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Nächster Schritt für neues europäisches Kampfflugzeug eingeläutet

Ab 2040 soll ein neues Luftkampfsystem den Eurofighter ablösen. Warum das Deutschland, Spanien und Frankreich gerade jetzt sehr wichtig ist.

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Sebastien Lecornu (l-r), Verteidigungsminister von Frankreich, seine Amtskollegin Margarita Robles aus Spanien und Boris Pistorius (SPD) läuten die nächste Phase des Luftkampfsystems FCAS ein.
Sebastien Lecornu (l-r), Verteidigungsminister von Frankreich, seine Amtskollegin Margarita Robles aus Spanien und Boris Pistorius (SPD) läuten die nächste Phase des Luftkampfsystems FCAS ein. © Carlos Luján/EUROPA PRESS/dpa

Madrid. Deutschland, Spanien und Frankreich haben in Madrid den nächsten Abschnitt der Entwicklung des Luftkampfsystems FCAS förmlich besiegelt. FCAS steht für "Future Combat Air System", was sich als "Luftkampfsystem der Zukunft" übersetzen lässt. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und seine spanische Amtskollegin Margarita Robles sowie Frankreichs Verteidigungsminister Sébastien Lecornu unterzeichneten am Freitag in Madrid eine entsprechende Vereinbarung. Diese war bereits im vergangenen November grundsätzlich erzielt worden, nachdem das Projekt zuvor für Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich gesorgt hatte.

FCAS soll von 2040 an einsatzfähig sein und den Eurofighter ablösen. Pistorius betonte, die lange Entwicklungszeit stehe nicht im Widerspruch zu seiner kürzlichen Anordnung verkürzter Verfahren bei der Rüstungsbeschaffung. "Aber große Entwicklungslösungen, noch dazu solche, die man tunlichst nicht alleine angehen soll, müssen trotzdem stattfinden. Wir reden über ein Kampfflugzeug der sechsten Generation, das noch geflogen werden wird, wenn ich schon lange nicht mehr lebe", sagte Pistorius vor Journalisten.

Das Projekt brauche regelmäßige politische Führung und Unterstützung, betonte der Minister. Es sei ein Gradmesser für die europäische Handlungsfähigkeit in Zeiten, in denen "wir es in erschreckender Weise wieder mit einem Angriffskrieg auf europäischem Boden zu tun haben", sagte Pistorius im Hinblick auf Russlands Angriffskrieg.

Die an der Entwicklung des neuartigen Kampfflugzeugs beteiligten Unternehmen Dassault aus Frankreich und Airbus hatten sich lange nicht über die Aufgabenverteilung und den Umgang mit Knowhow einigen können. Es dauerte mehr als ein Jahr, bis die Industrie auch unter politischem Druck nach intensiven Verhandlungen eine Einigung für die nächste Programmphase erzielen konnte. Dabei geht es unter anderem um die Vorentwicklung von Prototypen. Der erste könnte 2028 fertig sein.

FCAS soll im Verbund mit unbewaffneten und bewaffneten Drohnen fliegen und ist insofern mehr als ein Kampfflugzeug. Die Gesamtkosten wurden auf einen dreistelligen Milliardenbetrag geschätzt. An dem Projekt sind die Industrien Deutschlands, Frankreichs und seit 2019 auch Spaniens beteiligt. (dpa)