merken
PLUS Zittau

Zittaus ältester Dönerladen zieht um

Familie Ceylan schließt die Picknick Döner Stube in der Ludwigstraße und eröffnet sie im ehemaligen Pasta Fantastica auf der Neustadt. Das bringt Vorteile für alle.

Besitzer Sehmus Ceylan vor dem Eingang seines Restaurants auf der Neustadt.
Besitzer Sehmus Ceylan vor dem Eingang seines Restaurants auf der Neustadt. © Matthias Weber/photoweber.de

Sehmus Ceylan mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Einerseits freuen sich er und seine Familie auf die neuen Räume, die sie demnächst mit ihrer Döner Picknick Stube beziehen werden. Andererseits werden sie aber auch die sehr guten Beziehungen zu ihren bisherigen Nachbarn in der Ludwigstraße vermissen.

Dabei ziehen sie nur auf die andere Seite der Neustadt, nämlich in die Räume der ehemaligen Pasta Fantasica. Dort seien die Bedingungen für ihr Fast-Food-Restaurant wesentlich besser als bisher, sagt Sehmus Ceylan. Die Räume sind für die Gastronomie wie gemacht, beispielswesie der nötige Dampfabzug und ein Fettabscheider bereits vorhanden und müssen nicht aufwendig eingebaut werden. Vor allem aber haben die Betreiber mehr Platz. Den braucht Familie Ceylan auch, denn sie wollen ihr Angebot beträchtlich erweitern. Das sei der Wunsch vieler Kunden gewesen, sagt Sehmus Ceylan. Daher bieten sie zukünftig auch Fleisch vom Hähnchenspieß, Falafel, Halloumi und Pommes an. Besonderes nach letzterem hätten die Kunden immer wieder gefragt und diese Kundenwünsche wollen sie gern erfüllen.

Arbeit und Bildung
Alles zum Berufsstart
Alles zum Berufsstart

Deine Ausbildung finden, die Lehre finanzieren, den Beruf fortführen - Hier bekommst Du Stellenangebote und Tipps in der Themenwelt Arbeit und Bildung.

Erstmals gibt's Außengastronomie

Auch haben die Gäste mehr Platz im Gastraum an der Neustadt, gleich beim Schwanenbrunnen. Der wird komplett anders eingerichtet sein als bisher. Schicker und moderner soll es werden, damit die Gäste sich rundum wohlfühlen. Erstmals können die Ceylans dann auch einen Außenbereich anbieten. Ein weiterer Vorteil ist die bessere Belüftung. An der Ludwigstraße haben die Mitarbeiter hinterm Tresen im Sommer bis zu 60 Grad Celsius gemessen. Wie in der Sauna sei das gewesen, sagt der Besitzer. In der Küche war es meist noch schlimmer, denn die hatte keine Fenster. Da half auch intensives Lüften nur wenig. Das werden die vier Brüder wohl am wenigsten vermissen. Umzugspläne hatten sie schon seit einigen Jahren. Doch immer sei etwas dazwischen gekommen. Erst als Marina Nemirovsky ihr Pasta Fantastica aufgab, ergab sich eine ideale Chance und sie setzten die Pläne in die Tat um.

Dennoch fällt ihnen der Abschied nicht ganz leicht. Seit sie 2004 den ältesten Dönerladen Zittaus übernahmen, pflegen sie ein gutes Verhältnis zu ihren Nachbarn. So seien sie zum Beispiel die "Poststelle" für den ganzen Block und nehmen die kleinen und großen Sendungen von vielen anderen Bewohnern entgegen, erzählt Sehmus Ceylan.

Familie lebt seit 1994 in Zittau

Seine Familie lebt seit 1994 in Zittau. Ursprünglich wohnten sie in Berlin. Dann zog der Vater hierher und die Familie folgte ihm wenig später. "Anfangs war das durchaus gewöhnungsbedürftig", sagt Sehmus Ceylan. Als Großstädter sei es ihm hier viel zu ruhig gewesen. Aber inzwischen weiß er gerade diese Ruhe zu schätzen. Wenn Ceylan mal länger weg ist, vermisst er nach eigener Aussage die Stadt. Die Familie fühle sich hier zu Hause. Auch deshalb wolle sie etwas für Zittau und die Einwohner tun. Wenn alles gut geht, eröffnen die Betreiber am 2. Januar ihr neues Restaurant. Dann haben sie für die Kunden einige Überraschungen geplant. 

Weiterführende Artikel

Das waren die Top-Geschichten des Jahres

Das waren die Top-Geschichten des Jahres

Diese 25 Artikel aus Löbau/Zittau haben 2019 die Leser von sächsische.de am stärksten interessiert.

Bis dahin hat die Familie noch einen Wunsch. Wie schon viele andere Geschäftsleute der Stadt vor ihnen wollte auch sie ihre Geschäftsidee fördern lassen. Dafür gibt es das von der EU geförderte Programm "Nachhaltige Stadtentwicklung". Die Mittel können laut Internetseite der Stadt Zittau noch bis 31. Dezember dieses Jahres beantragt werden. Dennoch kam Familie Ceylan offenbar zu spät. "Das Fördervolumen 2019 ist nahezu ausgeschöpft und die von ihm benötigte Summe nicht mehr verfügbar", teilt Stadtsprecher Michael Scholze mit. Das erfuhr auch Familie Ceylan von der zuständigen Mitarbeiterin. Unter anderem deshalb reichte die Familie zunächst keinen Antrag ein. Das wollen sie nun nachholen und wünschen sich, dass dann wenigstens ein Teil ihrer Aufwendungen gefördert wird.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Zittau