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Zwei Privatbanken verlassen Sachsen

Bankhaus Löbbecke und Lampe geben ihre Geschäftsstellen in Dresden auf.

© Sven Ellger

Dresden. Sachsen verliert gleich zwei Privatbanken. Das Bankhaus Löbbecke zieht sich zum 31. März 2019 aus Sachsen zurück und schließt seine Geschäftsstelle in Dresden. Das bestätigt ein Sprecher der Warburg-Gruppe, zu der das 1761 in Braunschweig gegründete Bankhaus seit 2003 gehört. Er führt wirtschaftliche Gründe für die Schließung an. Der administrative Aufwand sei für das sehr kleine Büro mit nur zwei Mitarbeitern, davon arbeitet einer in Teilzeit, zu groß, so der Sprecher weiter. Hinzu komme ein auslaufender Mietvertrag für den Sitz der Geschäftsstelle in der Rampischen Straße in Dresden.

Das Bankhaus Löbbecke verfügt über einen rein privaten Gesellschafterhintergrund. Es ist im Bereich Private Banking und Asset Management tägig. Zu den Kunden zählen vermögende Privatpersonen, Stiftungen und Verbände, die das Bankhaus mit der Verwaltung ihres Vermögens betraut haben. Im Firmenkunden- und Kreditgeschäft hat sich das Bankhaus Löbbecke auf die Akquisition und Betreuung von mittelständischen Unternehmen und Freiberuflern konzentriert. Zu den Dienstleitungen zählt unter anderem die Abwicklung schwieriger Kreditengagements für Dritte. Kunden, die bis dato von Dresden aus betreut wurden, sollen ab April neue Ansprechpartner in der Berliner Geschäftsstelle erhalten. Die beiden Dresdner Mitarbeiter werden das Unternehmen zum Quartalsende verlassen.

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Das Bankhaus Löbbecke, damals noch eigenständig, war schon in den 1990er-Jahren in Dresden aktiv. Nach einer vorübergehenden Schließung der Geschäftsstelle nahm das Bankhaus seine Geschäfte als Zweigniederlassung der M.M. Warburg & Co. erst 2010 wieder in Sachsen auf. Unberührt von den aktuellen Schließungsplänen bleiben die Geschäftsstellen in Berlin und Braunschweig.

Auch das Bankhaus Lampe und damit die zweite große Privatbank in Dresden zieht es nach Berlin. Von den Räumen der Dresdner Niederlassung am Käthe-Kollwitz-Ufer in Dresden werde man sich im Jahresverlauf trennen, bestätigt eine Sprecherin, allerdings ohne einen konkreten Termin zu nennen. Die Mitarbeiter sollen „disziplinarisch“ der Berliner Niederlassung zugeordnet werden. Es werde auch personelle Umstrukturierungen geben. Aufgrund laufender Gespräche seien die allerdings noch nicht spruchreif.

Das Bankhaus Lampe, das für das Geschäftsjahr 2017 einen Konzernbilanzgewinn von rund 15 Millionen Euro ausweist, begründet die Entscheidung zur Standortaufgabe mit einem neuen „Betreuungskonzept für die vermögenden Privatkunden vor unternehmerischen Hintergrund“. Es sollen also Kosten gespart werden. Den Bankkunden bleiben ihre Kundenbetreuer erhalten. Sie seien zumeist ortsgebunden und werden künftig dezentral arbeiten, heißt es. Man wolle neue Räume für die Mitarbeiter anmieten. Die können weiterhin auf die fachliche Expertise von standortübergreifend tätigen Spezialisten zurückgreifen, die bei Immobilien-, Finanzierungs- oder Anlagegeschäften beraten.

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Das Bankhaus Lampe wurde 1852 als unabhängige deutsche Privatbank gegründet. Seit 1949 ist das Unternehmen Teil der Oetker-Gruppe und sieht sich vor allem dem Mittelstand verpflichtet. Die sächsische Niederlassung in Dresden wurde 2007 eröffnet, mitten in der Finanzkrise. Die betreuten Privatkunden verfügen über ein liquides Vermögen von mindestens 500.000 Euro. Bei Firmenkunden entscheidet der Unternehmensumsatz. Von den derzeit zwölf deutschen Niederlassungen des Bankhauses Lampe wird es zum Jahresende nur noch zehn geben, denn auch der Bremer Standort soll geschlossen werden.