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Messungen bestätigen: Turow ist zu laut

Den Grenzwert von 40 Dezibel hat Polens Tagebau mehrfach überschritten - vor allem nachts. Deshalb gibt's nun eine Forderung aus Tschechien.

Der Tagebau Turow macht zu viel Krach, haben Messungen aus Tschechien ergeben.
Der Tagebau Turow macht zu viel Krach, haben Messungen aus Tschechien ergeben. © Matthias Weber

Die Befürchtungen der Bewohner des tschechisch-polnischen Grenzgebietes vor der Zunahme des Lärms im Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau des polnischen Braunkohlebergbaus in Turów sind offenbar berechtigt. Das teilte die Region Liberec mit.

Laut des Liberecer (Reichenberger) Hauptmanns Martin Půta bestätigten das Messungen, die voriges Jahr in den Gebieten Uhelná (Serksdorf) und Oldřichov na Hranice (Ullersdorf) liefen. "Die langzeitige Lärmbelastung nähert sich vor allem in der Nacht dem empfohlenen Grenzwert von 40 Dezibel", berichtet er. "In mehreren Fällen wurde das Limit sogar überschritten."

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Die Lärmmessung stellte das tschechische Umweltministerium am Rande der Siedlungsgebiete fest. Diese liegen etwa zwei Kilometer von der Grube entfernt. Das Monitoring lief von Mai bis November 2020 viermal in ausgewählten Zeiträumen von sieben bis acht Tagen und in der Zeit von 22 bis 6 Uhr. Der Bericht geht davon aus, dass die Lärmbelastung noch steigen kann, wenn der Tagebau weiter in Richtung Grenze erweitert wird. "Deshalb möchten wir, dass die polnische Seite eine bepflanzte Schutzbarriere zwischen der Grube und dem tschechischen Territorium errichtet", äußert Martin Půta. Auch die Stadt Zittau fürchtet Auswirkungen.

Die Lärmmessungen werden in diesem Jahr fortgesetzt, ebenso wie die Beobachtungen zum Grundwasserspiegel. Tschechiens geologische Dienste kontrollieren diesen schon lange Zeit. Zu den ursprünglichen 18 Bohrungen kamen im Vorjahr weitere 27 Messstellen hinzu. Im vergangenen Herbst baute das staatliche Unternehmen Diamo auch 65 Überwachungspunkte entlang der tschechisch-polnischen Grenze, um mögliche Erdrutsche überwachen zu können. Es gibt an der Grenze auch eine Station, welche die Staubbelastung misst.

PGE plant die Erweiterung des Tagebaus Turow und will noch bis ins Jahr 2044 Kohle fördern. Dagegen hat Tschechien Ende Februar eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof eingereicht. Aktivisten von Greenpeace haben diese Woche sogar den Tagebau gestürmt. Sie wollen ein vorzeitiges Ende der Kohle-Förderung erreichen.

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