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Quadfreunde unterstützen Aufbau von Indoorspielplatz

Für eine Heilpädagogische Wohnstätte sammeln die Fahrer Geld. Die Idee dafür hatten sie beim Stammtisch.

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30 Quadfahrer überraschen die Bewohner der Heilpädagogischen Wohnstätte in Beerwalde. Die Quadfreunde haben Geld gesammelt und noch weitere Überraschungen im Gepäck.
30 Quadfahrer überraschen die Bewohner der Heilpädagogischen Wohnstätte in Beerwalde. Die Quadfreunde haben Geld gesammelt und noch weitere Überraschungen im Gepäck. © Dietmar Thomas

Von Helene Krause

Hartha/Beerwalde. Motorengedröhn tönt durch Beerwalde. Benzingeruch erfüllt die Luft. 30 Quads biegen langsam in das Grundstück der Heilpädagogischen Wohngruppe in Beerwalde ein.

Nach und nach parken sie, bestaunt von den Bewohnern des Heims, in mehreren Reihen ein. Minuten später überreichen die Fahrer den Kindern der Wohngruppe zwei Spendenchecks, einen im Wert von 550 Euro und einen zusätzlichen für 160 Euro. Dazu kommen Gutscheine für 14 Essen in der Gaststätte MotoSoul-Resort in Mutzschen, zwei Eintrittskarten für den Sonnenlandpark in Lichtenau und T-Shirts. Die Kinder bestaunen die Fahrzeuge, dürfen hupen und auch einmal auf einem Quad sitzen.

Die Idee für die Spendenaktion hatten die Quad & ATV-Freunde Mittelsachsen beim Stammtisch. „Wir wollten mal etwas Gutes tun“, sagt Marcel Mosch von den Mittelsächsischen Quadfreunden. „Die Motorradfahrer machen so etwas auch. Aber bei Quadfahrern ist das bisher nicht üblich.“ Fahrerin Sandra Sitza arbeitet im Sozialen Dienst und hat Kontakt zu der Wohngruppe in Beerwalde. Die Quadfreunde beschlossen, für die Bewohner der Wohngruppe zu spenden: pro gefahrenen Kilometer 18 Cent. Hundert Kilometer waren die Harthaer und Fahrer von den befreundeten Vereinen ATV & Quad Freunde Leipzig sowie die Quad ATV Freunde Dresden unterwegs.

Das Spendengeld soll für einen Indoorspielplatz für die Heimkinder verwendet werden. Der entsteht in einer großen, ehemaligen Feuerwehrgarage. Gekauft werden sollen unter anderem eine Tischtennisplatte und eine Kletterwand. „Angeschafft wird alles, womit Kinder bei schlechtem Wetter spielen können“, sagte der Erzieher und Sozialpädagoge Ronny Dalbert von der Heilpädagogischen Wohngruppe. „Wenn genug Geld zusammenkommt, dann können wir von einer Firma ein Projektangebot einholen“, so Dalbert. „Die Firmen kennen die Sicherheitsbestimmungen für Spielplätze besser als wir.“ Bei der Auswahl der Spielgeräte können die Kinder mitbestimmen.

Vorbereitung aufs Leben

Die Heilpädagogische Wohngruppe in Beerwalde gibt es seit 20 Jahren. Sie ging aus dem ehemaligen Kinderheim Zschöppichen hervor. Träger der Einrichtung ist der Internationale Bund für Sozialarbeit und als örtlicher Träger das zuständige Jugendamt Freiberg des Landratsamtes Mittelsachsen. „Die Wohngruppen finanzieren sich über Pflegesätze“, sagt Dalbert. „Die Träger geben Sicherheit.“

Acht Plätze gibt es in der heilpädagogischen Familienwohngruppe. Die ist für Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren gedacht, für die eine Unterbringung außerhalb der Herkunftsfamilie notwendig ist. Dazu kommen zwei Mutter/Vater-Kind-Plätze und vier Plätze in der Kleinkindgruppe. In der Gruppe sind Jungen und Mädchen bis sechs Jahre, deren Eltern dauerhaft oder derzeit nicht in der Lage sind, für ihre Kinder zu sorgen. In der Mutter/Vater-Kind-Gruppe erhalten schwangere alleinstehende Mütter oder alleinstehende Väter mit Kindern bis zu sechs Jahren Unterstützung. Jugendliche ab 16 Jahre werden auf ein selbstständiges Leben im eigenen Wohnraum vorbereitet. „Wir sind ein offenes Haus“, sagte Ronny Dalbert. „Das bedeutet, jeder kann nach Absprache jede Gruppe besuchen.“

Zwölf bis 13 Vollbeschäftigte arbeiten in der Wohngruppe in Beerwalde. Heilpädagogisch ausgebildetes Personal kümmert sich um die Belange der Kinder und Jugendlichen. Sie können in einem großen Garten toben. In dem steht für sie ein Gartenhaus bereit. Es gibt ein Fußballtor, eine Außentischtennisplatte und einen Basketballkorb. Eine Terrasse befindet sich im Bau.

Um die positive Wirkung von Tieren auf Kinder und Jugendliche pädagogisch zu nutzen, leben der Golden Retriever Simba und zwei Kaninchen mit im Heim.

Die Bewohner der Wohngruppe besuchen in der Woche Vereine und Sportgruppen. Weil Beerwalde ein abgelegener Ortsteil von Erlau ist, stehen ihnen für den Transport zwei Busse, davon einer für die Kleinkindgruppe, und ein Auto zur Verfügung.