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Zittauer Studentin malt Theaterkalender

Marlene Knoche zeichnet gern in ihrer Freizeit. Ihr künstlerisches Talent hat sie nun genutzt und etwas Gutes fürs Theater getan.

Von Jan Lange

Marlene Knoche hat Talent. Der erste Blick auf ihre Theaterzeichnungen verrät dies. Wie exakt sie die filigrane Halskrause und die Kette des Geistes aus dem Weihnachtsmärchen „A Christmas Carol“ gemalt hat, ist erstaunlich. „Die Kette war gar nicht so schwer zu malen“, erklärt die 22-Jährige. Die Halskrause sei viel schwieriger gewesen. Ein paar Stunden brauchte sie dafür. Andere Bilder sind schneller fertig.

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Insgesamt zwölf Bilder hat die junge Künstlerin anhand von Szenenfotos gemalt. Sie erscheinen in dem neuen Theaterkalender, den der Zittauer Förderverein herausgegeben hat. Marlene Knoche ist seit Jahren selbst Mitglied bei den Theaterfreunden. Ihre Idee, einen Kalender mit Motiven aus den Theaterstücken zu malen, nahmen die Vereinsmitglieder begeistert auf. Seit Sonnabend ist der Kalender an den Theaterkassen in Zittau und Görlitz erhältlich.

Schon einmal hatte Marlene Knoche einen Kalender mit Theatermotiven gemalt. Dies war vor zwei Jahren und die Bilder zeigten Szenen aus dem Weihnachtsmärchen „Der Zauberer von Oz“. Damals hatte der Kalender einen rein privaten Hintergrund – es war ein Weihnachtsgeschenk für ihre Mutter. Diesmal soll der Kalender das Gerhart-Hauptmann-Theater unterstützen. Zu dem hat die junge Frau eine ganz enge Beziehung. Früher gehörte der Theaterbesuch am Silvestertag zum Familienleben. Auch gemeinsam mit Freunden sah sie sich an den Wochenenden sehr oft interessante Stücke an. „Manche Stücke habe ich mir achtmal angesehen“, berichtet die 22-Jährige. Bei jedem Besuch habe sie etwas Neues entdeckt. „Wenn man sich ein Stück nur einmal anschaut, bekommt man nicht alles mit“, meint Marlene Knoche.

Heute ist sie froh, wenn sie überhaupt Zeit findet, einmal in ein Stück zu gehen. Das Informatikstudium lässt ihr nur wenig Spielraum für Theaterbesuche. Zuletzt sah sie sich „hagazussa II“ in Görlitz an. In der Neißestadt lebt Marlene Knoche seit 2009. Wegen des Studiums kam sie hierher.

Ursprünglich wollte sie Kostüm- und Bühnenbild in Dresden studieren. Voraussetzung dafür war allerdings ein praktisches Jahr am Theater. Marlene Knoche hätte durchaus eine Praktikumsstelle an der hiesigen Bühne bekommen können, doch am Ende zerschlugen sich die Pläne aus verschiedenen Gründen wieder. Und so landete sie bei den Informatikern. Heute ist sie froh, dass die Kunst nur ein Hobby für sie ist.

„Ich stehe jetzt kurz vor meiner Bachelor-Arbeit“, erzählt die gebürtige Zittauerin, die eine der wenigen Informatikstudentinnen an der Görlitzer Hochschule ist. Trotz des stressigen Studiums, die Zeit fürs Malen der Kalenderbilder nahm sie sich. „Das Malen ist ein Ausgleich für mich“, sagt sie. Meistens entstanden die Bilder am Abend, nach den Vorlesungen und Seminaren. Die Szenenfotos, die ihr als Vorlage dienten, bekam sie vom Theater. Ausgewählt hat sie beispielsweise Motive aus „Diener zweier Herren“, „The King“, „die große Orientreise“ und „Komödie im Dunkeln“.

Bewusst hatte sie sich für sechs Zittauer und sechs Görlitzer Stücke entschieden: „Beide Theater sollten zu gleichen Teilen vertreten sein.“ Wenn beide Häuser schon ein gemeinsames Theater bilden, dann soll der Kalender auch das gesamte Unternehmen repräsentieren. Dies war Marlene Knoche ein persönliches Anliegen. „Ich wollte kein Konfliktpotenzial erzeugen.“ Besonders deutlich wird dies im Titelbild, das beide Theater vereint. Gut zwei Monate investierte sie in die Herstellung des Kalenders.

Pünktlich zum Jubiläumskonzert anlässlich des 150. Geburtstages von Gerhart Hauptmann präsentierte der Zittauer Theaterverein den fertigen Kalender. Von dem gibt es übrigens nur 300 Stück. Die Theaterfreunde haben nicht so viele Kalender gedruckt, um die Exklusivität zu erhöhen.

www.sanguinik.wordpress.com