen zwischen 2015 und 2017 anrücken. Einmal davon hat es einen Radfahrer erwischt. Doch bald ist Schluss mit der Unübersichtlichkeit und der daraus resultierenden Unfallgefahr: Der Landkreis hat die Idee der Verkehrsunfallskommission aufgegriffen und wird die Kreuzung zum Kreisel umbauen. "Im nächsten Jahr möchte der Landkreis mit der Planung beginnen und den entsprechenden Fördermittelantrag stellen", teilte Sprecherin Julia Bjar mit. "Ob ein Baubeginn 2020 realisiert werden kann, ist abhängig von der Baumaßnahme auf der Äußeren Weberstraße, die zur gleichen Zeit durchgeführt wird, und dem damit zusammenhängenden Umleitungsverkehr." Heike Kubiak von der Stadtverwaltung betont zudem, dass die Unfallhäufigkeit nichts mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen während der Umleitungszeit wegen des Schrammstraßen-Ausbaus zu tun hat. Sie sei einzig durch die Geometrie der Kreuzung bedingt.

Sechs Unfälle mit Verletzten sind zwischen 2015 und 2017 an dieser Kreuzung passiert. In zwei, drei Jahren soll sie zum Kreisel umgebaut sein. 
Sechs Unfälle mit Verletzten sind zwischen 2015 und 2017 an dieser Kreuzung passiert. In zwei, drei Jahren soll sie zum Kreisel umgebaut sein.  © Archivfoto: Thomas Eichler

Schlieben-/Hochwaldstraße: Eventuell kommt Fußgängerampel

Auch die Kreuzung Schlieben-/Hochwaldstraße an der Mensa ist schon länger ein Unfallschwerpunkt. Allerdings ist keine eindeutige Ursache zu erkennen. Noch schwieriger wird das, weil seit 2017 der Verkehr wegen des Schrammstraßen-Ausbaus übergangsweise mit Ampeln geregelt wird. Deshalb heißt die Devise vorerst: Weiter beobachten und hoffen, dass die Tempo-Reduzierung zwsichen Schlieben- und Humboldtstraße nach dem Schrammstraßen-Ausbau etwas bewirkt. Durch die geringere Geschwindigkeit würden die Autos schon ganz anders an der Kreuzung ankommen, sagt Heike Kubiak von der Stadtverwaltung. Unabhängig davon will die Stadt prüfen, ob nicht eine bessere Querungshilfe für die Schüler über die Hochwaldstraße angebracht ist. Im Frühjahr will sie die Installation einer Fußgängerampel prüfen lassen. "Mal sehen, ob die Zahlen die Ampel hergeben", so Frau Kubiak.

Nicht nur in den vergangenen Jahren krachte es immer wieder vor der Mensa an der Hochwaldstraße: Dieser Unfall passierte im Juni diesen Jahres.
Nicht nur in den vergangenen Jahren krachte es immer wieder vor der Mensa an der Hochwaldstraße: Dieser Unfall passierte im Juni diesen Jahres. © Archivfoto: Matthias Weber

Äußere Weberstraße/Töpferberg: Erstmal Umbau abwarten

Die Kreuzung an der Weberkirche ist viele Jahre nicht auffällig gewesen. 2017 hat es gleich 16 mal gescheppert. Heike Kubiak, Chefin der städtischen Verkehrsbehörde, vermutet, dass die Häufung vor allem mit dem zusätzlichen Verkehr wegen der Umleitung durch den Schrammstraßen-Ausbau zusammenhängt. Die Verkehrsunfallkommission wird die Kreuzung weiter im Auge behalten, aber vor dem Abschluss des Schrammstraßen-Ausbaus und der im kommenden Jahr startenden Sanierung der Äußeren Weberstraße nichts unternehmen.

Hat sich 2017 zum Unfallschwerpunkt entwickelt: Die Kreuzung Grüner Ring/Äußere Weberstraße.
Hat sich 2017 zum Unfallschwerpunkt entwickelt: Die Kreuzung Grüner Ring/Äußere Weberstraße. © Archivfoto: SZ

Stadtring/Luxemburg-Straße: Kreuzung soll umgestaltet werden

Am Klienebergerplatz versuchen die Autofahrer schnell von der Luxemburg-Straße auf oder über den Stadtring zu huschen. Elf Mal ist das 2017 schiefgegangen. Allein acht Mal davon fuhr ein Autolenker einem anderen hinten auf den Wagen. Häufungen zu einer bestimmten Tages- oder Jahreszeit sind nicht zu erkennen. Die Empfehlung der Verkehrsunfallkommission lautet: Langfristig sollte die Kreuzung umgebaut und so entschärft werden.


Weil es oberhalb des Schleifermännchens zu oft kracht, soll die Kreuzung langfristig umgestaltet werden.
Weil es oberhalb des Schleifermännchens zu oft kracht, soll die Kreuzung langfristig umgestaltet werden. © Foto: Matthias Weber

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Fast 1.000 Unfälle hat die Polizei im vergangenen Jahr in der Stadt registriert. Deutlich mehr als 2016. Dafür gab es keine Toten - aber eine Personengruppe, die besonders häufig betroffen war.

Die Kreuzung Dresdner Straße/Tongasse ist vor einigen Jahren vor allem wegen Unfällen mit Radfahrern, die die Tongasse auf der Bundesstraße kreuzten, aufgefallen. Jetzt ist es der Autoverkehr: Sechs Unfälle registrierte die Polizei 2017 an der Kreuzung. In fünf Fällen hatten sie mit Fehlern beim Einbiegen oder Kreuzen der Straßen zu tun. Auffällig ist, dass es vor allem bei Nässe oder Glätte gescheppert hat. Deshalb will die Verkehrsunfallkommission jetzt prüfen lassen, ob der Asphalt an der Kreuzung noch der Norm entspricht.

Ist der Asphalt an der Aldi-Kreuzung nicht mehr griffig genug, so dass es zu mehr Unfällen kommt? Das soll nun überprüft werden.
Ist der Asphalt an der Aldi-Kreuzung nicht mehr griffig genug, so dass es zu mehr Unfällen kommt? Das soll nun überprüft werden. © Archivfoto: Matthias Weber

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