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Zwei Hausbesitzer aus Dorfhain laden Neugierige zum Rundgang ein

Zum Tag der Architektur steht auch das Wohnhaus von Verena Gaber und Frank Richter offen.

Von Matthias Weigel

Die Sehnsucht nach Ruhe war es, warum es Verena Gaber und Frank Richter 2005 nach Dorfhain verschlug. Nach Jahren in der Dresdner Neustadt sollte es ins Ländliche gehen. Gewünschte Objekte in der Region wie alte Bahnwärterhäuschen waren aber alle zu marode zum Sanieren, sagt Gaber. Schließlich fanden sie in Dorfhain Am Hang ein Grundstück, das für einen Neubau passte. „Viel Platz, Ruhe, Grün und Aussicht“, beschreibt Gaber die Qualitäten.

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Eigene Ideen verwirklicht

Da die Bauherrin schon seit Jahren für das Architekturbüro f29 in Dresden arbeitete, lag die Realisierung durch ihren Chef Peter Zirkel nahe. „Wir haben uns gleich nach dem Kauf vor Ort einen ersten Eindruck verschafft“, erinnert sich Zirkel. Es folgten viele Gespräche über Wünsche und Vorstellungen. Ein Haus zu bauen sei schließlich mit eine der größten Entscheidungen im Leben – da soll am Ende alles passen, sagt Zirkel.

Für die beiden Häuslebauer war vor allem die kompakte Größe – die Kinder waren schließlich schon „aus dem Haus“ –, eine energiesparende Bauweise und ein durchdachtes Lichtkonzept wichtig. „Das Haus musste in den Hang gebaut werden, und wir wollten gern unten wohnen“, sagt Gaber. Ein dunkler Keller Richtung Norden sollte es am Ende nicht sein. Viele Modelle wurden gebastelt, Entwürfe gemacht, Lichtstudien angestellt. Letztlich hat Architekt Zirkel das Haus geteilt und viele Fensterflächen und Oberlichter vorgesehen. Außerdem sind im Inneren fast ausschließlich helle Farben verwendet worden. „Am Sonntag kann sich jeder einen Eindruck davon verschaffen, wie hell es hier ist“, sagt Gaber. Seit einem Jahr lebt sie mit Frank Richter im Haus. „Genau so, wie wir es wollten.“

Ein Haus von der Stange kann sich Gaber nicht vorstellen. „Leute sind immer wieder erstaunt, dass vor dem Bau jemand mit uns über jeden Einzelwunsch geredet hat und darauf eingegangen ist“, sagt sie. Das hat sicher seinen Preis – der im Vergleich aber gerechtfertigt sei. „Doch nicht nur Geld, sondern auch Vertrauen in den Architekten gehört dazu“, sagt Verena Gaber.

Das Haus ist im Ort zudem schon länger Gesprächsthema – wohl nicht nur, weil der Bau ins Visier des Landratsamtes geraten ist, wegen einer B-Plan-Abweichung. „Mit etwas so individuellem ist man immer Kritik ausgesetzt“, sagt Gaber. Am Sonntag ist sie daher gespannt auf die Gespräche und die Begründungen, wieso etwas gefalle oder nicht. „Es ist doch gut, dass sich Menschen damit auseinander setzen“, sagt Zirkel. Das nehme die Scheu vor Architektur. Und sicher wird sich auch der ein oder andere aus Neugier ins Haus verirren.

Offen am Sonntag 14 bis 18 Uhr, Adresse: Am Hang 5 in Dorfhain. Architekt Peter Zirkel und die für den Bau verantwortliche Mitarbeiterin Susanne Liebrisch stehen für Fragen bereit.

www.f29architekten.de