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Postelwitz hat sein Denkmal zurück

Die alte Gierseilfähre steht wieder am Elbufer – das Schiff legt aber nicht mehr ab.

© Katja Frohberg

Von Gunnar Klehm

Das zwölf Tonnen schwere Schiff baumelte eben noch am Kranhaken und hat nun wieder seinen angestammten Platz auf seinem Gestell am Elbufer in Postelwitz eingenommen. Schön sieht sie wieder aus, die historische Gierseilfähre. Im Dezember wurde sie in die Werft nach Bad Schandau gebracht. Dort wurde der Rumpf sandgestrahlt und bekam einen neuen Anstrich verpasst. Gestern Morgen kehrte das Denkmal an seinen alten Standort zurück. Hier setzte die Fähre in früherer Zeit von Postelwitz nach Krippen über. Sie war die vorletzte Gierseilfähre auf der Elbe. Nur die in Rathen ist auch heute noch im Dienst.

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Das wird es in Postelwitz nicht mehr geben. Bereits Ende der 1990er-Jahre ging die Fähre außer Betrieb. Sie sollte verschrottet werden. Das wollten Einheimische aber nicht ohne Weiteres hinnehmen. Erst kaufte eine Privatperson das schrottreife Schiff und übergab es später an den Schifferverein. „Das historische Stück wollten wir unbedingt erhalten“, sagt Steffen Friebel, der Schatzmeister des Schiffervereins Postelwitz.

Die Fähre sollte schon lange mal restauriert werden. Trotz viel Enthusiasmus und Eigenleistungen setzte der Rost dem Material immer mehr zu. Das Hochwasser 2013, in dem die Fähre versank, tat sein Übriges. Schließlich winkten 30.000 Euro Fördermittel für die Sanierung des technischen Denkmals. Einzige Bedingung: Die Arbeiten mussten noch 2013 beginnen. Flugs ging’s in die Werft. Den Eigenanteil aufzubringen, war für den Verein nicht so leicht. „Mit viel Eigeninitiative und Sponsorenhilfe haben wir das aber geschafft“, sagt Friebel. Außen ist die Fähre wieder hübsch anzusehen. Innen werden die Vereinsmitglieder demnächst die Restaurierung des Steuermannstands folgen lassen.