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Zwischen Umzugskartons und Predigt

Die neue Pfarrerin Katharina Hiecke richtet sich in Pulsnitz ein und hat schon ordentlich Stress.

© René Plaul

Von Frank Sühnel

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Im Treppenhaus der Pulsnitzer Dienstwohnung stapeln sich leere Umzugskartons. Es sind viele, sehr viele, welche die neue Pfarrerin Katharina Hiecke mit in ihr jetziges Heim brachte. „Und ganz viele stehen noch unausgepackt oben“, sagt sie mit einem Lächeln. Katharina Hiecke übernimmt die zweite Pfarrstelle neben Pfarrerin Maria Grüner.

Pfarrerin Katharina Hiecke richtete sich derzeit in ihrer sanierten Pulsnitzer Dienstwohnung im Pfarrhaus II ein. © Frank Sühnel

Arbeitszimmer fertig

Die bisher ausgeleerten Kisten beinhalteten großteils Bücher, von denen sie unzählige hat: „Ich muss sie in Zweierreihen in die Regale stellen, ansonsten reicht der Platz nicht aus.“ Zuerst hat sie, das lutherische Arbeitsethos ist nicht zu verbergen, das Arbeitszimmer weitgehend fertig eingerichtet, denn das braucht sie besonders dringend. Superintendent Werner Waltsgott führte die Pfarrerin gestern in der Nicolaikirche in ihr Amt ein. Und sie hielt ihre Antrittspredigt. „Da ich mich auf eine Predigt immer sehr gewissenhaft vorbereite, ist das funktionierende Arbeitszimmer wichtig“, so die Pfarrerin. So eine erste Predigt ist eine sehr entscheidende, bringt diese doch den ersten Eindruck der „Neuen“ für die Gemeinde. So hatte sich die Pfarrerin das berühmte Gleichnis der „Arbeiter im Weinberg“ vorgenommen. Entsprechend sieht Katharina Hiecke auch die Schwerpunkte ihrer Arbeit als Pfarrerin. „Gottesdienst und Liturgie haben für mich große Bedeutung, aber vor allem die Auslegung des Wortes Gottes“, sagt die Theologin. Sehr wichtig ist für sie auch die Arbeit mit den Senioren der Gemeinde und die Gemeindebesuche mit dem direkten Kontakt zu den Menschen.

Vierte Pfarrstelle

Die Betreuung der jungen Gemeinde überlässt sie den jüngeren Leuten, ohne natürlich nicht auch da ein Auge darauf zu haben. „Wenn man selbst nicht mehr ganz jung ist, ist es schon besser, die Jugend dem Gemeindepädagogen anzuvertrauen“, sagt sie, die schon viel Erfahrung als Pfarrerin gesammelt hat. Pulsnitz ist die vierte Pfarrstelle in ihrer Laufbahn. Zuvor war sie im Erzgebirge, in Dorfchemnitz und Voigtsdorf, zehn Jahre lang, was man ihr ein klein wenig anhört. Der Grund, nach Pulsnitz zu kommen ist einfach der gewesen, dass es an der Zeit gewesen sei, sich zu verändern. „Die Pfarrstelle war, neben einer anderen, ausgeschrieben und ich habe mich gleich dafür interessiert. Nach den Jahren auf dem Dorf wieder etwas städtischer Charakter, aber auch mit den Dörfern ringsherum, die mit betreut werden, ist das eine reizvolle Aufgabe“, sagt Katharina Hiecke. Und gefallen habe ihr die Pfefferkuchenstadt auch sogleich. „Als ich das erste Mal hergefahren bin, über den Eierberg und die Kirche so über die Dächer herausragen sah, das war schön und ist es immer wieder“, schwärmt sie ein wenig. Bekannt waren ihr auch zwei Persönlichkeiten der Stadt, der Bildhauer Ernst Rietschel und der Missionar Bartholomäus Ziegenbalg. Auch von den berühmten Pfefferkuchen hatte sie schon gehört. Gekostet aber noch nicht. „Ich habe schon welche geschenkt bekommen und bin neugierig darauf“, sagt sie. Richtig Zeit finden, sie zu genießen wird sie aber erst mal nicht haben. Die ledige, kinderlose Theologin hatte die ersten Tage alle Hände voll zu tun mit Umzug und Predigt und den vielen Leuten aus der Gemeinde, die sie kennenlernen wollen, mit ihr reden möchten. Das sagt sie, ist eine ihrer Stärken. „Ich kann gut zuhören, habe Geduld und bin offen, auch für Ungewöhnliches und Neues.“

Eine Schwäche habe sie auch, sagt sie lächelnd: „Es fällt mir immer etwas schwer, Entscheidungen zu treffen, ich wäge immer alles sehr lange ab.“ Für Pulsnitz hat sie sich entschieden und mit ihrem Antritt gestern ist damit nun vollständig eine neue Ära in der Gemeinde mit zwei Pfarrerinnen angebrochen, nachdem Pfarrer Heidig in den Ruhestand getreten ist.

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