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Priestewitzerin war in der Elbphilharmonie Hamburg

Rebecca Liebe spielt Kontrabass und wurde von der Staatsoperette engagiert. Im Sommer hatte sie schon besondere Erlebnisse.

© Kristin Richter

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

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Priestewitz. Der zwei Meter große Kontrabass muss immer mit – ob nach Dresden an die Musikhochschule oder nach Hamburg in die neue Elbphilharmonie. In diesem spektakulären Gebäude spielte die 22-jährige Rebecca Liebe aus Priestewitz in diesem Sommer während eines dreiwöchigen Projektes der Jungen norddeutschen Philharmonie. Das kam so: Von Rostock ging das Vorhaben mit 100 Nachwuchsmusikern aus. Rebecca Liebe, Studentin an der Dresdner Musikhochschule Carl-Maria von Weber, bewarb sich darum für die Zeit ihrer Semesterferien und bekam einen Dresdner Unterstützer. „Wir hatten acht Auftritte – ein tolles Erlebnis“, schwärmt die Priestewitzerin noch immer. Im 12. Stock des Gebäudes wurde musiziert – mit einem „Wahnsinnsausblick“. Die Studenten spielten Gustav Mahlers siebente Sinfonie. „Das werde ich mein Leben lang nicht vergessen“, sagt Rebecca Liebe beeindruckt. Dort zu spielen sei wie die Bundesliga für Fußballer. Dafür habe sie gern ihre Ferien geopfert. Nächstes Jahr will sie sich auf alle Fälle wieder bewerben.

Fleiß und Durchhaltevermögen

Rebecca wurde in Großenhain geboren, ihre Mutter ist die Musiklehrerin Sylvia Liebe. „Von ihr bekam ich bereits mit vier Jahren Unterricht in Violoncello“, erzählt Rebecca und zeigt auf die vielen Instrumente, die im Musikzimmer hängen. Ihre Mutter studierte auch schon an derselben Hochschule, Rebecca wurde während ihrer Zeit am Landesgymnasium für Musik von der gleichen Professorin unterrichtet. Selbstständigkeit wurde schon damals von ihr verlangt, Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Fleiß und eigenständige Organisation ihrer Verpflichtungen. Und Durchhaltevermögen. „Manchmal lagen zwischen einem abendlichen Auftritt und dem Schulbeginn nur vier Stunden Schlaf“, erinnert sich die heutige Studentin. Vor sieben Jahren wechselte die Priestewitzerin vom Violoncello zum Kontrabass. Ohne Wartezeit folgte das sechsjährige Studium. Das Fach Klavier hat sie schon abgeschlossen, nun unterrichtet Rebecca freitags in Priestewitz selbst eigene Schüler. Ab nächster Woche probt und spielt sie neben dem Studium als Substitutin in der Staatsoperette im Kulturkraftwerk. „Das ist ein bezahltes Praktikum mit vier bis zehn monatlichen Einsätzen“, so Rebecca. Dass sie im Wettstreit um die eine Stelle für eine Spielzeit eine talentierte koreanische Mitstudentin übertreffen konnte, macht sie sehr stolz. Im „Orpheus in der Unterwelt“, in der „Lustigen Witwe“ und in „Wonderful Town“ wird ihr Kontrabass künftig zu hören sein.

Tägliches Üben ist deshalb für die 22-Jährige selbstverständlich. Ein neuer Kontrabass muss auch her, weil der alte den künstlerischen Anforderungen nicht mehr entspricht. „Ein gutes Instrument kostet aber mindestens 10 000 Euro“, sagt die Priestewitzerin. Dafür kann sich mit so einem Bass der Klang besser entwickeln.

Nach dem sechsjährigen Studium will Rebecca gern in Sachsen bleiben, möglichst in einem der Berufsorchester. Ihren 30 Kilo schweren Bass im Zug zu transportieren – daran hat sie sich schon gewöhnt.

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