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Zittauer Großvermieter sanieren Altbauten

Wohnungsgenosschaft und Wohnbaugesellschaft investieren in diesem Jahr Millionen in Instandhaltungen, Sanierungen und Abrisse. Das sind die Pläne.

Michael Martin(rechts) und Bernd Stieler, Vorstände der Zittauer Wohnungsgenossenschaft, vor der Südstraße 64/66 in Zittau.
Michael Martin(rechts) und Bernd Stieler, Vorstände der Zittauer Wohnungsgenossenschaft, vor der Südstraße 64/66 in Zittau. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Bernd Stieler und Michael Martin, die beiden Vorstände der Zittauer Wohnungsgenossenschaft, zeigen das größte Investitionsobjekt für das neue Jahr: Das älteste Haus der Genossenschaft, die Südstraße 64/66, wird für weit über eine Million Euro komplett saniert und umgebaut. Dazu gehört auch, dass die Loggias des über 100 Jahre alten Gebäudes wieder geöffnet werden. In dem ab Februar leeren Haus sollen am Ende sieben Wohnungen mit jeweils über 90 Quadratmetern Fläche entstehen.

Doch das ist längst noch nicht alles. Die Genossenschaft als der größte Vermieter in Zittau und der zweitgrößte, die Wohnbaugesellschaft - kurz WBG -, wollen in diesem Jahr rund 5,5 Millionen Euro in Bauarbeiten stecken. Das ist ihre Bilanz für 2019 und der Ausblick auf 2020: 

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Wogeno: Neuer Name und Entwicklung von zwei Quartieren

Die Wohnungsgenossenschaft Zittau hat sich im vergangenen Jahr ein Stück weit neu aufgestellt: So firmiert sie nun unter dem Namen Wogeno, um sich von der Wohnbaugesellschaft Zittau abzuheben. Die Vertreter der rund 2.700 Genossenschaftsmitglieder haben das einstimmig befürwortet. Die Geschäftsstelle an der Schillerstraße ist renoviert worden. Zudem sind nun die Mitarbeiter, mit denen die Mieter in erster Line zu tun haben, ins Erdgeschoss gezogen. Damit sind sie vor allem für ältere Besucher besser erreichbar. Laut Vorstand Bernd Stieler soll 2020 auch die Digitalisierung der Büroarbeit vorangetrieben werden, um die Verwaltungsvorgänge zu vereinfachen.

Baulich ist im vergangenen Jahr ebenfalls eine Menge passiert. Die Lauschestraße 16 bis 30 in Olbersdorf hat ein neues Dach bekommen. Außerdem wurde die Fassade gedämmt. Zuvor hätten Mieter Zweifel angemeldet, ob sich der Block vom Typ WBS 70 überhaupt dämmen lässt, sagt Stieler. Nach Abschluss der Baumaßnahme sei es deutlich wärmer in den Wohnungen geworden und hätten sich Mieter bedankt. In der Hirschfelder Karl-Liebknecht-Straße sind Balkone angebaut und eine Fassade gedämmt worden. An einem Problem, dass die Wogeno in den nächsten Jahren beschäftigen wird, hat die Genossenschaft auch gearbeitet: an der Trockenlegung von Häusern in den Heimstätten in Zittau-Süd. Das Gebiet will die Wogeno in den nächsten Jahren unter anderem durch zusätzliche Parkplätze und Freiflächen aufwerten.

Drei Millionen Euro hat die Genossenschaft 2019 investiert, in Instandhaltungen, Reparaturen oder Renovierungen gesteckt. 2020 sollen es 2,5 Millionen Euro werden. Über das größte Projekt an der Südstraße hinaus wird die Graf-York-Straße 5c einen Aufzug bekommen und damit "barrierefrei vom Parkplatz bis zum Bett", wie Stieler sagt. Auch dieses Quartier will die Wogeno wegen der guten Lage - in der Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten wie Kaufland, dem Westpark und dem Olbersdorfer See - in den nächstem Jahren entwickeln.

