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Deutschland & Welt

Tod im Hospital wird untersucht

Die Behandlung einer Ureinwohnerin im Krankenhaus heizt in Kanada die Debatte über Rassismus an. Der Tod der siebenfachen Mutter wird nun untersucht.

Eine Patientin soll in einem Krankenhaus in Quebec rassistisch beleidigt worden sein.
Eine Patientin soll in einem Krankenhaus in Quebec rassistisch beleidigt worden sein. © Symbolbild/Fabian Sommer/dpa

Québec. Die mutmaßlich beleidigende Behandlung einer Ureinwohnerin in einem Krankenhaus der kanadischen Provinz Québec hat dort eine Debatte über systemischen Rassismus befeuert. Wie örtliche Medien berichteten, war die 37-jährige Joyce Echaquan von der Stammesgruppe der Atikamekw am Samstag mit starken Bauchschmerzen in das Krankenhaus von Joliette nördlich von Montréal gekommen und zwei Tage später gestorben. Ihr Tod werde umfassend untersucht, kündigte Québecs Premierminister Francois Legault am Dienstag (Ortszeit) an.

Auf einem von der Frau selbst per Handy gefilmten Video ist zu sehen, wie die siebenfache Mutter auf einem Krankenbett liegt und - offenbar vor Schmerzen schreiend - um Hilfe ruft. Die Kommentare des Personals sind in Untertiteln zu lesen. Eine Krankenschwester sagte der Frau demnach unter anderem, sie sei "verdammt dumm". Eine der beteiligten Pflegerinnen wurde dem Bericht zufolge bereits entlassen.

Québecs Premier Legault bezeichnete die Bemerkungen des Personals als "inakzeptabel und rassistisch", wie der kanadische Sender CBC berichtete. Er stritt auf einer Pressekonferenz auf eine entsprechende Frage hin jedoch ab, dass dieser Fall ein Hinweis auf systemischen Rassismus in Québec sei.

"Ich glaube wirklich nicht, dass wir diese Art von Behandlung der Ureinwohner (First Nation people) in unseren Krankenhäusern in Québec haben", sagte er in einem auf der CBC-Webseite veröffentlichten Videoausschnitt. Er räumte jedoch ein, dass es einen gewissen Rassismus in Québec gebe. "Wir arbeiten daran", fügte er hinzu. Im Sommer hatte er ein Anti-Rassismus-Komitee einberufen. Der britische Sender BBC berichtete, dieser Fall sei der jüngste einer Serie, die Fragen über systemischen Rassismus gegen Kanadas Ureinwohner aufwerfe. (dpa)

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