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Zittau zieht die Sammler an

Treffs für Briefmarkenfreunde gibt es in der Oberlausitz immer weniger. Die Neugersdorfer fahren dafür nach Zittau.

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© dpa

Von Jan Lange

Zittau/Neugersdorf. Warum veranstalten die Neugersdorfer Philatelisten eine Sammlerbörse in Zittau? Auf diese Frage hat Dieter Pflugbeil eine ganz einfache Antwort: In der Oberlandstadt gebe es schlichtweg keine Lokalität, die der Zittauer Sparkasse den Rang ablaufen könnte. Zudem habe er 45 Jahre bei der Sparkasse gearbeitet und auch heute, obwohl längst im Ruhestand, immer noch gute Beziehungen zu dem Geldinstitut. Angefangen hatte alles zum Tag der Sachsen 2001, der in Zittau stattfand. Damals wollte sich auch die Sparkasse an der Großveranstaltung mit einer besonderen Aktion beteiligen – der Grundstein für die Zittauer Sammlerbörse war gelegt. Seitdem laden die Briefmarkenfreunde zweimal im Jahr zum Treff in die Sparkasse ein. Die erste Börse in diesem Jahr haben die heimischen Philatelisten bereits hinter sich gebracht, die nächste folgt traditionell im Spätsommer. Doch 2015 wird es noch eine zusätzliche, dritte Börse im November geben, wie Pflugbeil ankündigt. Anlass dafür ist das 25-jährige Gründungsjubiläum des Zittauer Philatelistenvereins „Dr. Alfred Moschkau“.

Früher hatte Dieter Pflugbeil seine philatelistischen Errungenschaften nicht nur in Zittau, sondern auch in anderen Städten in Ostsachsen – von Löbau bis Niesky – gezeigt. Die dortigen Sammlerbörsen haben aber eine nach der anderen aufgegeben. Übriggeblieben ist als einziger der Zittauer Treff, der sich damit zum Leuchtturm für die Sammlerwelt in der Oberlausitz entwickelt hat. „Die nächstgelegene Börse findet in Bautzen statt“, erklärt der Zittauer Sammler, der auch Regionalvertreter für die ostsächsischen Philatelistenvereine im Bund Deutscher Philatelisten ist. Während die hiesigen Veranstalter den Fokus aber mehr auf Exponate aus Papier wie Briefmarken und Postkarten legen, werden in der Spreestadt vor allem Münzen und Medaillen präsentiert. Dass ausgerechnet die Zittauer Börse überlebt hat – dafür findet Pflugbeil ebenfalls eine Erklärung. Die anderen Vereine mussten teilweise sehr hohe Nutzungsgebühren für die Räumlichkeiten bezahlen, die hiesige Sparkasse verlange dagegen nichts von den Sammlern. Aus diesem Grund gebe es auch keinen Eintritt, erklärt der 63-Jährige. Er ist sich sicher, dass die Börse in Zittau noch lange Bestand hat – auch wegen des unterschiedlichen Schwerpunkts zu Bautzen.