merken
PLUS

Zwei junge Frauen verarzten jetzt 1.600 Patienten

Das Zittauer Ehepaar Beck übergibt die Leitung ihrer Praxis ab Februar an Katja Pätzold und Zuzana Clzkova. Die beiden kennen sich schon von früher.

Zuzana Cizkova, Marianne und Dieter Beck und Katja Pätzold (v. l.).
Zuzana Cizkova, Marianne und Dieter Beck und Katja Pätzold (v. l.). © Matthias Weber

Von Grit Lobstein

Das Ärzteehepaar Dr. Marianne und Dr. Dieter Beck ist glücklich, denn für ihre Hausarztpraxis an der Äußeren Weberstraße in Zittau haben sie Nachfolger gefunden. Ab 1. Februar übernehmen die Diplom-Medizinerin Katja Pätzold und MUDr. Zuzana Clzkova die Leitung.

PPS Medical Fitness GmbH
Physiotherapie bei PPS Medical Fitness
Physiotherapie bei PPS Medical Fitness

Krankengymnastik, Bewegungsbad, physikalische Therapie, Lymphdrainage, Massagen, Outdoor-Training - PPS Medical Fitness ist für Ihre Unterstützung rundum aufgestellt.

Hinter den Becks liegen dann 25 Jahre, an denen sie ununterbrochen - von dem ein oder anderen Urlaub mal abgesehen - für ihre Patienten da waren. Bereits zuvor waren beide viele Jahre als Mediziner tätig. Während Dieter Beck in der Chirurgie des Zittauer Krankenhauses arbeitete, war Dr. Marianne Beck seit 1981 in den Ambulanzen der damaligen Zeit beschäftigt und übernahm 1983 bis zur Wende die Leitung der Westambulanz. Nach der Schließung der Einrichtung entschieden sich die Becks, ihr Wohnhaus zu bauen - und darin eine Praxis im Erdgeschoss zu integrieren.

Rente mit 63 geplant

"Eigentlich wollten wir schon mit 63 Jahren in den Ruhestand gehen", sagt Marianne Beck. Aber das Ehepaar fand keinen Nachfolger. Also machte und suchte es weiter. Jetzt sind Becks froh, dass Katja Pätzold und Zuzana Clzkova die Praxis übernehmen. "Wir danken auch unseren Patienten, dass sie uns all die Jahre die Treue gehalten haben." Becks sind jetzt 66 Jahre alt und freuen sich auf ihren Ruhestand. Enkel, Haus und die ein oder andere Reise stehen dann auf dem Programm. Ein bisschen werden sie auch noch medizinisch tätig sein. Aber die Praxisräume hat das Ehepaar ab Februar an die beiden Frauen vermietet, die Ausstattung an ihre Nachfolger verkauft.

Katja Pätzold und Zuzana Clzkova sind ab dann gleichberechtigte Partner in der Gemeinschaftspraxis. "Dafür sind jetzt alle Voraussetzungen erfüllt", sagt Katja Pätzold. Vor wenigen Wochen legte sie erfolgreich ihre Facharztprüfung ab. Die zweifache Mutter erfüllt sich damit einen schon lang gehegten Wunsch. "Ich wollte schon immer in der Ambulanz arbeiten und ich bin glücklich, meine Kollegin jetzt dabei zu haben", meint die gebürtige Zittauerin. Beide erfuhren bei Becks eine langsame und gute Einführung in den Praxisalltag.

Beruf in die Wiege gelegt

Auch Zuzana Clzkova freut sich sehr, den Schritt gegangen zu sein. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes hatte sie doch ein wenig Bammel vor dem erneuten Klinikalltag. „Mein Mann ist auch Mediziner und arbeitet in Liberec im Krankenhaus und beide im Schichtdienst, das ist schwierig mit Kindern“, erklärt die 33-jährige den Beweggrund, auf das Angebot ihrer früheren Kollegin aus der inneren Medizin im Krankenhaus Zittau eingegangen zu sein.

Die gebürtige Slowakin studierte bis 2010 an der Karls-Universität in Hradec Kralove Medizin. Die Entscheidung für die Ärztelaufbahn scheint ihr aber in die Wiege gelegt, denn ihr Vater ist Arzt, ihre Oma war Krankenschwester und die Mutti Apothekerin. "Das alles hat mich nicht abgeschreckt", sagt sie und lacht. Während ihres Studiums verbrachte Zuzana Clzkova im Rahmen eines Austauschprogramms ein Jahr in Deutschland - und kann die Sprache daher einwandfrei. Nach dem Studium hat sie dann mit ihrem Mann eine Gegend gesucht, wo es mehrere Kliniken gibt. "Wir wollten nicht am selben Krankenhaus arbeiten“, meint die Ärztin. Und so fing sie schließlich 2010 in der Inneren Medizin im Zittauer Klinikum an. Einige Jahre später lernten sich die beiden jungen Ärztinnen kennen. "Wir haben ein Dreivierteljahr zusammengearbeitet und uns prima verstanden", berichtet die Slowakin. Im Juni 2018 legte sie noch die Prüfung zum "Facharzt für Innere Medizin" erfolgreich ab. Im Anschluss daran fing die 33-Jährige auch schon bei dem Ärzteehepaar Dr. Beck an. "Wir freuen uns auf die kommende Zeit, auch wenn es durch Bürokratie und Budgetierung nicht immer leicht sein wird", sagt sie.

Zu den zwei Schwestern der Praxis kommt ab März noch eine neue Kollegin hinzu. Somit wird es mit dem gesamten Team möglich sein, alle Patienten - immerhin rund 1.600 pro Quartal - gut zu betreuen. Beide Ärztinnen haben die Ausbildung, um Ultraschalluntersuchungen vorzunehmen. Somit bleibt den Patienten auch dieses Angebot der Praxis erhalten.

Mehr Lokales unter:

www.sächsische.de/loebau

www.sächsische.de/zittau