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Zukunft der Umgebindehaus-Börse unklar

Der IB kann sich nicht mehr um die historischen Fenster und Türen kümmern. Jetzt wird nach einer Lösung gesucht.

© SZ Thomas Knorr

Von Romy Kühr

Die Idee ist so einfach wie wegweisend: Werden alte Umgebindehäuser abgerissen, sichert man originale Fenster, Türstöcke, Balken und andere Teile, die noch verwendbar sind. Diese werden aufgearbeitet und für kleines Geld weiter verkauft an Bauherren, die ein altes Häuschen sanieren wollen.

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So war die Bauteilebörse in Ebersbach-Neugersdorf angedacht. Die Stadt hatte die Idee entwickelt, der Internationale Bund (IB) übernahm das Projekt und baute die Börse auf. Auf einem ehemaligen Betriebsgelände in Neugersdorf wurden die geborgenen Teile gesammelt und archiviert. Doch es gibt auch Kritik, daran, wie die Börse funktioniert. Das berichteten jetzt Stadträte. Die Börse sei teilweise nicht erreichbar und schlecht organisiert. „Die Situation ist tatsächlich zurzeit nicht befriedigend“, bestätigt auch Bernd Noack von der Stadtverwaltung Ebersbach-Neugersdorf. Denn der IB betreute die Bauteilebörse nur befristet, das geförderte Projekt ist mittlerweile wieder beendet.

Damit die Börse, in der zurzeit rund 1 500 verschiedene Einzelteile lagern, erhalten bleiben kann, betreuen die beiden Mitarbeiter der Stiftung Umgebindehaus die Bauteilebörse derzeit mit. Allerdings nur sporadisch und nebenbei, den hauptsächlich arbeiten sie für die Geschäftsstelle der Stiftung. Die hatte im vorigen Monat ihren neuen Sitz im sogenannten Stammhaus auf dem ehemaligen Neugersdorfer Lautexgelände bezogen. „Wir kümmern uns mit darum, da wir ja nun in der Nähe sind“, sagt Arnd Matthes von der Stiftung. Genügend Zeit haben er und sein Kollege dafür aber nicht, eine endgültige Lösung könne das deshalb nicht sein. Auch Peter Ketter vom IB, der die Bauteilebörse mit aufbaute und in den vergangenen anderthalb Jahren betreute, wünscht sich, dass es wie geplant weitergeht. Denn das Angebot werde gut angenommen. Bislang hat er 200 Vermittlungsgespräche geführt. 82 konkrete Anfragen gingen außerdem ein. Diese Bilanz zog der IB-Mitarbeiter zum Ende seines Einsatzes. Bernd Noack von der Stadt sagt, der Grundstein sei mit der Arbeit des IB gelegt. Nun müsse eine praktikable Lösung gefunden werden. Insbesondere müsse die Börse Interessenten unkompliziert zugänglich sein. Das langfristige Ziel soll deshalb sogar ein Internetshop sein.