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Zu Besuch beim Holz-Michel

Ein Besuchermagnet beim Großenhainer Weihnachtsmarkt ist die kleine Holzwerkstatt.

Von Klaus-Dieter Brühl

Die Kinder drücken sich die Nasen platt am Fenster der kleinen Hütte, die gleich ganz vorn auf dem Großenhainer Weihnachtsmarkt steht. Und die Erwachsenen nicht minder – manche kommen sogar in die Werkstatt hinein, um zu fragen. Werner Michel lässt sich von alledem nicht aus der Ruhe bringen. Geduldig schnitzt der 84-Jährige an seinen Holzfiguren, leimt kaputt gegangene Weihnachtskrippen, repariert Pyramiden, die sich nicht mehr drehen wollen. Wie lange er das hier auf dem Markt schon macht, weiß er selbst nicht mehr genau. Es muss so um 2004/2005 gewesen sein. Gefragt hat man ihn, weil er schon immer gern in seiner Freizeit gebastelt und geschnitzt hat. „Ich war schon immer ein Holzwurm“, sagt der gelernte Tischler. Auch wenn er zu DDR-Zeiten als Flugzeugbauer in einem Betrieb seiner alten Heimatstadt Pirna gearbeitet hat. Aber auch im dortigen Flugzeugturbinenwerk gab es immer mal was mit Holz zu tun. Das Schnitzen hat er in einem Volkskunstzirkel im Riesaer Klubhaus gelernt. „Bei dem Oschatzer Holzbildhauer Werner Plath, da haben wir richtig anspruchsvolle Arbeiten gemacht“, erklärt Werner Michel. Sogar in Ausstellungen waren seine Werke zu sehen. Was er am liebsten schnitzt? „Engel und Bergleute, auch Tiere – die klassischen Weihnachtsfiguren. Ich habe auch schon ganze Schwibbögen damit gestaltet“, sagt er. Geld hat er damit nie verdienen wollen, sondern immer nur „aus Spaß an der Freude“ für den Eigenbedarf geschnitzt. Natürlich auch und vor allem für die Kinder und Enkel. Und weil er vom Holz nicht lassen kann, wird Werner Michel wohl auch im nächsten Jahr wieder auf dem Weihnachtsmarkt in seiner kleinen Werkstatt zu sehen sein. Doch wenn’s wärmer wird, legt Michel erst mal sein Schnitzmesser aus der Hand. Dann geht’s in den Garten.

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Der Garten ruft
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