In Zittau-Ost dagegen wird sie 2022 den Block Am Dreiländereck 1 - 9 abreißen. Eigentlich ist die Genossenschaft kein Freund des Komplett-Rückbaus, weil leere Grundstücke entstehen, die nur Kosten, aber keine Einnahmen verursachen. Viel lieber würde sie von den Wohnblocks einzelne Geschosse herunternehmen und damit nur die leer stehenden Wohnungen, die vor allem in den Obergeschossen zu finden sind, entfernen. Doch im Gegensatz zu anderen Bundesländern werde das in Sachsen nicht gefördert, sagt Michael Martin, der andere Vorstand der Genossenschaft. "Das ist ärgerlich."

WBG: Sanierung von Görlitzer Straße 42/44 und mehrere Abrisse

Das größte Bauprojekt der Wohnbaugesellschaft in diesem Jahr ist die Sanierung der denkmalgeschützten Görlitzer Straße 42/44. Für rund 1,5 Millionen Euro sollen in dem Haus moderne, barrierearme 3-Raum-Wohnungen mit XXL-Balkonen entstehen. Der Clou: Die WBG stellt sich auf die Zukunft ein und bietet eine Lademöglichkeit für E-Autos am Haus, die vom Stellplatz, der zu jeder Wohnung gehört, erreichbar ist. Die Bauanlaufberatung findet nächste Woche statt. Gerade für ältere Menschen, die sich im Alltag ein bisschen helfen lassen wollen, ist die Görlitzer Straße 42/44 eine Option. Sie können verschiedene Angebote von der Lieferung des Mittagessens bis zur Grünpflege beim benachbarten Pflegeheim "Am Weinaupark" buchen. Das wird von einer städtischen Schwestergesellschaft der WBG betrieben.

Pflegeheim am Weinaupark. Zittau. Fassade vom neuen und alten Gebäude. Foto: Rafael Sampedro www.foto-sampedro.de
Pflegeheim am Weinaupark. Zittau. Fassade vom neuen und alten Gebäude. Foto: Rafael Sampedro www.foto-sampedro.de © - keine Angabe im huGO-Archivsys

Rund 1,2 Millionen Euro will die WBG in diesem Jahr in die Instandhaltung ihrer Gebäude stecken. Dazu gehören auch Ausbesserungen an ihrem Hauptsitz, dem alten Johanneum. Dessen Sanierung ist nun schon wieder über 20 Jahre her. Da bröckelt hier und da zum Beispiel der Putz. Auch Vandalismusschäden müssen beseitigt werden. Knapp 400.000 Euro wird die WBG in diesem Jahr in den Abriss von Häusern stecken, weil es für ihre Wohnungen angesichts des anhaltenden Bevölkerungsrückganges keinen Bedarf mehr gibt. Das größte wird der Wohnblock Straße der Freundschaft 10-22 in Zittau Ost sein, an dem kürzlich schon die Feuerwehr üben durfte und der 2019 vom Sturm beschädigt wurde. Von den 27 Mietparteien, die zuletzt noch in den 70 Wohnungen gelebt haben, bleiben 23 der WBG treu. Vier ziehen in andere Bundesländer. Außerdem hat bereits der Rückbau der Herwigsdorfer Straße 6a begonnen. Es folgt die Friedrich-Haupt-Straße 1b. 

Die Herwigsdorfer Straße 6a.
Die Herwigsdorfer Straße 6a. ©  Rafael Sampedro

Im vergangenen Jahr hat die WBG unter anderem die Zahl ihrer Hausmeister aufgestockt, dafür aber Verwaltungspersonal abgebaut. Das größte Bauprojekt war die Sanierung des Wohnblocks in der Dr.-Sommer-Straße, der auch gleich noch auf den Namen "An der Schmalspurbahn" getauft wurde.

Wogeno und WBG in Zahlen

                                                        WBG                                             Wogeno

Wohnungen                             1.850                                             3.000 in Zittau, Olbersdorf,                                                                        1.000 Fremdverwaltung       Hirschfelde und Ostritz

                                                            456 nicht mehr

                                                          bewirtschaftet, aber

                                                          in Bearbeitung

Leerstand                                 23,5 Prozent                              16 Prozent

Mitarbeiter                              22                                                   16 

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