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„Prinzen“-Sänger sieht andere Demokultur in Leipzig

Die islamfeindliche Pegida-Bewegung in Dresden bekommt immer mehr Zulauf. Der erste Aufmarsch des Leipziger Ablegers stieß auf massiven Gegenwind. Auch „Prinzen“-Sänger Sebastian Krumbiegel unterstützt den Protest.

© dpa

Leipzig/Dresden. Der Mitbegründer des Leipziger Courage-Vereins, „Prinzen“-Frontmann Sebastian Krumbiegel, sieht in Leipzig im Vergleich zu Dresden eine völlig andere Demokultur. Nach einem erneuten Zulauf für die Pegida-Bewegung in Dresden und dem ersten Aufmarsch des Leipziger Ablegers Legida mit 30 000 Gegendemonstranten sagte Krumbiegel am Dienstag, Dresden sei mittlerweile so „eine Art Wallfahrtsort“ geworden. Zu den Pegida-Demonstrationen reisten Leute inzwischen auch von auswärts an. „Das sind nicht alles nur Dresdner“, sagte Krumbiegel der Deutschen Presse-Agentur.

Allerdings seien dort in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit den Demonstrationen am 13. Februar von Regierung, Justiz und Polizei viele Fehler gemacht worden. „Leute, die friedlich demonstriert haben, wurden kriminalisiert. Ich nenne den Pfarrer Lothar König, das Vorgehen gegen das Bündnis Dresden nazifrei oder auch die umstrittene Funkzellenabfrage“, sagte Krumbiegel. „Das sind Signale, die nach draußen gehen und sagen, hier hat man leichtes Spiel.“ In Dresden gibt es seit Jahren am 13. Februar Auseinandersetzungen, weil Neonazis versuchen, das Gedenken an die Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg für sich zu vereinnahmen.

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In Leipzig sei etwa beim Aufmarsch von Rechtsextremisten sofort und ganz klar reagiert worden. Unter anderem mit dem Festival „Courage zeigen“ seien die Leipziger gegen rechtsextreme Aufmärsche am 1. Mai mobilisiert worden. Leipzig sei aber auch historisch anders gewachsen als Dresden. „Wir waren immer eine Handelsstadt, wir haben davon profitiert, dass die Leute zu uns kommen. Leipzig war selbst zu DDR-Zeiten zweimal im Jahr bunt“, sagte Krumbiegel. (dpa)