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Zwischen Kirchgemeindehaus und Klassenzimmer

Anja Haufe ist in Großpostwitz die neue Gemeindepädagogin – aber auch jede Woche in Bautzen und Wilthen im Einsatz.

© Uwe Soeder

Von Madeleine Siegl-Mickisch

Noch fühlt sich alles neu an, schließlich hat Anja Haufe ihre Stelle erst vor einem Monat angetreten. „Aber ich wurde schon sehr gut aufgenommen“, sagt die 23-Jährige. Als neue Gemeindepädagogin in der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Großpostwitz hat sie schon die erste Christenlehre mit den Kindern absolviert. Und gerade steckt sie mitten in den Vorbereitungen für den Martinstag, der in Großpostwitz traditionell mit dem Martinsspiel, dem Umzug zur katholischen Kirche und dem Teilen der Martinshörnchen begangen wird. Überhaupt gebe es in Großpostwitz eine gute Basis für die Arbeit in der Gemeinde – ehrenamtliche Helfer bereiten die Kindergottesdienste vor, eine Mutti kümmert sich um den Eltern-Kind-Kreis, der sich einmal im Monat im Kirchgemeindehaus trifft.

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Was Gemeindeleben ausmacht, das hat Anja Haufe von Kindesbeinen an kennengelernt. In Weißenberg, wo sie aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, arbeitet ihre Mutter als Kantorin. So kam sie auch beizeiten mit der Musik in Berührung. „Angefangen habe ich mit dem Glockenspiel und der Flöte“, erzählt sie. Später wirkte sie im Posaunenchor mit, auch Gitarre und Klavier beherrscht sie. Kantorin wie ihre Mutter wollte sie jedoch nicht werden, aber auf alle Fälle „etwas mit Menschen zu tun haben“.

Nach der Mittelschule absolvierte sie in Dresden das berufliche Gymnasium mit der Fachrichtung Soziales und danach ein Freiwilliges Soziales Jahr in der evangelischen Jugendarbeit im Raum Löbau-Zittau. Der Jugendwart dort habe sie bei ihrer Berufswahl sehr geprägt, erinnert sich Anja Haufe. So entschied sie sich für ein Studium der Religionspädagogik und Gemeindediakonie an der Evangelischen Hochschule Moritzburg. In Großpostwitz hat sie nun ihre erste Stelle angetreten – und ist darüber sehr glücklich. Denn in der Oberlausitz wollte sie gern bleiben. Das war ihr so richtig klar geworden, nachdem sie eins der beiden Praxissemester ihres Studiums in Wilthen absolviert hatte. „Das war eine sehr intensive Zeit, in der ich viel gelernt habe“, blickt sie zurück. In der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit habe sie dort vieles ausprobieren dürfen – und fühlt sich dadurch gut gerüstet für ihre Aufgabe in Großpostwitz. Gern will sie dabei den Kontakt nach Wilthen, wo sie mittlerweile auch wohnt, aufrechterhalten. So ist eine gemeinsame Jugendrüstzeit mit der Wilthener Jungen Gemeinde im Gespräch. Außerdem freut sie sich schon auf die Sternwanderung mit den Kindern, die jedes Jahr innerhalb des Kirchenbezirks Bautzen-Kamenz stattfindet. Auch privat ist sie gern zu Fuß in der Umgebung unterwegs.

Dass Anja Haufe nach dem Studium in die Oberlausitz zurück wollte, ist für die Großpostwitzer Kirchgemeinde ein Glücksfall. „Freie Stellen sind ja oft nicht leicht zu besetzen. Das geht vielen Kirchgemeinden so“, weiß Pfarrer Christoph Kästner. Aber in diesem Fall war die Unterbrechung nur sehr kurz. Erst im Sommer hatte Anja Haufes Vorgängerin nach nur zwei Jahren Großpostwitz wieder verlassen, um nach Leipzig zu wechseln.

Neben ihrer Arbeit in der Kirchgemeinde steht Anja Haufe, die selbst noch keine Kinder hat, nun auch regelmäßig vor Schülern. In der Curie-Grundschule in Bautzen-Gesundbrunnen und in der Mittelschule Wilthen gibt sie Religionsunterricht. Das sei eine ganz andere Herausforderung und mache den Beruf so abwechslungsreich.