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Bannewitz will Beitrag für besseres Klima leisten

Um in den nächsten Jahren weniger Treibhausgase auszustoßen, feilt die Kommune an einer Wärmeplanung. Das hat Folgen für alle Haushalte.

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Bauamtsleiter Markus Kirchner (l.) und Hausmeister Marco Taudte inspizieren den Technikraum der Grund- und Oberschule in Bannewitz. Die Kommune will bei ihrer Wärmeplanung vorankommen.
Bauamtsleiter Markus Kirchner (l.) und Hausmeister Marco Taudte inspizieren den Technikraum der Grund- und Oberschule in Bannewitz. Die Kommune will bei ihrer Wärmeplanung vorankommen. © Daniel Schäfer

In Bannewitz kommt am Dienstagabend der Gemeinderat zu seiner vorletzten Sitzung in diesem Jahr zusammen. Dabei steht unter anderem eine erste Informationsrunde zur kommunalen Wärmeplanung auf der Tagesordnung. Gemeinden und Städte in der gesamten Bundesrepublik sollen mit deren Hilfe den Treibhausgasausstoß im Gebäudesektor senken.

Bannewitz plant in dem Zuge eine Bestandsanalyse. Laut Bürgermeister Heiko Wersig (parteilos) erörtert die Kommune dabei, wie groß der Wärmebedarf auf ihrem Gebiet aktuell ist und welche Energieträger dafür eingesetzt werden. Zudem würden alle Anlagen erfasst, die Wärme erzeugen.

Wie im Vorfeld der Zusammenkunft zu erfahren war, setzt die Verwaltung auf die Unterstützung eines Energieversorgers. Das Unternehmen könne einen gewichtigen Beitrag leisten, um die Wärmeplanung auf den Weg zu bringen. "Dadurch, dass zahlreiche Verbraucher auch aus der Gemeinde bei ihm unter Vertrag stehen, gibt es die Möglichkeit, sich ein umfassendes Bild von der Ausgangssituation zu machen."

Im Dezember will Gemeinde Nägel mit Köpfen machen

Diesen Prozess will sich die Kommune gern fördern lassen. Deshalb strebt sie in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres, die für den 12. Dezember anberaumt ist, einen entsprechenden Beschluss an. Laut Heiko Wersig lassen sich entsprechende Projekte bis Ende 2023 zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz bezuschussen. Danach liege der Fördersatz bei 60 Prozent.

Sobald die erste Etappe gemeistert ist, schließt sich laut der Bundeszentrale für politische Bildung eine Potenzialanalyse an. Dabei werde geprüft, welche erneuerbaren Energieformen sich für die Erzeugung von Wärme nutzen lassen. Das seien zum Beispiel Geo- und Solarthermie, Biomasse, grüner Wasserstoff oder unvermeidbare Abwärme aus Industrieanlagen.

"Auf Grundlage dieser Informationen entwickelt die Kommune ein Zielszenario mit Wärmegebieten", ist auf ihrer Internetseite zu lesen. "Für jedes Gebiet soll festgelegt werden, wie es in den Jahren 2030, 2035 und 2040 jeweils mit Wärme versorgt werden soll. Kommunen sollen zudem Gebiete ausweisen, wo Wärmenetze oder Wasserstoffnetze ausgebaut werden." Das hat im Endeffekt Konsequenzen für alle Haushalte im Gemeindegebiet.

Bannewitz will sich zum Ziel setzen, auf dieser Grundlage fortan deutlich weniger fossile Energie aus Öl, Kohle oder Erdgas zum Heizen und Kühlen von Gebäuden zu verwenden.

Damit die kommunale Wärmeplanung zur Regel wird, muss der Bundestag noch sein Okay geben. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung sind Städte und Gemeinden dann dazu verpflichtet, aufzuzeigen, wie sich ihr Gebäudebestand in Zukunft klimaschonend mit Wärme versorgen lässt.

Doch es gibt auch etwas zu beschließen am Dienstagabend. Um im Rathauskeller den nächsten Bauabschnitt in Angriff nehmen zu können, hat der Gemeinderat vier Bauleistungen im Gesamtwert von rund 311.000 Euro zu vergeben. Darin enthalten ist beispielsweise die Elektroinstallation, die mit etwa 118.000 Euro den größten Posten bildet.

Seit einigen Monaten laufen im Untergeschoss der Gemeindeverwaltung Sanierungsarbeiten. Dort sollen künftig unter anderem eine Bibliothek, ein Lesesaal und das Gemeindearchiv zu finden sein. Außerdem will die Kommune vor Ort eine öffentliche Toilettenanlage schaffen. Erst kürzlich hatte die Kommune vom Freistaat eine Finanzspritze in Höhe von rund 500.000 Euro für ihr Vorhaben erhalten.

Die Gemeinderatssitzung beginnt am Dienstag, 28. November, 19 Uhr in der Mensa der Grund- und Oberschule Bannewitz. (SZ/rk)